BÜTTHARD

Neubürger herzlich willkommen

Die Werbetrommel rühren: Mit Schildern an den Ortseingängen wirbt die Gemeinde Bütthard um die Gunst junger Familien. Foto: Gerhard Meißner

Der Feuerweg, der vom Büttharder Ortskern durch die Wohnsiedlung in Richtung Süden führt, muss saniert werden. Normalerweise müssten die Anlieger 80 Prozent der Kosten tragen. Doch da will Bürgermeister Edwin Gramlich nicht mitspielen. Auch auf die Gefahr hin, dass er sich dabei mit der Rechtsaufsicht am Landratsamt anlegen muss, wie er in der Bürgerversammlung berichtete.

Die Straße weist Setzungen auf. Normalerweise müsste deshalb der Unterbau erneuert werden. Gramlich hält das für übertrieben. Die Kanäle seien in Ordnung, die Wasserleitung weise kaum Schäden auf. Deshalb reiche es aus, die Setzungen stellenweise zu beheben und die Fahrbahn zu erneuern. Das könnte dann als normaler Straßenunterhalt durchgehen, die Anlieger blieben vor Ausbaubeiträgen verschont.

Schließlich wolle man als Wohngemeinde attraktiv sein, so Gramlich, dann dürfe man die Bürger nicht über Gebühr belasten. Auf Zuschüsse kann die Gemeinde dabei allerdings nicht hoffen. Aber auch das will der Bürgermeister gerne hinnehmen. 80 Prozent der Kosten hätten die Bürger zu zahlen, von den verbleibenden 20 Prozent stünden der Gemeinde knapp die Hälfte als Förderung zu.

Kaum Zinsen

„Darauf ist dann auch gepfiffen“, so Gramlich hemdsärmelig. Zumal die Gemeinde in der jüngsten Vergangenheit ohnehin nicht die besten Erfahrungen mit staatlichen Förderern gemacht hat. 400 000 Euro bewilligte Fördergelder für bereits abgeschlossene Maßnahmen wie den Ausbau der Vilchbander Straße stünden derzeit noch aus und müssten von der Gemeinde zwischenfinanziert werden.

Dass sich die Kommune diese Überbrückung leisten kann, liegt an der soliden Finanzausstattung, die Gramlich anhand des Haushaltsplans für das laufende Jahr erläuterte. Über eine knappe Million Euro Rücklagen verfügt die Gemeinde und über Schulden in Höhe von 300 000 Euro, die dank günstiger Finanzierung nicht einmal 1000 Euro Zinsen pro Jahr ausmachen.

Der Verwaltungshaushalt, also das laufende Geschäft, in dem unter anderem Steuereinnahmen, Personalausgaben, die laufenden Betriebskosten und die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft Giebelstadt verbucht werden, haben ein Volumen von 2,1 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt, hier sind beispielsweise geplante Investitionen und die dafür erwarteten Zuschüsse erfasst, umfasst 1,17 Millionen Euro.

Neben der ersten Tranche für den noch nicht endgültig gesicherten Kindergarten-Neubau von 400 000 Euro macht darin die Breitbanderschließung mit 253 000 den größten Brocken aus. Gefolgt von 100 000 Euro für die Kanalsanierung in Bütthard.

Leerstand ist ein Problem

Den gleichen Betrag will die Gemeinde auch in den nächsten Jahren ins Kanalnetz stecken, um die bei einer groß angelegten Untersuchung entdeckten Schäden Zug um Zug zu beseitigen. Ab 2017 sollen dann die fünf Ortsteile an der Reihe sein.

Finanziert wird das ganze heuer mit einem Überschuss aus dem Verwaltungshaushalt von geplanten 111 000 Euro und einer Kreditaufnahme von 400 000 Euro. Um die laufenden Darlehen zu tilgen, sind 119 000 Euro eingeplant. 84 000 Euro bleiben übrig, um sie der Rücklage zuzuführen.

Was den Markt Bütthard nach den Worten seines Bürgermeisters nach wie vor grämt, sind die leer stehenden Häuser und Gehöfte im Kernort. Gemeinsam mit der kommunalen Allianz „Fränkischer Süden“ sei deshalb ein Leerstands-Kataster erarbeitet worden. Weniger als die Wohnhäuser seien aber die großen Hofanlagen ein Problem, so Gramlich. Für die lasse sich nur schwer ein Käufer finden. „Interessenten sind da“, so Gramlich, „aber die Diskrepanz zwischen dem was die einen haben wollen und die anderen zu zahlen bereit sind, ist oft sehr groß.“

Günstiges Bauland

Um den Einwohnerstand von derzeit rund 1300 in allen sechs Teilorten halten zu können, setzt die Gemeinde deshalb auch auf Baugebiete. „Der Zuzug junger Familien ist für uns existenziell wichtig“, so der Bürgermeister.

Um diesem Wunsch Nachdruck zu verleihen, wurden an den Ortseingängen erst vor kurzem Schilder aufgestellt, die darauf hinweisen, wie günstig sich in Bütthard bauen und wohnen lässt und auf die Prämie von 2000 Euro, die die Gemeinde für jedes Kind, das in die Gemeinde zieht, verspricht.

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