WÜRZBURG

Raus aus der Posthalle: "Luftschloss" zieht nach Grombühl

Zukunft gesichert: Das Orga-Team des „Luftschlosses“ mit (von links) Janine Galindo, Michaela Keupp, Juri Geng, Dietmar Kaiser, Susanne Laufer und Simone Kapp weiß jetzt, wo es weiter geht. PAT CHRIST Foto: Foto:

An diesem Samstag wird der Umzug organisiert, ab Sonntag hat Würzburgs Umsonstladen „Luftschloss“ ein neues Domizil: In der Grombühler Gutenbergstraße 3 wird es künftig ganz umsonst Kleidung, Geschirr und Bücher geben. Bis zur Eröffnung müssen sich die „Luftschloss“-Fans laut Michaela Keupp vom Organisationsteam jedoch noch eine Weile gedulden: „Wir werden erst am 28. November wieder aufmachen.“ Denn das Team möchte sich neu orientieren.

In den kommenden Wochen sollen alle Umsonstladen-Fans ihre Vorstellungen von einem neuen „Luftschloss“ einbringen können. „Wir möchten den Umzug nutzen, um aus dem alten Trott auszubrechen und Raum für neue Gedanken zu schaffen“, erklärt Keupp. Man würde sich besonders über neue Mitmacher bei den Kreativtreffen freuen. Die finden ab November wöchentlich an jedem Dienstag ab 18 Uhr in den neuen Räumen statt.

Von Würzburgs City aus wird der Weg zum „Luftschloss“ nun etwas länger, mit der Straßenbahn ist das neue Domizil jedoch weiterhin gut zu erreichen (Ausstieg Felix-Fechenbach-Haus). Angesiedelt ist der Umsonstladen künftig in unmittelbarer Nähe des Sozialkaufhauses „Brauchbar“. Nur 250 Meter liegen zwischen den beiden Institutionen. Brauchbar-Chef Hartfried Groksch sieht das „Luftschloss“ allerdings nicht als Konkurrenz an. Im Gegenteil: „Möglicherweise ergeben sich Synergieeffekte. Wer dort nichts findet, schaut vielleicht bei uns vorbei.“

Auch seien Zielsetzung und Zielgruppen ganz verschieden. Mit seinem Sozialkaufhaus will „Brauchbar“ arbeitslose Menschen wieder in den Arbeitsmarkt eingliedern. Außerdem sollen einkommensschwache Haushalte unterstützt werden. Der Umsonstladen verfolgt einen konsequent konsumkritischen Ansatz: Ressourcen sollen geschont, Müllberge vermieden, Wirtschaftswachstumszwänge ausgehebelt werden. Der soziale Status spielt im „Luftschloss“ ebenfalls keine Rolle. Jeder kann etwas vorbeibringen oder mitnehmen, egal, ob er von wenig Einkommen lebt oder gut betucht ist.

Im neuen Luftschloss erhält auch das Projekt „Freirad“ wieder eine eigene Abteilung, außerdem zieht die Initiative „Topo Rojo“ mit um. „Die Miete müssen wir noch konkret ausrechnen“, so Michaela Keupp. Sie hängt davon ab, wie viel Quadratmeter von den einzelnen Akteuren letztlich genutzt werden. Wahrscheinlich wird sich die Monatsmiete für das Luftschloss auf rund 400 Euro belaufen. Das wäre nur wenig mehr als bisher in den Posthallen.

Ab Sonntag hat der Umsonstladen „Luftschloss“ hier eine neue Heimat. Foto: PAT CHRIST

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