Eibelstadt

Ratsbegehren: "Wir wollen den Innenbereich verdichten"

Gegen die Initiative"Rettet den Renni" stellt der Stadtrat eine Alternative vor. Am Sonntag sollen sich die Bürger entscheiden. Was spricht für das Ratsbegehren?
Auf dem unteren Pausenhof der Eibelstädter Grundschule, der als Rollschuh- und Bewegungsplatz genutzt wird, sollen nach dem Willen des Stadtrats vier Häuser gebaut werden. 
Auf dem unteren Pausenhof der Eibelstädter Grundschule, der als Rollschuh- und Bewegungsplatz genutzt wird, sollen nach dem Willen des Stadtrats vier Häuser gebaut werden.  Foto: Thomas Fritz

Im Stadtrat sind sich alle einig. Der untere Pausenhof an der Schule ist für die weitere Entwicklung der Stadt wichtig, vor allem weil es hier vier Bauplätze gibt. Diese möchte der Stadtrat gerne verkaufen, weil die Erlöse in den Umbau der Schule einfließen sollen. Bürgermeister Markus Schenk erklärt, warum die Bürger am Sonntag für das Ratsbegehren stimmen sollen. 

Frage: Was spricht dagegen, den Renni zu retten?

Es ist keiner gegen die Rettung des unteren Pausenhofes. Vielmehr geht es um die Frage, wie diese Fläche zukunftsorientiert genutzt werden soll. Der Stadtrat hat sich hierzu intensiv Gedanken gemacht und sich in seinen Entscheidungsprozessen unter Abwägung diverser Gesichtspunkte  ursprünglich für eine Versickerungsfläche und Wohnraum ausgesprochen. 

Wenn das Bürgerbegehren erfolgreich ist, wie geht es dann mit dem Bau der Schule weiter?

Die Stadt Eibelstadt hat sich ein Jahr an das Ergebnis des Bürgerentscheides zu halten. Die Entscheidung der Bürger wird akzeptiert, wie auch immer diese ausfallen mag. Sollte die Fragestellung des Bürgerbegehrens erfolgreich sein, müssen entsprechende Umplanungen des Gesamtvorhabens zur Schule erfolgen. Zunächst wird das beauftragte Planungsbüro Alternativvorschläge für die Oberflächenentwässerung erarbeiten müssen. Diese sind dann mit den entsprechenden Fachbehörden abzuklären. Wie allgemein bekannt ist, wird eine solche Planungsänderung sicherlich nicht die Bauzeit des Gesamtvorhabens beschleunigen. Aber auch in diesem Falle werden wir unser Bestes geben, damit die Baumaßnahme zügig abgeschlossen werden kann, und die Schüler nicht weiter unter ihr eingeschränkt sind.

Warum ist das Bürgerbegehren „Rettet den Renni“ weder ökologisch noch sozial?

Es wurde von Seiten der Stadt Eibelstadt nie thematisiert, dass das Bürgerbegehren „Rettet den Renni“ weder ökologisch noch sozial ist. Es wurden lediglich positive Gründe für die Entscheidungen des Stadtrates kommuniziert.

Warum ist das Ratsbegehren finanziell und ökologisch sinnvoll?

Die Fläche des unteren Pausenhofes wird für den Schulbetrieb nicht mehr benötigt. Aus diesem Grund könnten auf dieser Teilfläche kleine Bauplätze entstehen - und diese nach einem Kriterienkatalog mit Punktesystem vergeben werden. Die Stadt Eibelstadt tätigt hohe Investitionen in Höhe von 16 Millionen Euro für die Kinder und die Zukunft. Der Verkaufserlös der Bauplätze kann zum Teil für die Finanzierung dieser Maßnahmen, Kostenmehrungen aufgrund von Nachträgen, als Eigenmittel eingesetzt werden. Ökologisch sinnvoll ist das Ratsbegehren, da nach den Stadtratsbeschlüssen mehr Fläche entsiegelt werden soll, als dies aktuell der Fall ist, und Verdichtung ortsnah stattfinden könnte. Des Weiteren erfolgt die Oberflächenentwässerung ortsnah direkt an der Schule durch Versickerung.

Was spricht aus Sicht des Stadtrates dafür, am Renni neuen Wohnraum zu schaffen?

Die Nachfrage nach Bauplätzen in der Stadt Eibelstadt ist ungebrochen hoch. Eibelstädter sollen die Möglichkeit haben, in Eibelstadt zu bleiben. Dafür braucht es Bauplätze. Der Stadtrat möchte keine Zersiedelung und hat sich bewusst dafür entschieden, zukünftig keine neuen Baugebiete auf der grünen Wiese auszuweisen. Stattdessen sollen geeignete Flächen im Innenbereich verdichtet werden. Auch unter ökologischen Gesichtspunkten ist diese Entscheidung sehr sinnvoll.

Wenn Sie sich Eibelstadt im Jahr 2030 vorstellen: Welche Bedeutung hat der Renni dann noch?

In der heutigen schnelllebigen Zeit werden sich vier Familien über ihr eigenes Haus freuen. Der untere Pausenhof wird für den sehr überschaubaren Nutzerkreis aus dem Jahr 2019 im Jahr 2030 keine Rolle mehr spielen. Die vom Stadtrat angedachten Alternativflächen auf dem Vorplatz der Grundschule für Bewegung und Radfahren, sowie die Grünfläche zum Spielen auf dem Schulgelände, werden sich als neue Nutzungsflächen etabliert haben.

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