WÜRZBURG

Neuer Bahnhof: Bahn will kleine Lösung sofort angehen

Spätestens in fünf Jahren soll Würzburg einen neuen Bahnhof haben. Nach dem verlorenen Bürgerentscheid will die Bahn nun umgehend neue Pläne vorlegen. Das ist das Ergebnis der Bahnhofskonferenz vom Montag, 12. März, im Würzburger Rathaus.

Neuer Bahnhof: Bahn will kleine Lösung sofort angehen
Fast vier Stunden lang diskutierte Wolf-Dieter Siebert, Vorstandsvorsitzender der DB Station & Service AG, mit Oberbürgermeisterin Pia Beckmann, lokalen Bundes- und Landtagsabgeordneten, sowie weiteren Vertretern von Stadt und Bahn.

Mit dem Ergebnis zeigten sich die Beteiligten zufrieden. Wichtigste Botschaft: Es soll keine Zeit mehr verloren werden. Nach dem Aus für das ursprüngliche Projekt (mit Einkaufszentrum) durch den Bürgerentscheid will die Bahn nun ohne weitere Verzögerung den Umbau der Verkehrsstation, den neuen Tunnel samt Durchstich Richtung Grombühl und die Modernisierung der Empfangshalle planen. Siebert: "Die Taube auf dem Dach haben wir nicht bekommen. Jetzt nehmen wir den Spatz in die Hand." Eine entsprechende Planungsvereinbarung will die Bahn in den nächsten Wochen dem Stadtrat vorlegen. Dieser soll dann bis September einen Masterplan erstellen lassen, der die künftigen Nutzungen rund um den Bahnhof skizziert. Bis spätestens 2011/2012 sollen Verkehrsstation und Halle ertüchtigt sein.

Erst in einem zweiten Schritt will die Bahn dann die Entwicklung an der östlichen und westlichen Seite der Bahnhofshalle angehen. Während die Stadt im Osten weiter den neuen zentralen Busbahnhof ansiedeln will, soll im Westen Richtung Posthochhaus neuer Einzelhandel entstehen. Man habe, so Beckmann gestern vor der Presse, quer durch die Fraktionen einen Konsens für 8000 Quadratmeter Verkaufsfläche gefunden. Ob die mfi AG als Grundstücksnachbar der natürliche Partner dafür sei, wollte Siebert nicht kommentieren. Über neue Perspektiven habe man noch nicht gesprochen. Er hoffe aber, dass mfi nach dem Arcaden-Aus keine Blockadehaltung betreibe, sondern man eine "gute Nachbarschaft" finde.

"Das wird uns einige Anstrengung kosten."
OB Pia Beckmann zum Thema Erneuerung des Bahnhofsumfelds

Der Vorstandschef machte erneut deutlich, dass "wir nur Geld in eine neue Halle stecken können, das wir zurückverdienen können." Das sind für die Bahn gut drei Millionen Euro bei kalkulierten Gesamtkosten von rund acht Millionen. Für die restlichen fünf Millionen muss die Stadt geradestehen. Was sie laut Beckmann auch tun will, aber nicht ohne Gegenleistung. Das könnten Grundstücke sein, die man von der Bahn für den neuen Busbahnhof erhält. Die Millionen der Stadt könnten sich reduzieren, wenn man den Freistaat für eine Förderung gewinnt. Die Landtagsabgeordneten wollen sich nach eigenem Bekunden dafür einsetzen.

In jedem Fall kommen auf die Stadt nach Ausfall von Investor mfi erhebliche Kosten für die Erneuerung des Bahnhofsumfeldes zu - mit neuem Busbahnhof, Renaturierung des Ringparks, Entwicklung auf der Nordseite, neuem Bahnhofsvorplatz, verbesserten Verkehrsverhältnissen. Macht laut Beckmann 22 Millionen Euro an städtischen Eigenmitteln, "das wird uns einige Anstrengung kosten."

Auch die SPD sprach gestern von einem Erfolg der Bahnhofskonferenz, auf die Bundestagsabgeordneter Walter Kolbow gedrängt hatte. Vor allem der Tunneldurchstich nach Norden sei nun endgültig gesichert.

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