WÜRZBURG

Planerisch und finanziell ist die Linie 6 ans Hubland auf gutem Weg

Die Ampel für den Bau einer neuen Straßenbahn von der Innenstadt ans Hubland steht weiter auf grün. Dies gilt einerseits, weil bis Freitag Nachmittag vom gerade in Brasilien tagenden Welterbekomitee nichts Gegenteiliges verlautet ist.

Wie berichtet, prüft die Unesco die Straßenbahnpläne mit Blick auf das Weltkulturerbe der Würzburger Residenz. Dabei erwartet man nach Vorlage des Internationalen Denkmalrats eine Sperrung des Rennwegs für den Autoverkehr.
 
Grün bleibt die Ampel auch für die Finanzierung des 125-Millionen-Euro-Projektes.

Ohne die rund 80-prozentige Förderung durch Bund und Freistaat wäre die Linie 6 für die Stadt bzw. die WVV als Stadtkonzern gar nicht zu schultern. Voraussetzung ist, dass in einem bundesweit einheitlichen Bewertungsverfahren der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten übersteigt – also der Faktor 1,0 übertroffen wird.

Aktuell steht die Berechnung, die von einem Münchner Spezialbüro durchgeführt wird, zwar erst bei 0,9. WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer ist aber zuversichtlich, dass das Ziel noch erreicht wird. Dies sagte er am Donnerstagabend im Stadtrat.

 


(Für eine größere Ansicht auf die Grafik klicken.)

Eine Verbesserung hat sich zwischenzeitlich durch eine leichte Veränderung der Straba-Trasse im Hubland ergeben. Sie läuft nun direkter zur Uni und kostet so weniger. Statt über einen Schwenk zur Straße „Am Galgenberg“ wird die Straba über die Drachenwiese direkt vors Uni-Hauptgebäude geführt.

Von dort aus zweigt sie nach links zum Landesgartenschaugelände 2018 und zur neuen Uni auf den Ex-Leighton Barracks ab. Vorgesehen ist ein Sechs-Minuten-Takt.
 
Die bisher geplante Wendeschleife am Uni-Sportgelände entfällt. Auch aus Rücksicht auf sensible Forschungseinrichtungen der Uni ist die Verlegung laut Schäfer notwendig geworden. Nach wie vor geht die WVV von einer Planungsphase bis Ende 2013 und einer Bauzeit bis Anfang 2018 aus.

Am Freitag fand bei der Regierung eine Vorbesprechung mit Fachbehörden zur Umweltverträglichkeitsprüfung statt. Offen ist noch die Passage durch den Ringpark. Es zeichnet sich ein Kompromiss zwischen dem direkten Durchstich und einer Schlängelführung entlang der Straße ab. Im Herbst, so Schäfer, solle sich der Stadtrat damit befassen.

Wie Martin Arnold von der Münchner Intraplan Consult GmbH ausführte, steht die Straba-Variante 2a durch das Oegg-Tor im Bewertungsverfahren – vor allem wegen ihrer kürzeren und schnelleren Verbindung – zwar besser da.

Dies bedeutet aber nicht, dass die Stadt deshalb nur Zuschüsse für diese Trasse bekäme. „Das liegt in der Entscheidungsfreiheit der Kommune“, sagte Schäfer. Wichtig sei allein, das Projekt über den Faktor 1,0 heben zu können.

Es gelte nun intensiv mit Bund und Freistaat über Lösungen zu sprechen.

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