Würzburg

Ökologisch bewirtschaftete Flächen

Moderater Beikrautbesatz im Öko-Getreidefeld kann sich günstig auf die Kultur auswirken und bietet Nahrung für Insekten, Vögel und andere Wildtiere. Foto: Daniel Delang

Der westliche Landkreis Würzburg bietet günstige Bedingungen für den Öko-Landbau. Für den dortigen Gemeindeverbund „Waldsassengau“ bot es sich daher 2014 an, sich als eine von damals zwölf bayerischen Öko-Modellregionen zu bewerben. Die dreizehn beteiligten Kommunen zwischen Würzburg und Marktheidenfeld sind seit jeher landwirtschaftlich geprägt und setzen auf den Öko-Landbau als eine zukunftsweisende Entwicklungschance für die ansässigen Landwirtschaftsfamilien, heißt es in einer Pressemitteilung.

Neben dem Erhalt und der Schaffung von Arbeitsplätzen, bleibt landwirtschaftliches Know-How und Infrastruktur erhalten. Hof-Läden und andere Formen der Direktvermarktung tragen zur örtlichen Nahversorgung und letztlich zu einer regionalen „Ernährungssouveränität“ bei.

Nachfrage ungebrochen 

„Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln hält seit Jahren ungebrochen an. Wir wollen diesen Wachstumsmarkt vor allem über die regionale Wertschöpfung sinnvoll nutzen.“ erläutert Projektmanager Jochen Diener das Hauptanliegen der Öko-Modellregion.

Laut offizieller Zahlen des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Würzburg, zeige der bisherige Einsatz der Öko-Modellregion bereits deutliche Auswirkungen. Lag zu Projektbeginn der Öko-Anteil an der Fläche bei circa 14 Prozent, hat sich dieser in den vergangenen vier Jahren auf 28 Prozent im Jahr 2018 verdoppelt.

Ein Erfolg auch für den Schutz von Grundwasser und Böden sowie zur Förderung der Artenvielfalt. Diese positiven Effekte des Öko-Landbaus belege eine Meta-Studie des Thünen-Instituts aus dem Jahr 2019, in der 528 Veröffentlichungen und Einzelstudien ausgewertet wurden. Grund ist vor allem der Verzicht auf chemisch-synthetische Wirkstoffe, zudem vermindere die ökologische Bewirtschaftungsweise die Stickstoffausträge im Mittel um 28 Prozent.

Projektlaufzeit verlängert

Dies seien ausreichend Gründe für die Würzburger Trinkwasserversorgung, den Öko-Landbau in ihren Einzugsgebieten gezielt zu fördern. Denn Stoffe, die nicht ins Grundwasser gelangen, müssen dem Trinkwasser später nicht mit hohem finanziellen und technischen Aufwand entzogen werden. „Alle profitieren von dieser Entwicklung,“ ist Allianzsprecher Hans Fiederling überzeugt und verspricht, die Projektlaufzeit um drei Jahre zu verlängern.

Es sollen weitere Anreize geschaffen werden, damit auch die Lebensmittel-Verarbeiter der Region die Chancen des Bio-Marktes ergreifen. Positive Beispiele von Bio-Bäckern, Ölmühlen oder Brauereien gebe es zahlreiche in Bayern und einige seien bereits im Landkreis Würzburg erfolgreich tätig.

Nicht zuletzt müssen die Verbraucher von den Vorzügen bio-regionaler Lebensmittel überzeugt werden, damit sich die regionale Wertschöpfungs-Kette vom Feld zum Teller schließt. "Mit unseren Veranstaltungen rund um den Öko-Landbau schaffen wir einen Austausch zwischen Verbrauchern und Landwirten und somit ein Verständnis für die Herausforderungen in der Landwirtschaft.“ hofft Projektmanager Diener und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren.

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