WÜRZBURG

Perspektiven für Flüchtlinge?

Eine gute Erfahrung war für Dennis Kolbe, Adel Mohammad und Andreas Meixner die gemeinsame Schicht im Rettungsdienst. Foto: Malteser/C. Gold

„Es war eine völlig andere Welt.“ Adel Mohammad ist nach der Schicht als so genannter „Dritter Mann“ im Rettungsdienst der Malteser immer noch beeindruckt. In seiner Heimatstadt Kobane in Syrien arbeitete der 30-jährige laut einer Pressemitteilung der Malteser in einem Gesundheitszentrum – hauptsächlich in der Verwaltung. Aber als der Krieg immer näher kommt und das Hospital samt Ambulanz völlig ausgelastet ist, „rückt er auch aus“ – mit Sanitätstasche und auf dem eigenen Motorrad, ausgebildet mit einem Grund- und einem Aufbaukurs in Erste Hilfe. Und rettet Leben, oft allein, manchmal im Team mit anderen, ohne Apparate, ohne andere Hilfsmittel als die eigenen Hände und was eine Sanitätstasche an Material so hergibt.

Bei den Maltesern lernt der anerkannte Asylbewerber, der seit fünf Monaten in Würzburg lebt, den deutschen Rettungsdienst kennen. Mit den beiden erfahrenen Rettungsassistenten Dennis Kolbe und An-dreas Meixner fährt er bei der Maßnahme „Perspektiven für Flüchtlinge“ der Bundesagentur für Arbeit eine Frühschicht mit, zur „Kompetenzfeststellung im Echtbetrieb“ wie es heißt.

„Es hat viel Spaß gemacht, ihn dabei zu haben“, erzählt Kolbe. Adel habe viel gefragt, sie hätten viel erklärt, auf Englisch, aber auch sie hätten von ihm und seiner Geschichte gelernt, ergänzt Meixner. „Die Ausstattung ist viel besser, als ich sie kenne, und die Abläufe ganz anders, viel mehr Teamarbeit“, staunt der Syrer. Die größte Herausforderung sei aber die Sprache gewesen. „Wenn man mit Menschen zu tun hat, muss man mit ihnen sprechen können“, ist das Resümee aller Beteiligten. Daher wird Adel Mohammad erst einmal seine Deutschkenntnisse verbessern.

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