Ochsenfurt

Ochsenfurt: Vorsprung für Peter Juks

Den ersten Wahlgang um den Chefsessel im Rathaus entschied der Amtsinhaber klar für sich. Wie will Rosa Behon vor der Stichwahl den Rückstand aufholen?
UWG-Vorsitzender Steffen Krämer (links) zählte zu den ersten, die Bürgermeister Peter Juks und seiner Frau Renate zum Ergebnis beim ersten Akt der Bürgermeisterwahl gratulierten.
UWG-Vorsitzender Steffen Krämer (links) zählte zu den ersten, die Bürgermeister Peter Juks und seiner Frau Renate zum Ergebnis beim ersten Akt der Bürgermeisterwahl gratulierten. Foto: Evelyn Krämer

Rosa Behon sitzt mit ihrer Familie im Bistro Öchsle, als um kurz vor 20 Uhr das Ergebnis feststeht. 35,31 Prozent der Wählerstimmen hat die CSU-Kandidatin errungen - ein Ergebnis, mit dem sie in etwa gerechnet hatte. Dass Peter Juks bei der Wahl von seinem Amtsbonus profitieren würde, sei ihr klar gewesen, sagt sie am Telefon. Aus dem geplanten, wesentlich größeren Treffen mit Freunden und Mitstreitern aus der Fraktion am Sonntagabend ist nichts geworden - Corona hat vielen Veranstaltungen am Wahlabend die Luft heraus gelassen.

In den kommenden zwei Wochen bis zur Stichwahl will sie nun versuchen, die Unentschlossenen zu mobilisieren und von sich zu überzeugen. Sie stellt sich auch die Frage, ob das Thema "Frau" bei der Entscheidung einiger Wähler eine Rolle gespielt haben könnte. "Vereinzelt habe ich das gehört", sagt sie. Dass die Wahlbeteiligung bei nur rund 62 Prozent lag, macht der CSU-Kandidatin Sorgen. Sie hatte damit gerechnet, dass um die 70 Prozent der Wähler zur Urne gehen würden.

Auch nachdem das Ochsenfurter Ergebnis feststeht, ist der Wahlabend für Rosa Behon noch nicht zu Ende. Ihre Enkel müssen zwar so langsam ins Bett, verrät sie, sie selbst aber möchte noch etwas sitzen bleiben im Gasthaus und dort an einem Bildschirm verfolgen, was sich in anderen Gemeinden so tut.

"Kein gutes Ergebnis"

Etwa zur selben Zeit ist Joachim Eck schon im Auto unterwegs. Der SPD-Kandidat hat ab 19.15 Uhr die Auszählung live im Ochsenfurter Rathaus verfolgt, nur die letzten Stimmbezirke hat er nicht mehr mitbekommen. Aber da zeichnete sich schon ab, dass sein Ergebnis nicht zufriedenstellend ausfallen würde. 16,81 Prozent - das findet Eck "nicht überragend". Er habe im Vergleich zur letzten Kommunalwahl rund zehn Prozent verloren. "Das ist kein gutes Ergebnis", sagt er. Er habe es offenbar nicht geschafft, die Inhalte, die ihm wichtig sind, so zu transportieren, dass mehr Wähler für ihn stimmten.

"Aber ich gratuliere Peter Juks, der durch dieses Ergebnis im Amt bestätigt wird, und auch Rosa Behon", sagt der faire Verlierer der Bürgermeisterwahl. Wie es nun weitergehen soll und ob seine Fraktion eine Empfehlung für die Stichwahl geben werde, das könne er derzeit noch nicht sagen, so Eck. "Dazu ist es heute noch zu früh." All das will er nun gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und seinem Team besprechen.

152 Stimmen fehlten

Unweit der CSU hat sich die UWG im Hotel "Bären" um ihren Bürgermeister Peter Juks versammelt. Das Häufchen ist kleiner als ursprünglich geplant. Als Juks nach den ersten Schnellmeldungen klar in Front liegt, macht sich Erleichterung breit. Zwischendurch sieht es sogar so aus, als könnte der Amtsinhaber im ersten Anlauf die 50-Prozent-Hürde überspringen. Am Ende verfehlt er sie um 152 Stimmen.

Trotzdem ist Peter Juks mit den 47,88 Prozent sehr zufrieden. Es sind knapp vier Prozent mehr als bei der ersten Wahl vor sechs Jahren. "Das Ergebnis spiegelt die Arbeit der letzten Jahr wieder", sagt Juks, "ich glaube die Leute honorieren, dass wir viel bewegt haben." Wir - damit meine er den übrigen Stadtrat und die Verwaltung.

Im Wahlkampf habe er sich darauf konzentriert, seine eigenen Vorstellungen und Ideen zu präsentieren und sich ausdrücklich verbeten, die Programme seiner Mitbewerber zu bewerten. Das soll auch in den zwei Wochen bis zur Stichwahl so bleiben. "Die Leute sollen mich wählen, weil sie mich wollen", sagt Juks.

Die nächsten Tage will Peter Juks nutzen, um die Ergebnisse aus den einzelnen Stadtteilen näher zu analysieren, um gezielt dort nachzuarbeiten, wo ihm im ersten Wahlgang das Vertrauen verwehrt wurde. "Ich bin guter Dinge, dass ich die Leute überzeugen kann", meint er.

68 Prozent Briefwähler

Mit 62,4 Prozent lag die Wahlbeteiligung 2,4 Punkte unter dem Wert von 2014. Mit dem Corona-Virus und dem milden Frühlingswetter hat der Rückgang vermutlich wenig zu tun, weil 68 Prozent der Wähler ihre Entscheidung schon vorab per Briefwahl getroffen haben. Vor sechs Jahren lag der Briefwähleranteil noch bei 48 Prozent.

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