Theilheim

Neuer Kulturweg: Wandern zwischen Theilheim und Eibelstadt

Wer Wandern mit Kultur verbinden will, kann das im südlichen Maindreieck tun. Ein neuer europäischer Kulturwanderweg informiert über spannende Heimatgeschichte. 
Vor der Lindelbacher Kirche haben sich (vorne von rechts) die Bürgermeister Hubert Henig (Theilheim), Michael Sedelmayer (Randersacker) und Markus Schenk (Eibelstadt) mit Mitgliedern des Arbeitskreises versammelt.  Foto: Antje Roscoe

Verheißungsvoll klingt der Name des 114. Europäischen Kulturwanderwegs "Vom Charme der zweiten Reihe". Er verbindet Theilheim, Lindelbach (Ortsteil von Randersacker) und Eibelstadt miteinander. Am Sonntag, 20. Oktober, wird der zwölf Kilometer lange Rundwanderweg offiziell eröffnet. Federführend bei der Planung war Gerrit Himmelsbach, Projektleiter Landschaftsmanagement Europäischer Kulturwege an der Würzburger Universität.

Der Untertitel "Lützelgrund – Lindelbach – Lügensteine" steht auf den Schildern, die ab dem Ausgangspunkt am Theilheimer Sportheim in blauer und gelber EU-Farbe den Weg weisen. Er führt von der Höhe des Gäulandes in das Maintal und zurück und ist mit sechs Informationstafeln versehen.

Zu entdecken gibt es versteckte kulturelle Kostbarkeiten. "Hier kommt man ohne Balthasars Badewanne aus", sagt Otmar Schlereth mit Blick auf die Brunnengestaltung in Randersacker, die ihren auffälligen Charme in der ersten Reihe versprüht. Schlereth ist Vorsitzender des Heimatvereins Eibelstadt und Mitwirkender im Arbeitskreis. Konkretes Beispiel: Die Lützelquelle, wo sich vor 600 Jahren eine Siedlung befunden hatte.

In Eibelstadt geht es an der Stadtmauer entlang - eine kleine Pforte soll einst den Lindelbachern als Durchschlupf auf den Weg zur Kirche gedient haben, bevor sie eine eigene bekamen. Auch die Gärten im Lützelgrund sind ganz besondere Orte der Kulturgeschichte. Hier entstanden im 20. Jahrhundert Holzschnitte des fränkischen Meisters Albert Banska.

Industriedenkmal im Lindelbacher Steinbruch

Für seine Industriegeschichte ist der Lindelbacher Steinbruch berühmt: Hier steht der Derrick-Kran von 1936, ein Industriedenkmal. Aber auch Fanny, die Wirtin der dortigen Schänke, ist eine Berühmtheit, nach ihr ist die Wetterschutzhütte benannt. Auf dem Weiterweg informieren Tafeln über alte Sagen und fast vergessene Persönlichkeiten, wie Kilian Wallrapp, der das Raiffeisen’sche Genossenschaftswesen nach Bayern brachte, als er den Theilheimer Darlehens-Cassen-Verein gründete.

Weiter geht es entlang von Streuobstwiesen, Wald und Weinbergen. Überraschender Pluspunkt beim Erkunden des neuen Weges: Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Gasthäuser gibt es in Eibelstadt und Lindelbach.

Kulturwege im südlichen Maindreieck

Die interkommunale Allianz südliches Maindreieck, in dem der sich die Kommunen der Region zusammen geschlossen haben, will ein "Kulturwege"-Netz initiieren, welches die unterschiedlichen Besonderheiten und Schätze der Region hervorhebt. Fertig sind bereits Kulturwanderwege in Gnodstadt, Segnitz-Sulzfeld und Winterhausen-Sommerhausen-Goßmannsdorf. 

Die kleine gotische Pforte in der Stadtmauer beim Kees-Turm in Eibelstadt soll im 15. Jahrhundert ein Schlupfloch für die Kirchgänger aus Lindelbach gewesen sein.  Foto: Antje Roscoe

Eröffnet wird der Kulturwanderweg "Vom Charme der zweiten Reihe" am Sonntag, 20. Oktober um 9.30 Uhr in Theilheim am Sportheim, Triebweg 3. Rückkehr ist am späten Nachmittag geplant. Es gibt an einigen Stellen interessante Erläuterungen und an drei Stationen ist für das
leibliche Wohl etwas vorbereitet.

Gerrit Himmelsbach übernimmt nach der offiziellen Eröffnung mit Landrat Eberhard Nuß die Moderation. Richtung Eibelstadt geht es zuerst. Dort wird die Gruppe um 11.30 Uhr am Marktplatz erwartet. Zur Stärkung gibt es einen Siebenlister-Eintopf. Die Bürgermeister begrüßen die Wanderer in ihren Orten.

Auf dem Rückweg ist im Lindelbacher Steinbruch eine weitere Rast vorgesehen, gegen 14.45 Uhr. Zum Ausklang ab 16.30 Uhr trifft man sich wiederum im Sportheim des SV Theilheim. Die Wanderung findet bei jedem Wetter statt.

Die Madonna ziert das Seitenportal der St. Johannes-Kirche in Theilheim. Foto: Antje Roscoe

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