Sanderau

P&R-Parkhaus: 3000 wollen dort lieber Minigolf spielen

Auf einem Teil der Grünfläche gegenüber der s.Oliver Arena will die Stadt ein Park&Ride-Parkhaus bauen. Eine Bürgerinitiative hat Unterschriften dagegen gesammelt.
3000 Unterschriften zum Erhalt des Minigolfplatzes in der Sanderau haben Minigolfplatz-Betreiber Matthias Nickerl (Mitte) und sein Mitarbeiter Michael Grötzner (rechts) an Oberbürgermeister Christian Schuchardt im Ratsaal übergeben.
3000 Unterschriften zum Erhalt des Minigolfplatzes in der Sanderau haben Minigolfplatz-Betreiber Matthias Nickerl (Mitte) und sein Mitarbeiter Michael Grötzner (rechts) an Oberbürgermeister Christian Schuchardt im Ratsaal übergeben. Foto: Silvia Gralla

Rund 3000 Unterschriften haben am Mittwochnachmittag Matthias Nickerl, Chef und Betreiber des Minigolfplatzes in der Stettiner Straße gegenüber der s.Oliver-Arena, und seine Mitstreiter im Rathaus an Oberbürgermeister Christian Schuchardt übergeben. Nickerl, sein Angestellter Michael Grötzner, sowie die Stadträte Willi Dürrnagel (WL), Silke Trost (Grüne) und Eckard Beck (SPD) wollen damit ein von der Stadt geplantes und vom Stadtrat bereits beschlossenes Park&Ride-Parkhaus auf dem Areal des Minigolfplatzes verhindern.

Nickerl hatte dafür im vergangenen Jahr eine Bürgerinitiative namens "Biss" (Bürgerinitiative Stettiner Straße) gegründet. Er ist der Hauptbetroffene der Parkhaus-Pläne, denn auf der jetzigen Fläche seines Minigolfplatzes soll Würzburgs erstes Park & Ride-Parkhaus gebaut werden. Nickerl hat die Fläche von der Stadt gepachtet, sein Vertrag ist jährlich kündbar. "Wir glauben, dass es in der gegenwärtigen Klimakrise fahrlässig wäre, Grünflächen zu verkleinern. Ja, die Stadt braucht eine Verkehrswende, aber nicht auf Kosten der Sanderau", heißt es auf der Webseite der Bürgerinitiative.

"Wir glauben, dass es in der gegenwärtigen Klimakrise fahrlässig wäre, Grünflächen zu verkleinern."
BISS - Bürgerinitiative Stettiner Straße

 70 Prozent der Unterzeichner gegen den Bau des Parkhauses und für den Erhalt des Minigolfplatzes und der angrenzenden Grünanlage seien Würzburger, der Rest Landkreisbürger, erläuterte Nickerl bei der Übergabe. "Es sind viele Nutzer der Anlage, aber auch sehr viele Bürger aus der Sanderau, die hier unterschrieben haben", so der Minigolfplatzbetreiber zum Oberbürgermeister. Es habe keine zwei Monate gedauert, diese Unterschriften zu sammeln. 

Ein konkretes Angbot seitens der Stadt für einen neuen Standort liege noch nicht vor, so Grötzner. "Auch über eine eventuelle Beteiligung der Stadt an den Umzugskosten wurde noch nicht gesprochen", sagte er auf Anfrage. Eine Kündigung für das Gelände gebe es aber auch noch nicht.

Auch die Haltestelle Königsberger Straße soll umgebaut werden

Wie berichtet, hatte der Stadtrat im Mai vorigen Jahres beschlossen, auf einem Teil der gegenüber der s.Oliver Arena gelegenen Grünfläche ein Parkhaus zu bauen, in dem künftig Platz für rund 500 Autos sein soll. Für den Bau sollen 2700 der insgesamt 15 000 Quadratmeter der Grünfläche überbaut werden – dies aber ziemlich genau auf dem Standort des Minigolfplatzes. 

Der Bau des Parkhauses auf einem Gelände in der Feggrube auf dem Parkplatz der Halle der Turngemeinde Würzburg war im Stadtrat abgelehnt worden. Dieser Standort sei zu weit von der Straßenbahnhaltestelle in der Königsberger Straße entfernt, um die Bürger zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen hieß es unter anderem. Auch den Umbau dieser Haltestelle hat der Stadtrat bereits beschlossen, sie soll künftig mit zwei Bahnsteigen in den Bereich der Königsberger Straße direkt vor der Halle wandern, um den Umstieg von der Straßenbahn in die Landkreisbusse zu erleichtern.

SPD bringt alternativen Standort an der Mergentheimer Straße ins Spiel

Die Heidingsfelder SPD-Räte Eckard Beck und Udo Feldinger hatten im Februar im Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss des Stadtrates beantragt zu prüfen, ob sich ein Parkhaus auf der anderen Mainseite auf einem Grundstück an der Einmündung des Wiesenwegs in die Mergentheimer Straße verwirklichen lasse. Dieses hat in etwa dieselbe Flächengröße, wie das benötigte Grundstück in der Stettiner Straße. Allerdings plant der Grundstückseigentümer, dort ein Geschäftshaus zu errichten. Nachdem der Ausschuss dem Antrag einstimmig zugestimmt hat, wird die Verwaltung nun Gespräche mit dem Eigentümer führen.

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