LEINACH

Närrische Tiefstapelei seit drei Jahrzehnten

Stellvertretend für die zahlreichen geehrten Aktiven jene, die seit mehr als 22 Jahren aktiv sind in der 30-jährigen Geschichte der Faschingsabteilung der Spielvereinigung Leinach. Foto: Herbert Ehehalt

Närrische Ordensverleihungen sind bei der Faschingsabteilung der Spielvereinigung Leinach eher eine Seltenheit. Denn die Statussymbole der fünften Jahreszeit gibt es dort nur zu besonderen Anlässen - so wie am Wochenende beim Jubiläumsabend zum 30-jährigen Bestehen der Abteilung. Noch höher wird der Stellenwert dadurch, dass dem besonderen Anlass entsprechend überhaupt erstmals ein Orden mit Symbolen aus dem Ort professionell gestaltet wurde.

Ein Abend der Erinnerungen

Trotz allen Frohsinns, Schalks und Schabernacks wollen die Leinacher Narren selbst in der fünften Jahreszeit die Kirche im Dorf lassen. So pflegen die Aktiven seit jeher den närrischen Frohsinn als Abteilung der Spielvereinigung. Das spiegelt sich auch wieder in dem zum 30-jährigen Bestehen der Abteilung von Christin Albrecht kreierten Orden. Über die beiden Kirchtürme von Sankt Laurentius und Julius-Echter hinaus sind darauf auch eine Hexe und ein Bär zu erkennen, als Symbole für den Fasching im Leinachtal. Nach den Aufzeichnungen von Sitzungspräsident Marco Herbert hatten in drei Jahrzehnten bei den Veranstaltungen 263 Aktive für Heiterkeit gesorgt und unzählige Helfer hinter der Bühne zum Gelingen beigetragen.

Und dennoch wurden die Ordensträger anlässlich des 30-jährigen Jubiläums zusätzlich exquisit auserwählt, um die Besonderheit der Verleihung zu unterstreichen. Nur wer länger als elf Jahre in aktiver Funktion zu den „Bunten Abenden“ beitrug, durfte sich schließlich zum erlauchten Kreis zählen. Die Tradition der Narretei jedoch verdeutlicht die stolze Zahl von 102 Ordensträgern, die vom „Präsi“ zur Verleihung durch Gesellschaftspräsidentin Simone Herbert auf die Bühne gebeten wurden.

Die Ordensverleihung aber erfolgte nur am Rande des Jubiläumsabends. Im Mittelpunkt standen vielmehr die Erinnerungen an die Anfänge, Geschichte und Geschichten des ausgelassenen Frohsinns. In unnachahmlicher Weise brachte dies Gotthard Väth zum Ausdruck in seiner gereimten Laudatio. Ausnahmsweise außerhalb der Session stieg der „Multi-Narr“ hierzu in die Bütt, um „in dem bei Fastnacht in Franken viel zu kurz kommenden fränkisch eine euphorische Lobrede zu schwingen auf die Narretei im Leinachtal.“

Ein Dutzend Akteure, darunter die „musikalischen Sorgenbrecher“, bestritten vor 30 Jahren die Premiere des „Bunten Abend“. Und trotz der Ausweitung, sowohl personell als auch hinsichtlich des Programms, beließen es die Verantwortlichen voller Bescheidenheit bei der Tiefstapelei als „Bunter Abend“. Vier Veranstaltungen an zwei Wochenenden sind seit jeher ausverkauft. „Zunächst garniert mit Tänzen befreundeter Garden aus den Nachbarorten, schwingen aber seit 1996 von der Purzelgarde bis zur Showtanzgruppe nur Leiner Puppen das Tanzbein auf der Narrenbühne im Sportheim“, berichtete der Laudator.

Kostprobe des Laientheaters

Für die Präsentation der mit eigenen Akteuren hausgemachten Narretei hatte bis 2009 Mitbegründer und Ehrensitzungspräsident Werner Schmitt verantwortlich gezeichnet. Nahtlos ging die Verantwortung über an Stellvertreter Marco Herbert. Neben der Kulturpflege durch den Fasching widmet sich die Abteilung seit der erfolgreichen Premiere im Vorjahr auch dem Laien-Theater. Eine aktuelle Kostprobe gaben zum Jubiläumsabend Eva Heßdörfer, Ines Procter, Thomas Anetzberger und Michael Rott mit dem Einakter „Der taube Michl“. Den vom Bläser-Trio Erich Rothenhöfer, Thomas Anetzberger und Christian Klüpfel bei dessen Premiere musikalisch gestalteten Jubiläumsabend moderierten Ute Kettemann und Silke Weidner.

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