Ochsenfurt

Ochsenfurter Grund- und Mittelschule feierlich eingeweiht

Seit gut drei Jahren sind die Räumlichkeiten nun schon in Betrieb. Da wurde es langsam Zeit, das Gebäude jetzt auch offiziell einzuweihen.
Die Grund- und Mittelschule in Ochsenfurt wurde feierlich eingeweiht. Foto: Claudia Schuhmann

Nüchtern gesehen kommt die Einweihungsfeier der Ochsenfurter Grund- und Mittelschule gute drei Jahre zu spät, denn die Generalsanierung des Gebäudekomplexes war bereits im Herbst 2016 annähernd abgeschlossen  - abgesehen vom Würfelgebäude. Da aber die Fertigstellung des in finanzieller Hinsicht bislang größten Einzelprojekts der Stadt Ochsenfurt doch nicht sang- und klanglos im Alltagsgeschehen untergehen sollte, war nun eine Einladung an viele am Projekt Beteiligte und Gäste ergangen, die am 24. Januar die Einweihung im Mehrzweckraum der Sporthalle feierten.

Eine Einladung war unter anderem Architekt Klaus Reich in seinem Weimarer Büro auf den Schreibtisch geflattert. "Die hatten wir gar nicht mehr erwartet", sagt Reich, noch immer mild erstaunt. In seiner Ansprache erinnert er an den jahrelangen Planungsprozess, in dem "wir, gemeinsam mit Claus Buchner, die einzige Konstante waren". In der Tat. Drei Bürgermeister hatten sich über Jahre hinweg mit der Idee der Schulsanierung befasst, und alle waren sie zur Feier gekommen: Peter Wesselowsky, Rainer Friedrich und Peter Juks.

Symbolische Schlüsselübergabe: (v.l.) Schulleiter Claus Buchner (Mittelschule), Schulleiterin Ute Blum, Grundschule), Bürgermeister Peter Juks, Jörg Baum und Klaus Reich (Junk & Reich Architekten BDA) Foto: Claudia Schuhmann

Reich erinnert sich an abendfüllende Sitzungen, in denen immer neue Gedanken erörtert und Kompromisse gefunden werden mussten, ausgehend von sich stetig verändernden Voraussetzungen. Von der Annahme einer schrumpfenden Bevölkerungs- und damit auch Schülerzahl ging es schließlich wieder in die entgegengesetzte Richtung mit einem viel höheren Platzbedarf vor dem Hintergrund der inzwischen stark nachgefragten Ganztagsbetreuung.

Die Eltern fordern Ganztagsbetreuung ein

Diese Notwendigkeit betont auch Schulrat Erwin Pfeuffer vom Staatlichen Schulamt in Würzburg. "Die Schulentwicklung geht weiter", sagt er. Die Eltern forderten heutzutage die Ganztagesbetreuung ein. "Dieser Bedarf muss bedient werden", so Pfeuffer. Er führe aber dazu, dass mittlerweile fast die doppelte Anzahl an Räumen nötig sei wie früher. Pfeuffer erinnert sich außerdem noch gut an das Jahr 2006, als er zum ersten Mal nach Ochsenfurt kam, wo einige Fachlehrer ihrer Arbeit in "Katakomben" mit künstlichem Licht nachgehen mussten. Er dankt Claus Buchner, seines Zeichens Rektor der Mittelschule, für dessen nachdrückliche Hinweise auf diese Zustände. Der Schulleiter habe dem Wunsch nach einer Sanierung Nachdruck verliehen.

"Wenn's um Bildung geht, sagt der Kreistag: Landrat, mach!"
Landrat Eberhard Nuß (CSU)

Noch deutlich weiter zurück reichen die Erinnerungen des Ochsenfurter Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib (SPD), der im alten Gebäude von 1970 bis 1974 höchstselbst die Schulbank drückte. Mehr noch: Seine Eltern, beide Lehrkräfte, hätten sich sogar in der Ochsenfurter Schule kennen gelernt, verrät Halbleib. Der Abgeordnete hat sich ganz allgemein Gedanken zum Thema Bildung gemacht und meint, dass gute Bildung viel mehr ausmache als reines Schulwissen. Natürlich hänge das nicht allein vom Zustand der Räumlichkeiten ab. Dennoch lasse sich der Stellenwert, der dem Thema eingeräumt werde, daran ablesen, wie viel in Bildung investiert werde. In Ochsenfurt, sagt Halbleib, sei dieser Stellenwert hoch.

Hell und modern präsentiert sich das Schulgebäude. Foto: Claudia Schuhmann

Um genau zu sein, wurden insgesamt 19,5 Millionen Euro in die Generalsanierung gesteckt. Das sagt Bürgermeister Peter Juks nicht ohne Freude. Denn geplant gewesen seien Baukosten von 19,9 Millionen Euro. Damit sticht das Großprojekt wohltuend aus der Masse der Baumaßnahmen hervor, die den Kostenrahmen üblicherweise eher sprengen, als ihn zu unterschreiten. Zehn Millionen Euro habe die Stadt an Fördergeldern vom Freistaat Bayern erhalten, sagt Juks. Jetzt fehle bis zum endgültigen Abschluss nur noch eine Maßnahme, nämlich die Pausenhofbeschattung. Die sei für 2020 aber bereits im Haushalt angesetzt.

Bildungsangebote sind wichtige Standortfaktoren

Nicht nur erstaunt, sondern regelrecht erschrocken ist Landrat Eberhard Nuß (CSU) nach eigenen Worten über die Einladung zu Einweihungsfeier. Aber nur, weil für ihn die Zeit so schnell vergangen sei. Ihm sei, als wäre der Spatenstich erst gestern gewesen. "Mein Grußwort von damals ist noch heute gültig", so Nuß. Gute Bildungsangebote zählten zu den wichtigsten Standortfaktoren, gerade im ländlichen Raum, sagt er, und erinnert an die Investitionen des Landkreises in die Sanierung der Ochsenfurter Realschule und Berufschule. Obwohl Investitionen in die Bildung stets ein finanzieller Kraftakt seien, gebe er dafür gerne Geld aus und genieße dabei die volle Unterstützung des Kreistags. "Wenn's um Bildung geht, sagt der Kreistag: Landrat, mach!"

Dass an den Schulen auch die schönen Künste nicht vernachlässigt werden, beweisen die beiden Chöre der Grund- und der Mittelschule, die zwischen den Ansprachen die Gäste mit gekonnten Darbietungen unterhalten und dafür den wohlverdienten Applaus entgegennehmen dürfen. Den göttlichen Segen für die Schule zu erbitten, ist die Aufgabe der Vertreter von katholischer und evangelischer Kirche. 

Auch die Sporthalle wurde grundlegend saniert. Foto: Claudia Schuhmann

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