Gramschatz

Ohne örtlichen Wehren geht es nicht

Sieben neue Aktive im Feuerwehrdienst. Links außen Kommandant Dirk Wiesner und zweiter Kommandant Armin Pfanzer. Rechts Bürgermeister Burkard Losert und Jugendwart Karl Frötschner. Foto: Christian Ammon

Stell Dir vor es brennt – und keiner kommt, um zu helfen. Dies wäre vor wenigen Wochen beinahe bei einem Garagenbrand in Gramschatz geschehen: Bis die von der Leitstelle alarmierten Wehren mit Atemschutzträgern aus den umliegenden Orten eintrafen, dauerte es. Zunächst war früh um neun Uhr nur ein Feuerwehrmann aus Gramschatz zur Stelle, der mit dem Tragkraftspritzenfahrzeug zur Brandstelle fuhr und sofort damit begann, die Wasserversorgung aufzubauen. Zwei weitere Feuerwehrleute aus Nachbarorten kamen zufällig vorbei. Schließlich schaffte es noch ein weiterer Helfer aus Gramschatz. Zu viert halfen sie so gut sie konnten, Schlimmeres zu verhindern.

Bei der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Gramschatz war der Einsatz denn auch nochmals ein Thema. "Tagsüber haben wir zum Teil große Schwierigkeiten, ausreichend Einsatzkräfte zu bekommen", stellte Dirk Wiesner fest. Morgens seien natürlich viele bei der Arbeit, erzählte der Kommandant, der selber von seiner Arbeitsstelle aus mit Warnlicht zu dem Einsatz gefahren sei.

Kurz davor hatte es im Ort einen ebenfalls nicht harmlosen Kaminbrand gegeben. Darum sollen nun noch mehr Feuerwehrleute mit einer Alarmierungsapp fürs Telefon ausgerüstet werden. "Keine Angst, wir werden nicht zur Berufsfeuerwehr, wer nicht kann, der kann nicht", begegnete er Bedenken der Freiwilligen.

Die Gramschatzer Wehr kann derzeit auf insgesamt 141 Personen, davon 41 aktive Einsatzkräfte zurückgreifen. Für den kleinen Ortsteil eigentlich keine schlechte Bilanz. Der Kommandant sieht jedoch noch ungenutztes Potential bei einer Altersgruppe, den 45- bis 65-Jährigen. Viele von ihnen seien zudem ausgebildete Feuerwehrleute. "Es steckt einfach in den Köpfen, dass man nach 25 Jahren genug getan hat und nun jüngere ran sollen", erzählt er. Auch kritisiert er die im Freistaat geltende Regelung, dass der aktive Feuerwehrdienst mit 65 Jahren endet. Er habe jedoch keine Bedenken, fitte Ältere im Ernstfall als Einsatzkraft heranzuziehen: "Im Notfall wiegt die Hilfe am Nächsten höher", sagte er.

Auch konnte die Feuerwehr bei der Versammlung dieses Jahr wieder motivierte junge Feuerwehrleute als Aktive aufnehmen: gleich sieben zusätzliche Helfer konnte die Wehr in den Aktivendienst aufnehmen. Allesamt haben sie die Leistungsprüfung bestanden.

Einer, der genau weiß, was die Jugend kann, ist Jugendwart Karl Frötschner. Die meisten der jungen Männer und Frauen hat er seit ihrem zwölften Lebensjahr ausgebildet. Alle zwei Wochen treffen sie sich, üben oder unternehmen etwas. "Entscheidend ist, der Jugend Verantwortung zu übergeben und sie bei Einsätzen zu fordern", erklärt er, wie es ihm gelungen sei, das Interesse der Jugendlichen am Dienst für ihren Ort zu erhalten. Mit dem erst 2014 errichteten neuen Feuerwehrhaus, einem Tanklöschfahrzeug und Mannschaftstransporter sei die Wehr gut ausgerüstet.

Überlegungen, einige der insgesamt 113 Wehren im Landkreis zusammenzulegen, seien keine Lösung, findet Bürgermeister Burkard Losert. Gerade am Beispiel des Gramschatzer Einsatzes zeige sich, wie wichtig kleine Wehren vor Ort sind, die über die notwendigen Ortskenntnisse verfügen. "Die Einsatzzeiten können hier durch auswärtige Einsatzkräfte nicht gehalten werden", stellte er fest: "Wir sind auf unsere örtliche Wehren angewiesen."

Ähnlich sieht dies Markus Felder, Kreisbrandmeister im Bereich Nord/Ost: Bei der exponierten Randlage des Rimparer Ortsteils sei eine "schlagfertige Feuerwehr zwingend notwendig". Jeder Mann und jede Frau sei wichtig. Die Jugendlichen, die von der Jugend zu den Aktiven wechseln, bezeichnet er gar als "echte Goldstücke", .

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