WÜRZBURG

Neuer Würzburger Stadtrat: CSU verliert Sitz, SPD gewinnt dazu

Spannende Auszählung: Im Ratssaal schauen (von rechts) Sozialreferent Robert Scheller, Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake und andere dem Stadtsprecher Christian Weiß über die Schulter.
Spannende Auszählung: Im Ratssaal schauen (von rechts) Sozialreferent Robert Scheller, Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake und andere dem Stadtsprecher Christian Weiß über die Schulter. Foto: THOMAS OBERMEIER

Fast alles beim alten, aber eben nur fast – im neu gewählten Stadtrat. Nach einem Auszählungsmarathon und Zitterpartien für manchen Kandidaten stand am Montagabend um 23.27 Uhr fest: Die CSU ist trotz Verlusten mit 17 Sitzen statt bislang 18 wieder stärkste Fraktion. Und trotz der beiden Wahlbündnisse von CSU-WL-FDP und SPD-Grüne könnten die „Kleinen“ bei Entscheidungen auch künftig Zünglein an der Waage sein. Alle zehn angetretenen Listen schafften den Sprung ins Rathaus. 15 Neulinge sitzen im 50-köpfigen Gremium.

Jeweils einen Sitz verloren CSU, Würzburger Liste (WL) (mit jetzt drei Stadträten), FDP (jetzt 2) und Bürgerforum (1). Das macht 22 Sitze für den CSU-WL-FDP-Block, dem 19 von SPD und Grünen gegenüberstehen. Erfolg für die Sozialdemokraten: Sie haben mit zehn künftig einen Stadtrat mehr, die Grünen nach wie vor deren neun.

Die übrigen zehn Sitze gehen an die „Kleinen“ – mit mancher Überraschung. So muss Bürgerforum-Chefin Charlotte Schloßareck nach einem bescheidenen OB-Wahlergebnis eine weitere Schlappe einstecken: Mit nur einem statt bislang zwei Sitzen ist sie künftig Einzelkämpferin. Durch den Mandatsverlust ist Stadtrat Thomas Schrenk künftig draußen.

Dagegen erreichte die „Zukunft für Würzburg“ (ZfW)-Gruppierung mit Spitzen- und OB-Kandidat Wolfgang Baumann auf Anhieb zwei Sitze. Ein Erfolg für die Neulinge, wenngleich Baumann Fraktionsstärke, also drei Mandate, erwartet hatte.

Gelungenes Comeback für die ÖDP: Die ökologischen Demokraten sind nach dem Mandatsverlust durch den Fraktionswechsel von Uwe Dolata zur FWG künftig wieder im Rathaus vertreten, und das gleich mit zwei Sitzen.

Eine Stimme statt bislang zwei hat Die Linke. Angesichts der parteiinternen Querelen überrascht das die Beobachter, die der zerstritten Truppe sogar das Aus im Stadtrat vorausgesagt hatten. Die FWG hatte keinen OB-Kandidaten als Zugpferd, aber eine prominente Kandidatenliste, was sich auszahlte. Die Truppe um Josef Hofmann gewann einen Sitz dazu und hat jetzt drei Stadträte. Dennoch ist Hofmann enttäuscht: „Ich hätte lieber vier gehabt.“

Und wie schaut's bei den Kandidaten aus? Bei der CSU ist Erich Felgenhauer wieder ein Top-Stimmenmagnet: Von Listenplatz 20 wurde er auf Rang zwei gewählt, noch vor Spitzenkandidatin Christine Bötsch, die als künftige Fraktionschefin gehandelt wird. Der jetzige Fraktionsvorsitzende Thomas Schmitt wurde dagegen vom Wähler „abgewatscht“: Auf Platz drei gestartet, belegt er nur Rang zehn. Willi Dürrnagel preschte von 14 auf vier. Die meisten Stimmen erzielte Bürgermeister Adolf Bauer. Beste der vier Neulinge (allesamt Frauen): Judith Jörg auf 13.

Shooting-Star der SPD ist Homaira Mansury, eine der vier Neulinge, die nun fast die halbe Fraktion ausmachen. Nur Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake hat mehr Stimmen. Sabine Steinisch ist das neue Gesicht der Grünen-Fraktion, die ansonsten die alte ist. Prominentes Opfer bei der FWG ist die langjährige Stadträtin Regine Samtleben, die überraschend den Einzug verpasste. Dagagen kann Andy Puhl künftig nicht nur im Radio, sondern auch im Stadtrat seine Stimme erheben.

Bei der WL ist Alt-OB Jürgen Weber wieder der Stimmenkönig. Neu im Fraktionstrio: Ex-CSU-Stadträtin Micaela Potrawa, während Ex-CSU-Streiter Karl Adam scheiterte. Gescheitert ist bei der FDP der Spitzenkandidat Berthold Haustein.

 

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