WÜRZBURG

Podiumsdiskussion: Schwarze Menschen in Deutschland

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im November 2017 mit Schülern der „Amadu Bansang Jobarteh School of Music”vom Sona Jobarteh in Gambia in Westafrika.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im November 2017 mit Schülern der „Amadu Bansang Jobarteh School of Music”vom Sona Jobarteh in Gambia in Westafrika. Foto: Jesco Denzel

Keine zwölf Wochen mehr und die Abendkonzerte im Zirkuszelt des Africa Festivals sind bis auf ein kleines Restkontingent für den Sonntag bereits ausverkauft. Für Festival-Chef Stefan Oschmann jetzt bei der letzten Pressekonferenz vor der Eröffnung des Festivals ein Grund zur Freude. Noch mehr freute er sich aber über den hohen Besuch zur Eröffnung des 30. Internationalen Africa Festivals vom 31. Mai bis zum 3. Juni.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nämlich sein Kommen angekündigt und wird am 31. Mai um 17 Uhr das Festival vor geladenen Gästen eröffnen, darunter die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, und der Botschafter der Republik Südafrika S.E. Phumelele Stone Sizani. Und anstatt eine lange Rede zu halten hat der Bundespräsident sich eine Gesprächspartnerin für ein Podiumsgespräch zur Eröffnung gewünscht. Es ist Sona Jobarteh aus Gambia, eine bekannte Kora-Spielerin. Die Kora ist eine mit beiden Händen gezupfte westafrikanische Stegharfe.

Stiftung unterstützt afrikanische Schule

Steinmeier hatte Jobarteh in Gambia im November vergangenen Jahres kennengelernt, als er sie bei einer offiziellen Afrikareise in ihrer Musikschule „Amadu Bansang Jobarteh School of Music“ besuchte. Dort werden Kinder auf ihren traditionellen Instrumenten ausgebildet und erhalten Unterstützung bei wichtigen Themen wie Gesundheit und Ernährung. Auch über negative Traditionen wie Kinderhochzeit oder Genitalverstümmelung bei Frauen werden sie informiert. Die Stiftung Africa Festival unterstützt die Schule derzeit, indem sie für zwei Jahre das Gehalt der neun Lehrer bezahlt.

Noch bevor das Festival aber eröffnet, wird es zwei Fotoausstellungen geben. Eine davon, unter dem Titel „Africa Queens“ wird vom 26. April bis zum 31. August im Foyer der Universität am Sanderring gezeigt. Ausgestellt sind Fotos von Bugs Steffen, der das Festival seit 1994 begleitet. Zu sehen gibt es Portraits von Musikerinnen, Fashion-Models oder DJanes, die stolz und ausdrucksstark ihre afrikanischen Wurzeln präsentieren.

Fotos aus 30 Jahren

Die zweite Fotoausstellung ist den 30 Jahren des Festivals gewidmet. Gezeigt werden Aufnahmen aus den Ausstellungen der vergangenen 30 Jahre, sie werden zugunsten der Musikschule von Sona Jobarteh verkauft. Gezeigt werden die Fotoaufnahmen vom 24. April bis zum 8. Juni in der Uni am Sanderring, der Buchhandlung Hugendubel am Kürschnerhof und in der Stadtbücherei im Falkenhaus. Dort kann man auch ab sofort im 1. Stock CDs mit rund drei Stunden der Musik des 30. Africa Festivals ausleihen und vor Ort anhören.

Mit zum Programm des Festivals gehören auch immer wieder Podiumsdiskussionen zu Schwerpunktthemen: „Afro Deutschland - Being Black and German“ lautet der Titel einer Podiumsdiskussion am Sonntag, 3. Juni, um 11 Uhr im Havana Club. Als Einführung läuft am Samstagabend, 2. Juni, um 20.30 Uhr im ARTE Kinozelt der Dokumentarfilm „Afro.Deutschland”. Etwa eine Million schwarze Menschen leben heute in Deutschland – in einer weiß dominierten Gesellschaft, heißt es in der Ankündigung. Die Podiumsdiskussion greift das Thema auf und hat vier Menschen eingeladen, die nicht nur über ihren persönlich erlebten Rassismus reden, sondern viel mehr darüber Auskunft geben, wie sie sich mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement beteiligt haben, dass diskriminierende und rassistische Strukturen in Deutschland aufgedeckt und überwunden werden. Es diskutieren unter anderem Jana Pareigis (ZDF-Moderatorin), Raphael Dernbach (München), Jermain Raffington (Moderator und Ex-Basketballprofi) und Tiranke Diallo (Mama Afrika e.V., Berlin).

Aktuelle Fragen zur Afrika-Politik

Anschließend wird der Regionalbeauftragte für Subsahara-Afrika und Sahel, Botschafter Georg Schmidt, im Gespräch mit Africa-Festival-Moderatorin Sarah Bergh zu aktuellen Fragen der deutschen Afrika-Politik Stellung nehmen. Die Besucher des Festivals haben dann die Gelegenheit, sich mit Fragen und Kommentaren an der anschließenden Diskussion zu beteiligen.

Das 96 Seiten umfassende Programmheft des 30. Internationalen Africa-Festivals mit allen Infos gibt es ab sofort überall, wo es Tickets gibt, online auf www.africafestival.org/Programmheft und gegen Einsendung eines Umschlags und einer 1,45-Euro-Briefmarkte an: Afro Project e.V., Friedenstr. 5, 97072 Würzburg.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Zweiter von links) wird am 31. Mai das 30. Internationale Africa Festival eröffnen. Das Foto zeigt ihn mit der Künstlerin Sona Jobarteh (Dritte von links) bei seinem Besuch in Gambia um November 2017.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (Zweiter von links) wird am 31. Mai das 30. Internationale Africa Festival eröffnen. Das Foto zeigt ihn mit der Künstlerin Sona Jobarteh (Dritte von links) bei seinem Besuch in Gambia um November 2017. Foto: Jesco Denzel

Rückblick

  1. Africa Festival: Gentleman und die schöne Mitsing-Party
  2. Rund 80.000 Besucher beim 31. Africa Festival in Würzburg
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  10. Das Millionen-Ding: Wie sich das Africa Festival finanziert
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  14. Verbraucherzentrale warnt vor Viagogo-Tickets
  15. Afrika-Ausstellung: Was es bald so nicht mehr geben wird
  16. Africa Festival: Diesmal wieder mit Straßenparade
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  18. Africa Festival mit musikalischem Kulturerbe
  19. Africa Festival 2019: Calypso, Rum und Modeschauen
  20. Karibische Klänge und ein Chor
  21. Africa Festival: Geburtstagsfeier mit Alten und Bekanntem
  22. 30. Africa Festival: Über 85.000 Besucher
  23. Uni: Viele Verbindungen von Würzburg nach Afrika
  24. Wieviel Afrika steckt im Africa Festival?
  25. Standpunkt: Ein Preis ist relativ
  26. Steinmeier wirbt in Würzburg für ein aufgeklärtes Afrikabild
  27. „Afrikas Entwicklung beginnt auf den Heimatmärkten“
  28. Warum eine Debatte um Mohrenköpfe Realität verändern kann
  29. Rassismus im Alltag: Wenn einem Fremde in die Haare fassen
  30. Wo das Africa Festival zur Open-Air-Party wird
  31. Africa Festival: Zur Eröffnung kommt der Bundespräsident
  32. Wenn der Bundespräsident das Africa Festival eröffnet
  33. Africa-Festival-Macher: „Ein Gefühl von Heimat gegeben“
  34. Podiumsdiskussion: Schwarze Menschen in Deutschland
  35. Mit Weinen vom Kap und vom Stein
  36. Africa Festival: Am Schluss gibt's ein Bonbon für alle
  37. Mit dem Bundespräsidenten nach Gambia
  38. Wuchtige Abschlussparty mit Feuerzeug-Moment beim Africa Festival
  39. Tolle Kora, kämpferische Fatoumata - und ein Karrieresprung
  40. Debatte zu Genitalverstümmelung: Ein Dialog auf Augenhöhe
  41. Über 80 000 beim Africa Festival
  42. Trommeln? Einfach weglassen.
  43. Africa Festival: Das Fest der Freundschaften
  44. „Würzburger Ansichten“: Quo vadis, Africa Festival?
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  46. Tausende strömten zum Auftakt des Africa Festivals
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  48. Africa Festival: Lebensfreude? Aber mit Sicherheit!
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