BERGTHEIM

Neuer Kreisverkehr bei Bergtheim soll B 19 beruhigen

Die Einfahrt von der B 19 (links) in die Bergtheimer Ortsstraße „Am Sommerrain“ soll auch nach dem Bau eines Kreisverkehrs zur Erschließung des neuen Baugebiets offen bleiben. Bei ersten Planungen war man davon ausgegangen, dass die Einfahrt aus Gründen der Verkehrssicherheit geschlossen werden muss. Foto: Irene Konrad

Große Projekte hat die Gemeinde Bergtheim in Angriff genommen. Zu ihnen zählt neben der Sanierung der Mehrzweckhalle und dem Ausbau der B 19 auch das Baugebiet „Sommerrain II“ am nördlichen Dorfrand.

Für die künftigen 73 Privat-Bauplätze sowie die Fläche für einen neuen Kindergarten und eine Senioreneinrichtung hat der Gemeinderat wichtige Beschlüsse gefasst. 21 Träger öffentlicher Belange und die Bevölkerung waren bei der ersten Auslegung zur Stellungnahme angeschrieben worden. Architekt Dieter Roppel und Stadtplanerin Angelina Röser vom Büro Auktor Ingenieur GmbH in Würzburg informierten die Gemeinderäte vom Ergebnis.

Es war eine lange Sitzung, denn jede einzelne Stellungnahme zur 16. Änderung des Flächennutzungsplanes und zum Bebauungsplan Sommerrain II wurde im Ratsgremium diskutiert und darüber abgestimmt. Die beiden Planer halfen bei der Abwägung und legten dem Gremium Beschlussvorschläge vor.

Beispielsweise ging es um die Bezeichnung der Zweckbestimmung des 0,9 Hektar großen Sondergebiets für die Seniorenresidenz und den Kindergarten, den Schallschutz, öffentliche Parkplätze, Tiefbaupläne, Gasrohre oder die nötige Durchfahrbreite für die Müllabfuhr.

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege mahnte, Bodeneingriffe auf das Mindestmaß zu beschränken und mögliche Funde aus frühgeschichtlichem Zeitalter anzuzeigen. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hatte ein Auge auf die 7,5 Hektar Fläche, die der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen wird. Es lobte aber den Pufferstreifen zwischen den Feldern und der künftigen Wohnbebauung.

Eindringlich wies die Kreisgruppe Würzburg des Bundes Naturschutz auf den Wert des Bodens und bedrohter Tiere wie den Feldhamster oder die Feldlerche hin. Die Gemeinde argumentierte, dass Hamster umgesiedelt werden, das Baugebiet durchweg Grünstreifen enthält und in der Natur rings um Bergtheim alle ortüblichen Vogelarten zu finden sind.

Die meisten Stellungnahmen waren zur vorgesehenen Schließung der Einfahrt von der B 19 zur Straße „Am Sommerrain“ eingegangen. Sowohl die Kreisgruppe im Bayerischen Bauernverband als auch zwölf Landwirte im Dorf hatten vehement gebeten, dass die Einfahrt offen bleibt. Nur auf dieser Straße können die Landwirte mit ihren Maschinen auf direktem Weg zu ihren Feldern hinter der Eisenbahnlinie fahren.

„Das Straßenbauamt hat nach Abwägung aller Belange eine Ausnahmegenehmigung erteilt.“
Michael Fuchs Straßenbauamt

Über die Schließung der Einfahrt hatte Bürgermeister Konrad Schlier schon mit dem Straßenbauamt verhandelt. Sie hängt mit dem neuen Kreisverkehr zusammen, der auf der B 19 etwa 70 Meter nördlich der Einfahrt zur Straße „Am Sommerrain“ zur Erschließung des Baugebiets und künftigen Gewerbegebiets Richtung Opferbaum angelegt wird.

„Bei den ersten Planungen war nach dem Kreisverkehr noch keine Geschwindigkeitsbegrenzung da“, erklärt Michael Fuchs vom Straßenbauamt. Weil der Wunsch nach Erhalt der Einfahrt so groß war, habe das Amt „nach Abwägung aller Belange eine Ausnahmegenehmigung erteilt“. Nun soll zwischen dem Kreisverkehr und dem Ortsschild ein Tempolimit eingerichtet werden.

Bürgermeister Schlier setzt große Hoffnungen auf den Kreisel am Ortsrand und ist damit auch mit den Aktivisten der Bürgerinitiative zur Verkehrsberuhigung auf der B 19 konform. Der Kreisel kurz vor Bergtheim soll Autofahrer abbremsen und dient als eine der Maßnahmen, die den Schwerlastverkehr auf der parallel verlaufenden A 7 halten soll.

Mit seinen 45 Metern Außenradius hat der Kreisverkehr laut Fuchs „das übliche Maß außerhalb eines Ortes“. Der Staat beteiligt sich in dem Fall übrigens nicht an den Baukosten, obwohl die B 19 in der Baulast des Bundes liegt. Es sei kein Umbau einer bestehenden Kreuzung. Der Kreisverkehr werde allein wegen der Ausweisung des Baugebiets gemacht. Die Gemeinde trägt die Baukosten von gut 400.000 Euro und wird die Erschließungskosten bei der Umlage des Baugebiets mit einbeziehen.

„Kreisverkehre haben sich grundsätzlich als sichere, leistungsfähige Lösungen bewährt“, stimmt Fuchs den Bergtheimern zu. „Lösungen baulicher Natur“ seien im Straßenverkehr immer besser als angeordnete Geschwindigkeitsbegrenzungen, die oft nicht eingehalten würden.

Mit ihren Beschlussfassungen zum neuen Baugebiet gehen die Bergtheimer forsch voran. Steffen Guth-Protain arbeitet gerade an einer neuen Planskizze mit den beschlossenen Änderungen. „Sie wird den Gemeinderäten voraussichtlich in der Sitzung vom 16. Februar vorgestellt“, ist der Bauamtsleiter zuversichtlich.

Für die Änderung des Flächennutzungsplans und Bebauungsplans Sommerrain II steht dann die erneute Durchführung und Beteiligung der Behörden, der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit auf der Agenda der Gemeinde Bergtheim.

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