Würzburg

Nutzungskonzept für Moz-Areal nimmt Hürde im Hauptausschuss

Obwohl das Konzept für die ehemalige Mozartschule eine Mehrheit fand, gab es im Gremium auch heftigen Gegenwind. Vor allem eine Befürchtung spielte eine Rolle. 
Nach der Beschlussfassung im Hauptausschuss wird sich am Donnerstag der Stadtrat mit dem Konzept für das Mozart-Areal befassen. Foto: Daniel Peter

Es könnte spannend werden bei der Entscheidung des Stadtrats in der kommenden Woche über das von der Verwaltung vorgelegte Sanierungs- und Nutzungskonzept für den Hufeisentrakt der ehemaligen Mozartschule: Die Pläne wurden im Hauptausschuss am Donnerstag kontrovers diskutiert und relativ knapp angenommen - sechs Ausschussmitglieder stimmten dagegen.

Wie berichtet, soll nach der Sanierung die komplette Sing- und Musikschule in den linken Flügel des Hufeisens einziehenund die Hochschule für Musik zusätzliche Seminar- und Proberäume im rechten Flügel erhalten. Den Mittelteil mit Foyer, Aula und ehemaligem Kinosaal will die Stadt für Veranstaltungen nutzen und außerdem dem Mozartfest-Büro angemessene Räume zur Verfügung stellen. Die Gesamtkosten für Umbau und Sanierung bei Erhalt des äußeren Erscheinungsbildes des denkmalgeschützten Gebäudes aus den 1950er Jahren werden derzeit auf 12,1 Millionen Euro geschätzt.

Mietvertrag sorgt im Ausschuss für Diskussionen

Bei der Finanzierung helfen sollen Mittel aus dem Städtebauförderungsprogramm, Einnahmen fließen nach der Sanierung in erster Linie durch die Vermietung der Räume an die Hochschule für Musik. Bei den Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern "konnten wir uns mit Qualität und Preis durchsetzen", hatte Oberbürgermeister Christian Schuchardt im Vorfeld der Sitzung betont. Das sehen Teile des Stadtrats offenbar anders. Der Hauptausschuss diskutierte vor dem öffentlichen Teil über eine Stunde hinter verschlossenen Türen - dabei dürfte es auch um den Inhalt des Mietvertrags mit der Hochschule für Musik gegangen sein.

"Es gibt Befürchtungen im Stadtrat, dass man dem Freistaat Bayern zu sehr nachgegeben hat. Es wäre sicher hilfreich, wenn uns der Freistaat unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten entgegen kommen könnte", sagte Wolfgang Baumann (ZfW) später im öffentlichen Teil. Baumann selbst ist ein Befürworter des dreiteiligen Nutzungskonzepts: "Es ist ein Zugewinn für die Musikhochschule und für die Stadt und bringt eine Verbesserung der unsäglichen Verhältnisse der Sing- und Musikschule."

Auch die Grünen und die CSU stimmten geschlossen zu: "Das ist das, was man dort wirtschaftlich ermöglichen kann", betonte die CSU-Fraktionsvorsitzende Christine Bötsch. In den weiteren Planungsschritten könne man "bei den öffentlichen Nutzungen dann vielleicht noch weitere Zugeständnisse machen. Allen Wünschen kann man aber nicht gerecht werden", so Bötsch weiter.

SPD lehnt Konzept geschlossen ab

Gegenwind kam von Seiten der SPD, die das geplante Konzept geschlossen ablehnt: "Vor allem deshalb, weil wir keine wirkliche öffentliche Nutzung durch ein Schulgebäude sehen", erläuterte der Fraktionsvorsitzende Alexander Kolbow. Jürgen Weber (Würzburger Liste) lehnt die Erneuerung der alten Bausubstanz wegen der zu hohen Investitionskosten ab. "Ein Neubau wäre günstiger als das, was wir jetzt machen. Wir werden am Ende nicht unter 15 Millionen Euro, möglicherweise über 20 Millionen Euro herauskommen", befürchtet der Alt-Oberbürgermeister. Auch Joachim Spatz (FDP) und Josef Hofmann (FWG) ist die Sanierung zu teuer - auch wegen "nicht kalkulierbarer Teile der Gegenfinanzierung", wie Spatz betonte.

Jetzt ist der Stadtrat am kommenden Donnerstag am Zug. Sollte das Nutzungskonzept auf den Weg gebracht werden, kann die europaweite Ausschreibung der Detailplanung beginnen. Am 22. Oktober ist eine Bürgerinformation der Stadt zusammen mit Sing- und Musikschule, Hochschule für Musik und VR-Bank zur Moz-Sanierung geplant.

Rückblick

  1. Nutzungskonzept für das Moz-Hufeisen ist beschlossene Sache
  2. Bürgerinitiative begrüßt neues Nutzungskonzept für das Moz
  3. Nutzungskonzept für Moz-Areal nimmt Hürde im Hauptausschuss
  4. OB: Sanierung der Mozart-Schule auf der Zielgeraden
  5. Reitberger-Stiftung: Moz öffentlich nutzen
  6. Kritik an Moz-Plänen
  7. Standpunkt: Die Chance ist da   
  8. Stadt will mit Mozartschule voran kommen
  9. VR-Bank soll bei Mozartschule einsteigen
  10. VR-Bank will Teile der Mozartschule erwerben
  11. Die Gesichter der Nacht
  12. Katharina Strein ist neue Geschäftsführerin des Mozartfests
  13. Olga Scheps und Chopins Träumerei
  14. Der Stadtrat hat einen Plan fürs Moz
  15. Musik soll in die Mozartschule
  16. Standpunkt: Vom Müllhaufen der Moz-Geschichte
  17. Warum Politik manchmal schwierig ist: Beispiel Mozartschule
  18. Ex-Mozartschule: Zoff zwischen SPD und Oberbürgermeister
  19. Moz ohne Central-Kino: Die Aula ist ungenutzt
  20. Kommt jetzt ein Bürgerbegehren zum Faulhaber-Platz?
  21. Neue Idee: Ein Sozialrathaus in die Mozartschule
  22. Mozartschule wieder mal im Stadtrat
  23. Junge Würzburger wollen Moz-Zukunft gestalten
  24. So geht es nach dem Ja zur Mozartschule weiter
  25. Tag der Entscheidung: Die Bürger bestimmen die Zukunft der Mozartschule
  26. Ratsbegehren und Bürgerbegehren: Das sind die Ziele
  27. Bürgerentscheid am Sonntag: Der große Schritt zur Moz-Lösung?
  28. Ein Zettel, drei Fragen: Alle Infos zum Bürgerentscheid
  29. Hintergrund: Die Mozartschule stand schon oft vor dem Abriss
  30. Standpunkt: Warum das Moz nervt und der Bürgerentscheid trotzdem wichtig ist
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