Würzburg

Planungen für neuen Radweg an den Mainwiesen eingestellt

Kehrtwende im Stadtrat: Der Plan für einen neuen Radweg an den Würzburger Mainwiesen stand bereits. Warum es nun doch keinen Lückenschluss am Talavera-Ufer geben soll.
Radfahrer sind entlang des Mains bei Würzburg unterwegs (Symbolbild).
Radfahrer sind entlang des Mains bei Würzburg unterwegs (Symbolbild). Foto: Norbert Schwarzott

Sechs Wochen nach seinem Grundsatzbeschluss, den Radverkehr in der Stadt vorrangig zu fördern, hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag die fertigen Planungen für einen neuen Radweg auf den Talavera-Mainwiesen gestoppt.

Geplant war ein Lückenschluss in Form eines Zweirichtungs-Radwegs mit Gehweg direkt am Mainufer zwischen der Leonhard-Frank-Promenade und dem Sportplatz der Bereitschaftspolizei - so hatte es der Umwelt- und Planungsausschuss im Sommer 2018 auf Vorschlag der Verwaltung einstimmig beschlossen. Daraus wird nichts: Auf Antrag der CSU-Fraktion werden die Planungen mit sofortiger Wirkung eingestellt, und die dafür vorgesehenen Mittel im Haushalt freigegeben.

Um den Radweg anzulegen, hätten laut Baureferent Benjamin Schneider insgesamt acht Bäume entfernt und durch Neupflanzungen ersetzt werden müssen. "Wir wollen lieber mehr Bäume pflanzen, statt Bäume zu fällen und Grünflächen zu versiegeln", begründete die stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende Judith Jörg den Antrag. Der bestehende Radweg über den Viehmarktplatz und in der Mitte der Talavera-Mainwiesen reiche völlig aus, sollte laut Jörg aber "deutlicher markiert" werden.

Auch die Grünen wollen das Projekt einstellen

CSU-Stadträtin Nadine Lexa erinnerte daran, dass im Radverkehrs-Grundsatzbeschluss festgelegt ist, dass der Ausbau von Radwegen nicht zu Lasten von Grünflächen gehen soll.

Selbst die Fraktion der Grünen befürwortete die Einstellung des Projekts: "Wir sind nicht mehr der Meinung, dass man den Radweg am Ufer entlang durch die schönen Auen führen sollte", erläuterte Michael Gerr. Lediglich am Viehmarktparkplatz wollten die Grünen den Rad- und Fußweg zwischen die Wohnmobil-Stellplätze und das Mainufer verlegen – damit konnten sie sich bei der Abstimmung aber nicht durchsetzen. Die Entscheidung fiel gegen den Wunsch der Verwaltung: "Wir sprechen uns dafür aus, die Planungen fortzuführen", hatte Baureferent Benjamin Schneider betont.

Die Organisatoren des Africa Festivals und des "Umsonst und Draussen" hatten sich von Anfang an gegen den geplanten Radweg am Rand ihres Veranstaltungsgeländes ausgesprochen und waren von ihrer ablehnenden Haltung auch in Gesprächen mit dem Baureferat nicht abgewichen. Als Kompromiss wäre es laut Schneider möglich gewesen, den Radweg während der Veranstaltungen zu sperren, so wie es derzeit auch der Fall ist. Unter dieser Voraussetzung hatte auch der Umwelt- und Planungsausschuss (UPA) im Juli 2018 den Planungen zugestimmt. Der Radweg sei aber "für die Veranstalter nicht tragbar", sagte SPD-Stadtrat Joachim Schulz: "Und man würde damit die schöne Mainaue zerstören."

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