RANDERSACKER

Planung in die Zukunft

Zwei der insgesamt drei neuen Feldgeschworenen in Randersacker: Lothar Schmitt (links) und Florian Steigerwald. Foto: Traudl Baumeister

Mit den drei Jungwinzern Martin Göbel, Lothar Schmitt und Florian Steigerwald hat Bürgermeister Michael Sedelmayer für die Marktgemeinde Randersacker gleich drei neue Feldgeschworene vereidigt. Sedelmayer bedankte sich in der Sitzung des Gemeinderates bei den jungen Männern für ihre Bereitschaft, dieses traditionelle und wichtige Amt zu übernehmen. Die neuen Siebener versprachen das Amt vorschriftsmäßig auszuüben und „Zeitlebens das Siebener-Geheimnis zu bewahren.“

Erneut ausgelegt wird in den kommenden Wochen die 14. Änderung des Flächennutzungsplanes. Mehrheitlich abgelehnt haben die Ratsmitglieder die Anregung von Bruno Schmitt (CSU). Er schlug vor, den Umgriff des für Gewerbeflächen vorgesehenen Gebiets am Sonnenstuhl zu verkleinern und die Flächen oberhalb der Straße nach Lindelbach herauszunehmen.

Die Weinbauflächen herauszunehmen, so Schmitt, sei „ein Zeichen an die Winzer, dass wir eine Weinbaugemeinde sind und bleiben wollen“, so Schmitt. Schließlich sei der Bedarf hierfür derzeit ja auch nicht gegeben. Michael Rost (UWG), dessen Parteikollege Oliver Kuhn, Oliver Liedtke (Lindelbacher Liste) und der Bürgermeister hielten dem entgegen, dass der Flächennutzungsplan eine langfristige Planung darstelle. Man sei sich im Rat durchaus einig, dass diese Fläche momentan nicht angetastet werde. „Das Gelände als mögliche künftige Gewerbefläche auszuweisen, hat auch für die betroffenen Winzer keinerlei weitere Konsequenzen“, so Sedelmayer. Im Bebauungsplan für das Gewerbegebiet sei es ohnehin nicht enthalten.

„Nehmen wir es komplett heraus, vergeben wir uns aber eventuelle Chancen für spätere Jahre.“ In Zukunft, vermutete er, werde es wahrscheinlich nicht leichter, Gewerbeflächen im Flächennutzungsplan auszuweisen.

„Wir sollten uns nicht grundlos selbst beschneiden und beschränken“, bestätigte Bürgermeisterstellvertreter Liedtke. „Der Flächennutzungsplan ist schließlich eine Planung in die Zukunft“. Derzeit sei kein Bedarf vorhanden, weshalb man dort auch kein Baurecht schaffe. Man wisse aber nicht, was die Zukunft bringe. „Die Fläche drin zu lassen, ist eine Absichtserklärung“, erwiderte Schmitt. „Nein“, entgegnete Rost: „Es ist nur eine Option, die wir uns offen halten“.

Mit neun gegen vier Stimmen – Schmitt, Heiko Lörner, Michael Blass (beide CSU) sowie Roland Marold (ÖDP), der grundsätzlich gegen das Gewerbegebiet ist – entschied man, den Umgriff wie vorgesehen beizubehalten. Nach ausführlicher Abwägung der Einwendungen und Bedenken von Trägern öffentlicher Belange und Privatpersonen, wurde die erneute Auslegung der 14. Änderung, die zwei Jahre ruhte, einstimmig beschlossen. Die zeitliche Verzögerung war diversen Voruntersuchungen – Artenschutz, Altlasten und Wasser – und vor allem Überlegungen zur Verkehrserschließung geschuldet. Geplant sei nun, so Sedelmayer, eine variable Anbindung von zwei Seiten und endgültig kein Kreisel mehr.

Kein Neubaugebiet wird die Marktgemeinde in Lindelbach erschließen, trotz der ausdrücklichen Bereitschaft des Marktgemeinderates. Die Möglichkeit der Ortsabrundung durch das derzeit mögliche, vereinfachte Verfahren muss ungenutzt bleiben, weil Grundstückseigentümer im Zentrum des Umgriffs nicht bereit sind, sich zu beteiligen. Ablehnungsgründe für die Betroffenen waren unter anderem der mit der Erschließung verbundene Bauzwang und der durch den Regionalplan begründete Ausschluss von Anschlussgrundstücken, die ebenfalls im Besitz beteiligter Grundstückseigentümer sind.

„Ohne Bauzwang blockieren wir jede weitere Baulanderschließung, weil wir dann keinen Bedarf mehr nachweisen können. Und über den Regionalplan können wir uns nicht hinwegsetzen“, erläuterte der Bürgermeister vor zahlreichen Zuhörern, warum keine andere Entscheidung möglich war.

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