REGION WÜRZBURG

Protestzug gegen Lärm, Feinstaub und Schmutz

Farbe bekennen: Sie waren dabei, bei der vierten Demonstration auf der B 19 in der Freitags-Abfolge, (von links) Landtag... Foto: Irene Konrad

Noch einmal 300 Aktivisten gingen bei der vierten (und letzten in der Freitagsreihe) Demonstration auf der B19 in Eßleben auf die Straße. Nach Unterpleichfeld, Bergtheim und Opferbaum war das die größte Zahl an Demonstranten, die dem Aufruf der Bürgerinitiative „Verkehrsberuhigung und Ortsumgehung“ unter Leitung von Klaus Stuntz aus Unterpleichfeld gefolgt waren.

Wie bei den vorangegangenen drei Demonstrationen gab es auch diesmal wieder schrille Trillerpfeifen, den verstärkten Ruf nach „Lkws raus“, Banner und Fähnchen mit Appellen gegen Lärm, Feinstaub, Schmutz und für Tempo 30 sowie fortlaufenden Infos durch Peter Wagner aus Opferbaum am Mikrofon. Und doch war es diesmal anders, weil das Bayerische Fernsehen live berichtete und zudem eine große Zahl an Fachleuten und Lokalpolitikern vor Ort waren.

Zu Wort kamen der Mediziner und Feinstaubexperte Dr. Michael Imhof und Dr. Michael Fuchs vom Staatlichen Bauamt in Würzburg sowie CSU-Bundestagsabgeordnete Dr. Anja Weisgerber aus Schweinfurt, die Landtagsabgeordneten Hans Jürgen Fahn von den Freien Wählern und Manfred Länder von der CSU. Alle beteuerten, dass sie die Probleme der Anwohner an der B19 ernst nehmen, nach Lösungen suchen und schon konkrete Schritte angegangen sind.

Was es für die vier betroffene Dörfer bedeutet, an diesem Teil der Bundesstraße zu wohnen, konnten die Politiker hautnah erleben. Denn nicht allein der tägliche Verkehr, auch der Umleitungsverkehr ist hier nur schwer zu ertragen. Und just während der Demonstration kam es auf der Autobahn A7 zu einem Unfall (zum zweiten Mal während den vier Freitagsdemonstrationen) und so wurde die B19 wieder als offizielle Umleitungsstrecke genützt.

In den Reden der Politiker wurde deutlich, die CSU setzt auf verkehrsberuhigende Maßnahmen wie geräuscharme Straßenbeläge, Insellösungen oder Kreisverkehr an Ortseingängen. Den Lkws soll es erschwert werden, auf die Bundesstraße auszuweichen. Der Ausbau der A 7 und die B 26n müssten zudem in einigen Jahren Entlastungen bringen, ist deren vorherrschende Meinung. Eine Ortsumgehung liege außerhalb ihrer Vorstellungen oder zumindest in weiter Ferne.

Die Bürgerinitiative will dagegen erreichen, dass die Ortsumgehung in den neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen wird. Auf die Zeitspanne von 20 bis 30 Jahren will sie sich nicht einlassen, obwohl es den Mitgliedern klar ist, dass eine Umgehungsstraße jahrelang dauert. Aber zumindest die Planungen sollen begonnen werden. Sprecher Stuntz verspricht sich kurzfristig neben den geschwindigkeitsdämpfenden Maßnahmen auch Entlastungen durch eine Bemautung der B 19 bei gleichzeitiger Entmautung der A 7 im Bereich um Würzburg und einer stärkeren Kontrolle, vor allem beim Schwerlastverkehr.

Die Abgeordneten Weisgerber und Länder von der CSU versicherten, dass „wir Politiker am Ball bleiben und schon Einiges auf den Weg gebracht haben“. SPD-Landratskandidatin Christine Haupt-Kreuzer und ihr Parteifreund Landtagsabgeordneter Volkmar Halbleib fordern weiterhin vom Freistaat Bayern eine Machbarkeitsstudie für eine Ortsumgehung und die Bemautung der B 19, um „die verkehrsgeplagten Bürger zu entlasten“.

Verkehrsbelastung

Bei der Demo in Eßleben machten die Aktivisten deutlich, Sorge bereite ihnen vor allem die Prognose, dass das Verkehrsaufkommen weiter zunimmt. Schon jetzt fahren täglich über 12 000 Fahrzeuge durch die Ortschaften, darunter rund 800 Lkws über zwölf Tonnen. Für das Jahr 2020 sind 17 400 Fahrzeuge prognostiziert.

Interviewpartner

In der „Frankenschau aktuell“ kamen in den Einspielern betroffene Anwohner zu Wort wie Thomas Fackelmann und Sabine Springer aus Unterpleichfeld, Walter Stiller und Heiko Bäuerlein aus Bergtheim, Sebastian und Gerlinde Seufert aus Opferbaum und Alexander Elsner aus Eßleben. Live interviewte Reporter Albrecht Rauh vor allem Klaus Stuntz, Manfred Ländner und Michael Fuchs.

Reporter Albrecht Rauh von „Frankenschau aktuell“ beim Interview auf der B 19 mit Klaus Stuntz von der Bürgerinitiative ... Foto: Irene Konrad
Anwohner wehren sich: Beim Protestzug auf der B 19 in Eßleben forderten rund 300 Aktivisten die Verkehrsberuhigung und e... Foto: Irene Konrad

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