OCHSENFURT

Realschule: Geplantes Ende der Generalsanierung im Herbst 2012

12,5 Millionen Euro gibt der Landkreis aus, um die Realschule am Maindreieck in Ochsenfurt zu sanieren. Weitere 7,5 Millionen Euro kostet die Sanierung des dazugehörenden Schwimmbads. Damit die Kreisräte sehen, wofür sie Steuergelder einsetzen, ließen sie sich durch die teuerste Baustelle des Landkreises führen.
Der Bauausschuss des Kreistages besichtigte die Baustelle der Realschule in Ochsenfurt. (Von links) stellvertretender Landrat und Landtagsabgeordneter Volkmar Halbleib, Schulleiterin Pia Bundschuh, Architekt Reinhold Jäcklein, Architektin Annette Schiemann und Landrat Eberhard Nuß.
Der Bauausschuss des Kreistages besichtigte die Baustelle der Realschule in Ochsenfurt. (Von links) stellvertretender Landrat und Landtagsabgeordneter Volkmar Halbleib, Schulleiterin Pia Bundschuh, Architekt Reinhold Jäcklein, Architektin Annette Schiemann und Landrat Eberhard Nuß. Foto: FOTO Schorno

Die knapp 60 Jahre alte Realschule besteht aus drei Gebäuden: Haupthaus und Schwimmbad, direkt an der Pestalozzistraße gelegen, und im rückwärtigen Bereich einen Zusatzbau, errichtet 1982.

Unter der Schule liegt im Dunkeln ein eigenes Reich: ein Bunker mit meterdicken Mauern. Die Schule sollte in Kriegszeiten als Hilfskrankenhaus dienen, die Operationssäle im Bunker, die Patientenzimmer in den Klassenräumen.

Die Flure der Schule sind breit gebaut, damit Schwester und Pfleger Krankenbetten ohne Probleme durchschieben können.

Im Zusatzbau haben die Bauarbeiter Decken und Wände entkleidet, Fußböden und sanitäre Anlagen herausgerissen, sie bohren, flexen und hämmern und veranstalten einen enormen Lärm, und der Staub bricht das Licht – Baustellenromantik. Keine Romantik, wie Pädagogen sie in Schulen lieben.

Pia Bundschuh, die Rektorin, beschwert sich nicht. Sie berichtet von funktionierenden Absprachen zwischen Schule und Bauleitung. Richtig in die Vollen gingen die Arbeiter nur nach dem Unterricht, wenn keine Schüler im Haus sind. Eberhard Nuß, der Landrat, erkennt positives Denken und ist entzückt.

Die Arbeiten gingen so gut voran, weil der Lehrkörper kooperiert. So müsse es auch sein, „denn wenn die jammern, jammert alles mit“.

Die Realschule brauche „Gips und Grips“, sprach die Rektorin zu den Kreisräten, und dass die 20 Millionen Euro „hier im höchsten Maße sinnvoll verwendet“ würden. Und dass sie hoffe, dass auch nach dem Ende der Baumaßnahmen – geplant im Herbst 2012 – noch Geld da ist für die Ausstattung des Hauses.

Auch Nuß rechtfertigte die Ausgaben; 30, 40 Jahre lang werde nach der Generalsanierung „Ruhe sein“. Neue Möbel versprach er nicht, zeigte aber Verständnis für den Wunsch der Lehrerin.

In den späten 90er-Jahren, als der Kalte Krieg gewiss zu Ende war, entwidmete – so heißt das im Beamtensprech – der Bund die Kellerräume von ihren Schutzraumeigenschaften. Träume, den ehemaligen Bunker für den Unterricht zu nutzen, waren schnell ausgeträumt: mit 2,20 Metern Höhe sind die Räume zu niedrig, das Tageslicht fehlt und auch sonst wäre es im Untergrund wohl unkommod gewesen.

Ein Sanierungsfall ist er trotzdem: 60 000 Euro sind fällig, um in gegen eindringendes Wasser abzudichten.

Der erste Bauabschnitt soll bis zum Frühjahr 2010 fertig sein, ab Sommer 2010 werden Schwimmbad und Turnhalle sowie der Zwischenbau abgerissen. Laut Projektleiter Michael Kunz sind die Baumaßnahmen voll im Zeitplan.

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