Höchberg

Plätzchen backen mit Amanda: Lieblingsrezepte der Nilpferddame

In der Weihnachtsbäckerei bei Sebastian Reich sind die Rollen klar verteilt: Der Bauchredner bäckt, Nilpferd Amanda isst. Ob das gut geht? Ein Interview am Backofen.
Lecker!!! Nilpferddame Amanda kann es kaum erwarten, bis die Heidesand-Marzipan-Plätzchen fertig sind. Foto: Thomas Obermeier

Es riecht nach Marzipan. Auf der Arbeitsplatte stehen kleine Schälchen mit Hagelzucker, Mandeln und verquirltem Ei. Dahinter ein leuchtender Weihnachtsstern und Amanda als Tonfigur. Ein Fangeschenk, sagt Sebastian Reich. Genau wie die Nilpferdtasse, der handgetöpferte Teller, der Magnet am Dunstabzug über dem Herd. "Amanda gehört dazu. Immer und überall. Wenn ich einkaufen gehe, fragen die Leute im Supermarkt, wie geht es ihr denn? Beim Bäcker wird etwas für sie in die Tüte gesteckt. Die Menschen mögen das einfach."

Seit 17 Jahren ist Sebastian Reich als Bauchredner mit der frechen Nilpferddame Amanda unterwegs. Auf Tour in Süddeutschland, im Fernsehen, bei Fastnacht in Franken. "Obwohl ich eigentlich immer Koch werden wollte", sagt der Höchberger und spült sich den Plätzchenteig von den Fingern. Tatsächlich hat Reich die Ausbildung zum Bäcker und Konditor abgeschlossen, statt am Backofen steht er seitdem aber auf der Bühne. Gebacken wird nur noch privat, allein in seiner kleinen Küche oder traditionell vor Weihnachten mit seiner Mutter. Und mit Amanda. Ein Interview in der Reich'schen Weihnachtsbäckerei – mit Nilpferd.

"Sie liebt Plätzchen", sagt Sebastian Reich über seine Nilpferddame Amanda.  Foto: Thomas Obermeier
Frage: Amanda, magst du Weihnachten?

Amanda: Ich liebe Weihnachten! Da gibt es Plätzchen und tolle Lebkuchen und leckeres Essen. Es ist ein gutes Fest für Nilpferddamen.

Ist Weihnachten denn besser als Fastnacht?

Sebastian Reich: Weihnachten ist bei uns auch irgendwie immer ein bisschen Fastnacht. Denn wir bereiten schon jetzt die Fastnacht in Franken vor.

Bei Fastnacht in Franken hast du, Amanda, ja gerne mit dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten und heutigen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU) geflirtet. Und Weihnachten ist doch das Fest der Liebe …

Amanda: Ich bin nach wie vor Single.

Reich: Aber das Fest der Liebe genießt du trotzdem.

Amanda: Ja klar, ich hoffe ja auch, dass mir das Jahr 2020 endlich die große Liebe beschert. Und außerdem liebe ich meine süßen Plätzchen.

Bäckst du die selbst?

Amanda: Nein, das überlasse ich Sebastian. Der hat das ja gelernt. Ich esse sie nur – und genieße sie.

Reich: So wie alle Freunde und Verwandten auch, die von uns Plätzchen geschenkt bekommen.

Amanda: Ja, das was übrig bleibt.

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Hast du keine Angst um deine schlanke Nilpferdlinie?

Amanda: Nein. Ich lasse es mir jetzt im Dezember noch schmecken, so dass ich ab Januar wieder einen guten Vorsatz habe.

Kann Sebastian denn gut backen?

Amanda: Er macht das ganz ordentlich. Das ist wenigstens etwas, wozu ich ihn gebrauchen kann.

Wer ist der Chef bei euch in der Küche?

Amanda: Das ist das einzige Feld, das ich ihm überlasse.

Und wer räumt am Ende auf?

Amanda: Sebastian darf auch spülen und aufräumen. Ich esse nur.

Die Rollen sind klar verteilt: Sebastian Reich bäckt, Amanda isst. Foto: Thomas Obermeier
Wenn er so geschickt am Backofen ist, warum arbeitet er nicht mehr als Bäcker und Konditor?

Amanda: Na weil er mit mir unterwegs und auf Tour ist.

Vermissen Sie das Handwerk, Herr Reich?

Reich: Nein, dazu liebe ich das Bauchreden, das auf der Bühne stehen, zu sehr. Aber ich habe beide Berufe, Bäcker und Konditor, gelernt und bin auf beide stolz. Und ich backe ja privat noch gerne und viel.

Amanda: Das ist sehr gut so, Luxus für eine Nilpferddame. So habe ich einen eigenen Konditor an meiner Seite, der regelmäßig für mich backt.

Vor Weihnachten ist Plätzchenbacken in der Familie Reich also Tradition?

Reich: Ja, wir haben von Kindheit an immer gebacken. Meine Mutter ist Hobbyköchin und backt sehr gerne. Schon als Kind war ich mit dabei und so entstand wohl meine Leidenschaft fürs Backen und Kochen. Damals war meine Mutter der Chef und ich habe mir vieles abgeschaut, heute ist es manchmal umgekehrt. Und auch wenn es vor Weihnachten oft stressig wird, halte ich mir immer drei, vier Tage im Kalender frei, an denen wir zusammen Plätzchen backen. Dieses Jahr sind es insgesamt 16 Sorten geworden.

Plätzchen backen hat in der Familie Reich Tradition. In diesem Jahr sind 16 Sorten entstanden. Foto: Thomas Obermeier
Plätzchen aus dem Supermarkt gibt es keine?

Reich: Nein, die gab es noch nie.

Was ist das Besondere am Weihnachtsbacken?

Reich: Weihnachtsgebäck ist sehr filigran. Bei mir werden Plätzchen ausführlich garniert, aber sehr klein gebacken, nie größer als ein Zwei-Euro-Stück. Das ist das Besondere an der Weihnachtsbäckerei – und natürlich der Duft. Wenn es draußen kalt ist und man steht in der Küche, gibt es nichts schöneres, als diesen Geruch von Zimt, Kardamon und Lebkuchengewürz, der durch die Räume zieht. Das liebe ich total.

Warum müssen gute Weihnachtsplätzchen so klein sein?

Reich: Es sieht einfach schöner aus, wenn sie mundgerecht sind.

Amanda: Und sie sind genau mit einem Bissen weg und man muss nicht drei Mal reinbeißen.

Welches sind denn deine Lieblingsplätzchen, Amanda?

Amanda: Heinerle. Da rastet Sebastian in der Küche immer total aus, weil die so schwierig sind.

Plätzchen backen mit Sebastian Reich und Amanda: Der Bauchredner ist gelernter Konditor und backt jedes Jahr in der Weihnachtszeit Plätzchen für seine Freunde. Foto: Thomas Obermeier
Und was tust du, wenn du zu viele davon gefuttert hast? Sport treiben?

Amanda: Niemals. Dann gehe ich in den Keller, hole frische Plätzchen aus dem Lager, und laufe wieder hoch. Treppensteigen hält fit.

Was schenkst du dem Sebastian zu Weihnachten?

Amanda: Der bekommt neue Sportklamotten.

Und was wünschst du dir, Amanda?

Reich: Amanda will immer ein Handy. Soll sie mal versuchen, damit umzugehen.

Amanda: Ja, ich will ein Handy. Dann kann ich auf diese Flirtportale gehen und mir einen Ersatz für Horst suchen.

Fotoserie

Last-Minute-Plätzchen

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Magst du denn diese Sache mit den Geschenken – oder sollten nicht alle lieber was Sinnvolles mit ihrem Geld machen, spenden zum Beispiel?

Amanda: Solange ich das größte Päckchen bekomme, ist alles okay. Aber es ist auch schön, etwas zu verschenken und Freude zu machen. Geschenke sind wunderbar.

Stell dir vor, du dürftest statt dem Bundespräsidenten in diesem Jahr die Weihnachtsansprache halten. Was würdest du sagen?

Amanda: Ich würde den Menschen sagen, dass wir alle wieder mehr miteinander reden sollten. Nicht im Internet, auf diesem Facebook oder so, sondern richtig. Aber nicht streiten, sondern reden, mit Respekt. Hm, und natürlich: Plätzchen für alle.

Heinerle sind Ihnen zu kompliziert? Hier finden Sie die Rezepte für drei Lieblings-Plätzchen von Amanda – mal schnell, mal klassisch und mal raffiniert:

Gut als Last-Minute-Leckerei geeignet: Marzipan-Heidesand-Plätzchen gehen schnell und einfach. Foto: Thomas Obermeier

Marzipan-Heidesand-Plätzchen

Zutaten:

200 g Butter, 80 g Puderzucker, 80 g Marzipan-Rohmasse, 1 Vanilleschote, 250 g Mehl, 1 Ei (zum Bestreichen), 200 g Hagelzucker und 200 g gehackte Mandeln

Zubereitung:

  • Butter (ein paar Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen) in Stücke schneiden, Puderzucker darüber sieben und das Mark der Vanilleschote dazugeben. Marzipan auf einer Reibe grob raspeln, ebenfalls mit in die Schüssel geben. Nun das Mehl darüber sieben und alle Zutaten rasch zu einem glatten Teig verkneten. Daraus zwei Rollen mit je ca. drei Zentimeter Durchmesser formen.
  • Diese Rollen in Klarsichtfolie wickeln und im Kühlschrank für ca. eine Stunde fest werden lassen.
  • Den Backofen auf 180° Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Nun das Ei verquirlen. Die Rollen aus den Folien nehmen und mit dem Ei bestreichen, anschließend in einem Gemisch aus gehackten Mandeln und Hagelzucker wälzen. Mit einem Messer in vier bis fünf Millimeter dicke Scheiben schneiden, auf ein Blech mit Backpapier legen und diese in acht bis zehn Minuten hellbraun backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Amandas Tipp: Satt den Mandeln eignen sich auch andere gehackte Nüsse – wie zum Beispiel gehackte Pistazien!

Der Klassiker zu Weihnachten: Vanille-Kipferl Foto: Thomas Obermeier

Vanille-Kipferl

Zutaten:

280 g Mehl, 80 g Zucker, 200 g Butter, 100 g Haselnüsse (gemahlen), 200 g Puderzucker, 50 g Zucker, 1 Vanilleschote

Zubereitung:

  • Mehl, Zucker und in kleine Stücke geschnittene Butter, sowie die Nüsse und das Mark einer halben Vanilleschote zu einem Teig verkneten.
  • Den Teig eine Stunde lang kühlen (in Klarsichtfolie). In der Zwischenzeit den Puderzucker mit dem Zucker und dem Mark einer halben Vanilleschote vermengen.
  • Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, daraus eine Rolle formen, davon Stücke abschneiden und die zu schönen Kipferln formen. Dann diese auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, aber nicht zu eng.
  • Bei 175 °C Ober-/Unterhitze in ca. 15 Minuten backen. Wenn die Kipferl beginnen, leicht braun zu werden, sind sie gut.
  • Die Kipferl nun für ca. zwei bis drei Minuten abkühlen lassen. Dann in die vorbereitete Puderzuckermischung legen und von allen Seiten vorsichtig darin wenden. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Amandas Tipp: Die Bleche am besten einzeln backen, da sie sonst zu stark abkühlen und man mit dem Wenden nicht nachkommt!

Husarenkrapfen: Raffinierte Kugeln mit Gelee-Füllung Foto: Thomas Obermeier

Husarenkrapfen

Zutaten:

300 g Mehl, 80 g Haselnüsse (gemahlen), 1 Pkt. Vanillezucker, 100 g Zucker, 2 Eier (davon das Eigelb), 200 g Butter (kalte), 100 g Gelee (Johannisbeer- oder Erdbeergelee)

Zubereitung:

  • Mehl, gemahlene Haselnüsse, Zucker und Vanillezucker mischen, kalte Butter und die zwei Eigelb zugeben. Alles rasch zu einem glatten Teig verkneten.
  • Den Teig mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen (in Klarsichtfolie gewickelt). Anschließend aus dem Teig ca. ein bis zwei Zentimeter große Kugeln formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Mit einem Kochlöffelstiel in jede Kugel eine Mulde drücken (dafür eignet sich auch perfekt die Rückseite eines Vanilleschoten-Gläschens).
  • Das Gelee in die Vertiefung spritzen. Die Plätzchen werden bei 180 Grad ca. 12-15 Minuten gebacken.
  • Auf einem Gitter auskühlen lassen und in einer Blechdose aufbewahren.

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