Würzburg

Neue App erleichtert Weg in die Kita

Kinderkrippe, Kindertagesstätte oder Tagesmütter? Viele Eltern sind sich nicht sicher, welche Betreuung die richtige für ihr Kind ist. Helfen soll die Kita-App der Stadt.
Harald Wehnes vom Institut für Informatik der Universität Würzburg und Sozialreferentin Hülya Düber stellen die „Kita-App“ vor. Diese beantwortet in verschiedenen Sprachen die Fragen rund um das Thema Kinderbetreuung. Foto: Patty Varasano

Was ist eine Tagesmutter? Welche Kosten entstehen, wenn ich mein Kind in einer Kita betreuen lasse? Wann muss ich mein Kind anmelden?  Bis eine passende Kindertagesbetreuung gefunden ist, stellen sich den Eltern viele Fragen. In dem Dschungel aus Fristen, Anträgen und Bürokratie den Durchblick zu behalten, ist nicht immer einfach - vor allem für Familien mit Migrationshintergrund.  

Die Stadt Würzburg nimmt daher seit dem Frühjahr 2017 am Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend teil. Ziel ist, Chancengleichheit auf Bildung, Teilhabe und Integration für alle Kinder zu schaffen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, kultureller und ethnischer Zugehörigkeit sowie sozialem Status der Familie. Zunächst müssen hierfür niedrigschwellige Beratungs- und Betreuungsangebote etabliert werden, die den Einstieg für diese Familien erleichtern. Von 2017 bis 2020 werden dafür zudem eine Koordinierungs- und Netzwerkstelle sowie zwei zusätzliche Fachkraftstellen für den Kita-Einstieg geschaffen.

Kita-App soll Integration erleichtern

Eines der im Zuge des Bundesprogramms geschaffenen Angebote ist die neue  Kita-App der Stadt. Sie wurde gemeinsam mit dem Würzburger Professor Harald Wehnes vom Institut für Informatik der Universität Würzburg entwickelt. Einfach strukturiert und übersichtlich aufgebaut beantwortet die App Fragen rund um das Thema Kinderbetreuung.

Erster Einsatz in Würzburger Gemeinschaftsunterkunft

Die Idee sei entstanden, da mit der schriftlichen Kommunikation die Zielgruppe oft nicht erreicht werde, erklärt Monika Kraft, Leiterin der Fachabteilung Kindertagesbetreuung beim Jugend-, Familien- und Sozialreferat der Stadt Würzburg. "Eine geniale Idee", nennt Wehnes das Angebot. "Jeder hat ein Smartphone, da ist es naheliegend, das moderne Mittel zu nutzen."

In verschiedenen Sprachen können sich Eltern beispielsweise über die ersten Schritte in die Kita informieren. Eine Besonderheit der App ist die Vorlesefunktion. "Eltern bekommen Fakten und Informationen in ihre Landessprache übersetzt und die Inhalte mit deutschem Untertitel angezeigt", erklärt Wehnes. Bei ersten Einsätzen der App in einer betreuten Spielgruppe in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft habe sich der Erfolg bereits gezeigt. Die Auskünfte seien für die Eltern verständlich und somit leichter nachvollziehbar gewesen,  so die Erfahrung von Analea Zeisberger von der Koordinierungs- und Netzwerkstelle im Bundesprogramm „Kita-Einstieg“.

Weitergabe der Kita-App auch an andere Städte denkbar

Die App richtet sich jedoch nicht nur an Familien mit Migrationshintergrund. Informationen zu Essensgeldzuschüssen oder Fördergeldern werden ebenso leicht verständlich aufbereitet und bieten auch anderen Familien Hilfe im nicht immer einfach verständlichen Bürokratiedschungel.

Die Kita-Informationen wurden in den sieben Landessprachen von Schülerinnen der Ursulinen-Schule Würzburg gesprochen. Die aktuell enthaltenen Sprachen sind deutsch, englisch, französisch, russisch, arabisch, dari und türkisch. Es gibt derzeit Überlegungen, weitere Sprachen aufzunehmen. Auch gebe es Überlegungen, die App an andere Städte weiterzugeben, so Sozialreferentin Hülya Düber.

Die Kita-App der Stadt kann ab sofort im Google Play Store unter dem Begriff „Kita Würzburg“ kostenlos auf das Handy heruntergeladen werden. Derzeit gibt es die App nur für Android. Eine entsprechende Version für Apple-Geräte soll Anfang Januar verfügbar sein.

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