WÜRZBURG

Neue Professorin: Für Weiterbildung ist man nie zu alt

Forschungsschwerpunkt lebenslanges Lernen: Regina Egetenmeyer ist neue Professorin für Erwachsenenbildung bzw. Weiterbildung an der Universität. Sie plädiert für das Lernen bis ins hohe Alter. Foto: Privat

Bildung kann nicht mehr nur auf einen bestimmten Lebensabschnitt begrenzt sein. Das sagt die neue Professorin für Erwachsenenbildung bzw. Weiterbildung an der Universität, Regina Egetenmeyer.

Klassische Lebensläufe gebe es heutzutage nur noch selten. Denn: „Die internationale und die regionale Mobilität wachsen. Menschen wechseln ihren Arbeitsplatz und ihren Arbeitgeber mehrfach im Lauf ihrer Karriere.“

„Es verändert sich vor allem die Art und Weise, wie Menschen mit zunehmendem Alter lernen“, antwortet sie in einer Pressemitteilung der Uni auf die Frage, ob Erwachsene anders als Jugendliche lernen. So nehme mit steigendem Alter das Lerntempo ab und die reine Aufnahme neuer Informationen falle schwerer; zum Ausgleich nehme jedoch die Effektivität zu.

In ihren Forschungsschwerpunkten „Lebenslanges Lernen und Erwachsenenbildung im internationalen Vergleich“ beschäftigt sich Egetenmeyer unter anderem mit dem Lernverhalten und -umfang aller Altersklassen.

„Menschen wählen mit zunehmendem Alter aus, was sie lernen möchten und was nicht. Sie knüpfen an ihre Lebenserfahrung und an ihr Vorwissen an“, erläutert die Professorin, die unter anderem in Würzburg Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung sowie Soziologie, Psychologie und Indonesische Philologie studiert hat.

Der Anschluss an Bekanntes und der potenzielle Nutzen des Erlernten seien für Ältere wichtiger als für Jugendliche. Eine Alternative zum lebenslangen Lernen sieht sie allerdings nicht, denn unsere Lebenswirklichkeit ändere sich ständig. Dadurch entstünden neue Anforderungen, allerdings auch neue Möglichkeiten.

Die durch moderne Informationstechnologien beschleunigte Wissensproduktion, steigende Ausgaben von Staat und Wirtschaft in die Forschung oder auch der demographische Wandel sind ihrer Meinung nach Faktoren, die Weiterbildung bis ins hohe Alter erforderlich machen.

Teilnahme an Bildung bedeute letztlich gesellschaftliche Teilhabe, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Wer frühzeitig negative Erfahrungen in Schule oder Ausbildung gemacht habe, sei später kaum noch dazu bereit, am außerinstitutionellen lebenslangen Lernen teilzunehmen.

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