Lindelbach

Neuer Kulturweg im Landkreis Würzburg: Heimat kennen lernen

Die Eröffnung des Europäischen Kultuwegs zwischen Theilheim, Lindelbach und Eibelstadt wurde zur Wallfahrt zu kulturellen Besonderheiten. Was macht den Weg besonders?
Mehr als 200 Wanderfreunde waren am Sonntag beim Anwandern auf dem Kulturweg 'Vom Charme der zweiten Reihe' dabei. Hier ging es von Lindelbach auf der Hauptstraße in Richtung Steinbruch.
Mehr als 200 Wanderfreunde waren am Sonntag beim Anwandern auf dem Kulturweg "Vom Charme der zweiten Reihe" dabei. Hier ging es von Lindelbach auf der Hauptstraße in Richtung Steinbruch. Foto: Antje Roscoe

Gut 200 Wandersleute haben dem 114. Europäischen Kulturweg "Vom Charme der zweiten Reihe" zur Eröffnung den ersten großen Erfolg beschert. Für Landrat Eberhard Nuß ein Zeichen, "dass wir genau ins Schwarze getroffen und Ihre Wertschätzung haben" für das Netz an Kulturwanderwegen, hier zwischen Theilheim, Eibelstadt und Lindelbach.

Tatsächlich kam die Eröffnung des Kulturweges mit Startpunkt in Theilheim am Sportplatz einem Fest gleich. Es war eine Wallfahrt zu kulturellen Besonderheiten, die ortskundige Insider in einem Arbeitskreis gefunden und aufbereitet haben.

Einige Kostproben: Theilheim hatte einst eines "Stadt"mauer, deren Steine heute in Scheunen und Häusern verbau. Der Namensgeber für den Derrick-Kran im Lindelbacher Steinbruch war ein englischer Henker, der per Kran Mehrere Dlinquenten gleichzeitig gehängt hat. In Eibelstädter Wohnzimmern gibt es Stuckdecken aus dem 18. Jahrhundert von außerordentlicher Qualität und Ornamentik. Sie stammen von Stuckateuren, die, während sie in der Würzburger Residenz arbeiteten, in Eibelstadt einquartiert waren.

Auf dem  Kulturweg "Vom Charme der zweiten Reihe" werden bekannte Persönlichkeiten und Besonderheiten vorgestellt: Unter anderem Kantinen-Wirtin Fanni, Bankgründer Kilian Wallrapp, Holzschnitt-Künstler Albert Banska, Kalendermacher Sambach, Eibelstädter Juden, Lügensteine und eine verschwundene Siedlung. Bei der Eröffnung gab es die Einblicke von den örtlichen Heimatgeschichtlern persönlich, dazu viele tolle musikalische Akzente und mit Genuss verspeiste Verpflegung wie die Lügensteinsuppe, für die Otmar Schlereth als Siebenlister verantwortlich zeichnete.

Siebenlister Otmar Schlereth teilt Lügensteinsuppe vom für die Wanderer aus.
Siebenlister Otmar Schlereth teilt Lügensteinsuppe vom für die Wanderer aus. Foto: Antje Roscoe

"Vom Charme der zweiten Reihe" ist der 12. Kulturweg, der im Landkreis Würzburg geschaffen wurde. Konzept und Initiative gehen auf das Unterfränkische Institut für Kulturlandschaftsforschung an der Universität Würzburg, namentlich Gerrit Himmelsbach zurück sowie auf die Allianz Maindreieck und ihren Manager Bastian Lange, welche koordinierend wirkten.

"Was mich begeistert ist, dass in jedem Ort Schätze sind"
Gästeführerin Andrea Trumpfheller

16 000 Euro investierten die an einem Kulturpfad beteiligten Kommunen für gewöhnlich paritätisch und erhalten dafür zur fachlichen Begleitung im Paket die Grundausstattung mit sechs Informationstafeln und das Werbematerial inklusive 6000 Flyern, so Himmelsbach. Zudem werden die Europäischen Kulturwege vom Bezirk Unterfranken gefördert.

Die Vernetzung soll Folgen haben. Zum einen wird es im Frühjahr zum gerade eröffneten südlichen Rundweg mit dem Untertitel ""Lützelquelle, Lindelbach und Lügensteine" eine zweite, nördliche Route geben, zum anderen, so Lange, helfen die stärker entwickelten Gemeinden hier jenen mit mehr Entwicklungsbedarf. Es seien viele andere Projekte denkbar. Gästeführerin Andrea Trumpfheller beispielsweise sagt beim Anwandern: "Was mich begeistert ist, dass in jedem Ort Schätze sind". Wir machen zu wenig miteinander, findet sie und hofft, dass es die Leute nutzen. Sie jedenfalls nehme die Kulturwege mit in ihre geführten Touren für Touristen und Einheimische auf.

Die Eibelstadter Kreuzkapelle stellte Georg Hures den Wanderern vor.
Die Eibelstadter Kreuzkapelle stellte Georg Hures den Wanderern vor. Foto: Antje Roscoe

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