WÜRZBURG

Nach Kaufhaus-Räumung: Keine Hinweise auf Mann mit Waffe

Das Wöhrl-Kaufhaus in der Würzburger Innenstadt wurde am Samstag geräumt. Ein Kunde meinte einen Mann mit einer Waffe unter dem Hemd beobachtet zu haben. „Wenn ein Zeuge die Situation glaubhaft schildern kann, müssen wir dem nachgehen“, so Polizeisprecher Michael Zimmer. Foto: Thomas Obermeier

Nach der Räumung des Kaufhauses Wöhrl in der Würzburger Innenstadt am Samstagnachmittag ist der Großeinsatz für die Polizei abgeschlossen. „Die Kollegen haben niemanden gefunden, der eine Waffe dabei hatte und auf den die Beschreibung des Zeugen passte“, sagte Polizeisprecher Michael Zimmer auf Nachfrage dieser Redaktion. Es werde daher nicht weiter ermittelt.

Vermeintlich Mann mit Pistole gesehen

Ein Zeuge hatte am Samstag gegen 16.40 Uhr per Notruf die Polizei alarmiert. Er wollte gesehen haben, dass sich eine verdächtige und möglicherweise bewaffnete Person in dem Kaufhaus aufhalte. Der Zeuge habe einen Mann beobachtet, unter dessen Hemd er den Griff einer Pistole bemerkt haben will, teilte die Polizei mit.

Unverzüglich machten sich mehrere Streifen der Würzburger Polizei auf den Weg. Unterstützt wurden die Beamten von Kollegen der Bereitschaftspolizei, die zuvor beim Fußballspiel der Würzburger Kickers gegen Uerdingen im Einsatz waren. „Wir sind froh, wenn sich Leute, die eine verdächtige Person beobachten oder jemanden, der vermeintlich eine Waffe bei sich trägt, melden“, sagte Polizeisprecher Zimmer am Tag nach dem Großeinsatz. Und: „Wenn ein Zeuge die Situation glaubhaft schildern kann, müssen wir dem nachgehen.“

Polizei: Einsatzkosten zahlt der Staat

So wie am Samstag. Der Anrufer habe seine Beobachtungen plausibel dargelegt. Sicherheitshalber sperrten die Polizisten daraufhin das Gebäude, das nach und nach durchsucht wurde – letztlich ohne sicherheitsrelevante Feststellungen. Bedroht oder verletzt wurde niemand. Gegen 18 Uhr konnte das Kaufhaus wieder für Kunden geöffnet werden. Die Kosten für den Einsatz trägt nun der Staat, so Zimmer.

Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen erreichen die Beamten nach Zimmers Angaben häufig, meist handele es sich um verlassene Taschen oder Koffer am Bahnhof. Grundsätzlich „gehen wir dann auf Nummer sicher“, so der Polizeisprecher. Eine Streife fährt hin und beurteilt vor Ort, welche Maßnahmen erforderlich sind. „Das hat aber selten solche Auswirkungen wie am Samstag in einem geöffneten Kaufhaus in der Innenstadt.“

Stadtgalerie Schweinfurt im Sommer 2016 zwei Mal geräumt

Zuletzt vor knapp zwei Jahren gab es in Unterfranken vergleichbare Großeinsätze: Gleich zwei Mal musste die Stadtgalerie in Schweinfurt im Sommer 2016 geräumt werden. Zunächst hatte Mitte Juni eine Frau angeblich einen Mann mit Schusswaffe in Richtung des Einkaufszentrums laufen sehen. Das Gebäude wurde vorsorglich gesperrt, ein festgenommener Verdächtiger nach kurzer Zeit aber wieder entlassen. Nur eineinhalb Monate später hatten zwei Zeugen eine mutmaßlich vermummte Person beobachtet, die sich auffällig verhielt. Auch in diesem Fall wurde die Stadtgalerie geräumt und durchsucht, allerdings ohne Ergebnis.

„Wenn jemand eine wirklich verdächtige Person oder einen verdächtigen Gegenstand bemerkt, dann ist es richtig, uns anzurufen“, sagt Zimmer. Wer sich allerdings nur einen Scherz erlauben wolle und mit falschen Angaben einen Einsatz auslöse, der müsse mit Konsequenzen rechnen – und damit, „dass bis zu fünfstellige Kosten auf ihn zukommen“.

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