Würzburg

Nullzinsen und Konjunktursorgen: Wie die Sparda-Bank reagiert

Banken stellen sich in Zeiten von Nullzinsen und Konjunktursorgen neu auf. Die Sparda-Bank will mit Digitalisierung und Kundenkontakt punkten.
Die neue Filiale der zu Nürnberg zugehörigen Würzburger Sparda-Bank am Barbarossaplatz.
Die neue Filiale der zu Nürnberg zugehörigen Würzburger Sparda-Bank am Barbarossaplatz. Foto: Jörg Rieger

Nullzinsen, Corona, Konjunktursorgen: Die Zeiten sind unsicher. Das lässt Schließfächer bei Banken boomen. Während sie bei vielen Kreditinstituten längst ausverkauft sind, hat die Würzburger Sparda-Bank noch Luft. "Durch den Umzug konnten wir die Zahl der Schließfächer auf 600 vergrößern", erklärt Vertriebsleiter Ruthard Sämann anlässlich des diesjährigen Pressegesprächs.

Neue Filiale am Barbarossaplatz

Das sei nur einer der Vorteile der neuen Filiale am Barbarossaplatz. "Wir haben nun auch samstags bis 18 Uhr und zweimal in der Woche sogar bis 20 Uhr geöffnet." Die Räumlichkeiten sind hell und einladend. Sämann: "Der Kontakt von Mensch zu Mensch soll im Vordergrund stehen. Daher sind die technischen Gerätschaften weiter hinten installiert." Dass es auch kritische Kundenstimmen gibt, ficht der Banker nicht an. "Veränderungen brauchen ihre Zeit, bis sie von allen akzeptiert werden. Doch wir können es leider nicht jedem Kunden recht machen."

Vor gut einem Jahr ist die Sparda-Bank vom Haugerring in die Fußgängerzone gezogen. Es gibt keinen Vorraum, so dass man außerhalb der Öffnungszeiten die Filiale nicht mehr betreten kann. "Dafür haben wir im Freien zwei Bankautomaten, was sich in Deutschland erst noch etablieren muss", bekräftigte Sparda-Vorstandsmitglied Markus Lehnemann, der über ein nicht einfaches, aber solides Geschäftsjahr berichtete. "Wir befinden uns in Würzburg trotz des starken Wettbewerbs weiter auf Wachstumskurs."

Engagement in der Region

So hätten sich im letzten Jahr 1982 neue Kunden aus Würzburg und Umgebung für ein Girokonto bei der Bank entschieden. Dass die Zahl der Mitglieder insgesamt leicht rückläufig gewesen war, sei einer Bereinigung geschuldet, erläuterte Lehnemann: "Wir haben solche Konten bepreist, die nicht für Gehalts- und andere Eingänge genutzt werden. Dabei kommt es uns nicht auf die Höhe der Eingänge an. Wir sehen uns als eine sozial ausgerichtete Bank."

Das merke man auch daran, dass "wir unser Engagement in der Region trotz der schwierigen Rahmenbedingungen unangetastet lassen", so das Vorstandsmitglied. In Würzburg tritt die Genossenschaftsbank etwa als Gönner des Hafensommers und dem Umsonst & Draußen-Festival auf, unterstützt aber auch Schulen.

Neuer Anstrich: Vorstandsmitglied Markus Lehnemann (links) und der regionale Vertriebsleiter Ruthard Sämann vor dem Empfang in der vor rund einem Jahr eröffneten Sparda-Filiale am Barbarossaplatz.
Neuer Anstrich: Vorstandsmitglied Markus Lehnemann (links) und der regionale Vertriebsleiter Ruthard Sämann vor dem Empfang in der vor rund einem Jahr eröffneten Sparda-Filiale am Barbarossaplatz. Foto: Jörg Rieger

Das Kerngeschäft kann sich ebenfalls sehen lassen. So stiegen die Kundeneinlagen in Würzburg um 4,3 Prozent auf 453,5 Millionen Euro. Das Kreditgeschäft hat sogar noch stärker zugelegt – um 11,4 Prozent auf 383,8 Millionen Euro. Das ist zum einen dem Bau- und Modernisierungsboom geschuldet. Zum anderen finanziert die Sparda-Bank eine zunehmende Zahl an Wohnungsbaugenossenschaften. "Häufig ist das kommunal getrieben", sagte Lehnemann: "Perspektivisch können wir uns auch gut vorstellen, bei solchen Projekten als Bauherr aufzutreten."

Vergrößertes Kreditvolumen

Das Geschäft mit Bausparverträgen ist aufgrund der Niedrigzinsen zurückgegangen. Lehnemann zufolge werde derzeit darüber diskutiert, die Genossenschaftsanteile mit 1,5 Prozent zu verzinsen und die Höchstsumme zu steigern. "Das wäre attraktiv für unsere Mitglieder und erhöht die Eigenkapitalbasis." Das ist notwendig, weil die Bank ihr Kreditvolumen vergrößert hat.

Darauf, dass man mit immer mehr Digital-Neubanken in Konkurrenz steht, hat das Kreditinstitut innovativ reagiert. So brachten deutschlandweit sieben Sparda-Institute Anfang dieses Jahres eine neue Banking-Plattform namens TEO an den Start. "Unsere Kunden können darin auch ihre Konten und Kreditkarten anderer Banken integrieren und dadurch alle Geschäfte mit einer App abwickeln", erklärte Lehnemann. Angeboten würden zudem individuell zugeschnittene Rabattgutscheine und redaktionelle Inhalte zu Themen rund um Fitness, Gesundheit oder Reisen.

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