Frauenland

Neue Wohnanlage: Charakter der alten Stadt bleibt erhalten

Im Würzburger Frauenland hat das Bruno-Werk viel Geld investiert, um alte Wohnungen zu sanieren. Wie die Wohnungsgenossenschaft dazu beiträgt, die Mieten stabil zu halten.
Den kirchlichen Segen für die neue Wohnanlage des St. Bruno-Werks sprach Domkapitular Jürgen Lenssen.
Den kirchlichen Segen für die neue Wohnanlage des St. Bruno-Werks sprach Domkapitular Jürgen Lenssen. Foto: Don Ribacker

Nach drei Jahren Arbeit in drei Bauabschnitten steht die Sanierung der Wohnanlage Lange Bögen/Otto-Richter-Straße des St. Bruno-Werks im Frauenland kurz vor dem Abschluss. Grund genug für die Wohnungsgenossenschaft des Bistums, mit ihren Mietern ein kleines Fest zu feiern.

Mehr als elf Millionen Euro investiert

Investiert hat das Bruno-Werk in die Sanierung der neun Häuser mit 84 Wohneinheiten und rund 4500 Quadratmetern Wohnfläche etwas mehr als elf Millionen Euro. Mit der Feier bedankte sich die Genossenschaft bei den Mietern, die drei Jahre lang Lärm und Staub ertragen haben und ihre Wohnungen zwischenzeitlich verlassen mussten. "Durch die großen Eingriffe in die Bausubstanz war es nicht möglich, in den Wohnungen zu verweilen", erläuterte Frank Herrmann, der Geschäftsführende Vorstand der Genossenschaft.

Im Rahmen eines Umzugsmanagements hat das Bruno-Werk Ausweichwohnungen innerhalb der Wohnanlage zur Verfügung gestellt und die Umzugskosten übernommen. Nach der Rückkehr in ihre sanierte Wohnung zahlen die Mieter ein Jahr lang den bisherigen Mietpreis, erst danach wird die Miete erhöht.

Begrünte Tiefgarage mit 38 Stellplätzen

Ausführender Architekt war Frank Zumkeller aus Würzburg, der unter anderem aus einem zwar mit großen Bäumen bewachsenen, aber seit Jahrzehnten nicht mehr genutzten großen Innenhof eine grüne Oase mit einem Spielplatz gemacht hat. Darunter befindet sich jetzt eine Tiefgarage mit 38 Stellplätzen.

"Wir wollten in den Innenhof zunächst ebenfalls ein fünfgeschossiges Gebäude setzen", erzählte Zumkeller. Von dieser Idee war das städtische Baureferat allerdings nicht begeistert: "Deshalb haben wir uns für eine begrünte und mit Bäumen bepflanzte Tiefgarage entschieden, weil der Parkdruck auch hier im Frauenland sehr groß ist".

Neun Gebäude mit Vollwärmeschutz

Rund 90 Altwohnungen in neun Häusern wurden in drei Bauabschnitten saniert, entstanden sind 65 Drei-Zimmer-, zwölf Zwei-Zimmer- und sieben Ein-Zimmer-Wohnungen. Durch den Eingriff in die über sechzig Jahre alte Bausubstanz war laut Zumkeller viel Kreativität gefragt, um nach der Sanierung die Anforderungen an den Brandschutz zu erfüllen: "Das konnten wir mit klugen und pfiffigen Ideen bewerkstelligen, ohne dass man es hinterher sieht."

Alle neun Gebäude haben einen Vollwärmeschutz bekommen, die Treppenhäuser wurden modernisiert und neue, energie-effiziente Heizungsanlagen eingebaut. Alle Wohnungen wurden außerdem mit größeren Badezimmern und neuen Fußböden ausgestattet. Durch dreifach verglaste Kunststofffenster mit Sprossen und Klappläden ist es gelungen, die bisherige Charakteristik der Wohnanlage zu erhalten. Auf der Straßenseite sorgen bodentiefe Fenster und französische Balkone für viel Licht im Wohnbereich.

Genossenschaft hält Mietspiegel stabil

Zumkellers besonderer Dank ging an den Bauherrn, "der immer ein offenes Ohr dafür hatte, wenn wir Architekten relativ behutsam im Stil der Altanlage aus den 1950er Jahre vorgehen wollten". Auch der Putz auf den Fassaden entspricht dem der ursprünglichen Gebäude. "Das Bruno-Werk ist hier beispielhaft vorgegangen und hat ein Stück alte Stadt in ihrem Charakter erhalten", lobte Zumkeller. Trotzdem konnten die im Vorfeld veranschlagten Baukosten eingehalten werden.

Auch Bürgermeister Adolf Bauer, der Aufsichtsratsvorsitzende der St. Bruno-Werk eG, freute sich das Ergebnis der Sanierung: "Die Arbeit der Genossenschaft ist äußerst wichtig, um den Mietspiegel in unserer Stadt einigermaßen stabil zu halten", betonte Bauer. Die Mietpreise bewegen sich in der Wohnanlage zwischen 5,80 Euro und 10,50 Euro pro Quadratmeter.

Den kirchlichen Segen sprach Domkapitular Jürgen Lenssen. Er bedankte sich bei den an Planung und Bau Beteiligten und auch bei allen Menschen, "die für den guten Geist dieses Hauses sorgen."

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