Frauenland

ReThink:Raum für Diskussionen über Religion und Kultur

Die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Annette Widmann-Mauz besuchte die Franz-Oberthür-Schule für einen ReThink-Workshop, an dem eine der Berufsintegrationsklassen der Würzburger Schule teilnimmt.

Die ReThink-Workshops sind ein Projekt der Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention (MIND-Prevention), heißt es in einer Pressemitteilung. Das Ziel der Workshops: Einen Raum für junge Flüchtlinge schaffen, in dem Themen wie Gleichberechtigung oder das Männlichkeitskonzept auf Augenhöhe hinterfragt und beleuchtet werden – und in dem jeder seine eigene Meinung äußern kann. Konkret bedeutet das: Rollenspiele und Diskussionen, die zum Nachdenken anregen sollen.

"Du bist wie ein Deutscher geworden, nur arbeiten, arbeiten, arbeiten", scherzt Yilmaz Atmaca, als er im ersten Rollenspiel seinen Sohn, gespielt von Asmen Ilhan, wiedersieht. Die beiden MIND-Prevention Mitarbeiter umarmen sich, lachen, reden über dies und das als Vater und Sohn. Bis Asmen seinem Vater eröffnet, dass er eine deutsche Freundin habe. Dass er sie heiraten möchte. Was für den Sohn eine Handlung aus Liebe ist, ist für den muslimischen Vater unvereinbar mit der Lebensweise und Kultur der Familie. Die Zuschauer, die über den ein oder anderen vorherigen Satz noch gelacht hatten, sind schlagartig still. Bis die erste Szene damit endet, dass Yilmaz seinen Sohn rauswirft. Und die Diskussion unter den Schülern beginnt.

Darüber, dass "Liebe keine Nationalität kennt", sind sich die Schüler schnell einig. Problematisch wird es jedoch beim Thema Religion. Wo die einen strikt zwischen Religion und der Persönlichkeit desjenigen unterscheiden, sehen andere eine Grenze, die in einer Beziehung schwer überschritten werden kann. 

Widmann-Mauz interessiert, ob die Schüler auch außerhalb des Workshops über das Thema Religion sprechen. "Religiöse Unterschiede gibt es auch in Deutschland", sagt sie und nennt ein Beispiel aus ihrer Familie, bei dem ein Ehepartner katholisch, der andere evangelisch sei. Hier habe sich auch die Frage gestellt, welchen Glauben die Kinder haben sollten – die Lösung dazu, ergänzt sie, sei schließlich gemeinsam gefunden worden.

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