Würzburg

Neue Maßnahmen für den Radverkehr beschlossen

Weitere Vorgaben aus dem städtischen Radverkehrskonzept werden nun umgesetzt - das hat auch Folgen für Autofahrer und Festivalveranstalter.
Eine Imagekampagne wird künftig für den Radverkehr in Würzburg werben. Archivfoto: Daniel Peter
Eine Imagekampagne wird künftig für den Radverkehr in Würzburg werben. Archivfoto: Daniel Peter

Ein neuer Radweg am Mainufer, der Ausbau des Radwegs am Röntgen- und Haugerring und die Öffnung von drei Einbahnstraßen in Gegenrichtung: Der Umwelt- und Planungsausschuss (UPA) des Stadtrats hat mehrere Maßnahmen für den Radverkehr auf den Weg gebracht.

Am intensivsten diskutiert wurde über den Vorschlag, Radfahrern im Straßenzug Münzstraße, Peterstraße und Jehuda-Amichai-Straße zu erlauben, in beide Richtungen zu fahren. Damit wird - wie bereits in anderen Innenstadt-Einbahnstraßen - nicht nur eine Vorgabe aus dem städtischen Radverkehrskonzept umgesetzt, es erfüllt sich auch ein lang gehegter Wunsch: "Das war bereits in unserem Wahlprogramm 1996 eine zentrale Forderung", sagte Patrick Friedl von den Grünen. Vor allem viele Studierende der FH in der Münzstraße radeln dort schon immer in beide Richtungen.

14 Parkplätze fallen weg

Widerstand kam unter anderem von der CSU: "Damit wird illegales Handeln legalisiert", kritisierte Sabine Wolfinger, die auch wegen des Wegfalls von 14 PKW-Stellplätzen wie fünf andere Ausschussmitglieder gegen die Vorlage stimmte - zehn waren dafür.

Zur Umsetzung sind Markierungsarbeiten mit Angebotsstreifen in den Kreuzungsbereichen Neubaustraße/Peterstraße und Münzstraße/Sanderring erforderlich. Die Jehuda-Amichai-Straße erhält auf der Westseite als Verlängerung in Richtung Stadtmensa einen 1,85 Meter breiten Radstreifen, die zehn Stellplätze auf dieser Seite gibt es künftig nicht mehr. Die Umsetzung soll insgesamt 150.000 Euro kosten.

Radweg-Verlängerung am Talavera-Mainufer beschlossen

Einstimmig beschlossen hat der UPA, einen neuen Zwei-Richtungs-Radweg und Gehweg direkt am Mainufer in Verlängerung der Leonhard-Frank-Promenade anzulegen. Am Viehmarkt-Parkplatz verläuft die Trasse zwischen den Wohnmobil-Stellplätzen und dem Mainufer und dann auf den Mainwiesen weiter am Ufer entlang bis zum Beginn des Radwegs am BePo-Sportgelände. Die Flächen auf der Talavera gehören dem Freistaat Bayern und der Bundeswasserstraßenverwaltung: "Vor der Umsetzung sind noch erhebliche Abstimmungsgespräche notwendig", sagte Baureferent Christian Baumgart.

Die Pläne hatten im Vorfeld für Unruhe bei den Veranstaltern des Umsonst & Draussen und des Africa Festivals gesorgt - beide Festivals haben bisher keine Zäune auf der Uferseite und müssten mit einer Verkleinerung des Geländes leben, um den geplanten Radweg offen halten zu können. Eine Sperrung während Großveranstaltungen auf der Talavera steht aber auch zur Diskussion: "Wir werden unsere Vorschläge mit allen Veranstaltern erörtern", versicherte Baumgart.

Radweg am Röntgen- und Haugerring wird weiter ausgebaut

Nur eine Gegenstimme gab es für den weiteren Ausbau des Radwegs auf der Südseite von Röntgen- und Haugerring von der Klinikstraße bis zum Berliner Ring. Der Radweg ist Bestandteil der Haupt-Radachse 3 (Zellerau - Nürnberger Straße - Rottendorf), der Bereich zwischen Koelliker- und Klinikstraße wurde bereits vor fünf Jahren fahrrad- und fußgängergerecht ausgebaut. Für den weiteren Ausbau entfallen 31 PKW-Stellplätze - für Sabine Wolfinger Grund genug, um als einzige dagegen zu stimmen.

Der UPA hat außerdem beschlossen, ab 2019 jährlich 60.000 Euro für die Öffentlichkeitsarbeit und eine Imagekampagne in Sachen Radverkehr zur Verfügung zu stellen - auch das ein zentraler Punkt im Radverkehrskonzept. Die private Initiative "Freies Lastenrad Würzburg" soll - zunächst als Pilotprojekt in den kommenden drei Jahren - pro Lastenrad und Jahr 700 Euro als Zuschuss zur Wartung und Instandhaltung bekommen. Außerdem erhält der Fahrradverleihanbieter "nextbike" trotz Bedenken wegen der bisher schlechten Auslastung - die gut 70 Leihräder an 16 Stationen im Stadtgebiet hatten im vergangenen Jahr 1.421 Fahrten - auch weiterhin einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 30.000 Euro.

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