Regierung bremst Schwerlaster aus

Würzburg 5000 Schwerlaster brummen täglich durch Würzburg und belasten die Menschen mit Abgasen und Lärm. Das gehört der Vergangenheit an, denn die Regierung von Unterfranken hat den Antrag der Stadt auf ein Transitverbot genehmigt. Künftig müssen Brummi-Kapitäne mit ihren schweren Gefährten auf der Autobahn bleiben.
Stadt und Landkreis Würzburg haben ihre Hausaufgaben gemacht und nach Treffen mit Straßenbauamt, Autobahndirektion, Polizei und Vertretern benachbarter Kreise ein Transitverbot für ihre massiv belastete Strecken beantragt. Im April ging das Konzept an die Regierung von Unterfranken, die ein langwieriges Verfahren durchzog.

 

Die übergeordnete Verkehrsbehörde musste, so Aussagen aus der Pressestelle, viele Beteiligte wie Spediteur-Verbände und benachbarte Regierungsbezirke mit einbeziehen, um die überregionalen Auswirkungen auf Verkehr und Wirtschaft zu betrachten.

Seit Mittwoch steht nun fest, welche Strecken künftig vom Transit-Schwerlastverkehr frei bleiben werden: Bundesstraße 19 von der Anschlussstelle Heidingsfeld/A 3 bis zur Anschlussstelle Estenfeld/A 7 und natürlich auch in der Gegenrichtung. Das entlastet den Stadtring Süd massiv. Weiter gesperrt werden die Bundesstraßen 8 und 27 in Fahrtrichtung Höchberg und Würzburg vor der Ortsdurchfahrt Höchberg bis nach Würzburg hinein. Das entlastet dann vor allem die Wörthstraße.

Es gibt auch Ausnahmen von dem Verbot: Natürlich ist nach wie vor der Lieferverkehr in die Region nicht betroffen, und auch bei einer Strecke von bis zu 75 Kilometern greift das Verbot nicht. Fährt beispielsweise ein Laster von Bad Mergentheim nach Schweinfurt, kann er problemlos den Würzburger Stadtring nutzen. In der Ferienzeit müssen die Anwohner des Stadtrings ebenfalls eine Kröte schlucken: Vom 1. Juli bis 31. August dürfen Schwerlaster an Samstagen zwischen 7 und 20 Uhr die Stadt passieren, ohne eine Verwarnung zu kassieren. Es gelten nämlich in dieser Zeit auch Fahrverbote auf der A 3 und A 7 für Laster ab 7,5 Tonnen. Damit wäre dann der gesamte Lkw-Verkehr aus der Region ausgesperrt gewesen.

Die Stadt hält zusätzlich an dem bestehenden Nachtfahrverbot auf dem Stadtring fest, erläutert Tiefbauamt-Chef Jörg Roth. Zwischen 22 und 6 Uhr dürfen auch künftig Laster über 7,5 Tonnen nicht fahren.

Das Konzept von Stadt und Regierung sieht eine umfassende Beschilderung, weit um Würzburg und Höchberg herum, vor. Auf der A 3 stehen bald Hinweise an den Ausfahrten Helmstadt, Kist und Heidingsfeld. Das gleiche gilt auf der A 7 bei Estenfeld.

Die Stadt hat jedenfalls blitzartig reagiert: Noch am Mittwoch gingen Schreiben an Straßenbauamt und Autobahndirektion heraus mit der Bitte, im Interesse der leidgeplagten Anwohner rasch die Schilder aufzustellen.

Dann ist wohl die Polizei an der Reihe, denn die Stadt kann Verstöße gegen das Verbot nicht selbst kontrollieren. Sollte ein Brummifahrer Würzburg weiterhin als Abkürzung nutzen, werden derzeit 20 Euro Verwarnungsgeld fällig, so die Polizei.


Im Blickpunkt

Eine Chronologie

Der bayerische Innenminister Gün-
ther Beckstein startet Ende 2005
eine Offensive im Bundesrat, um
gegen Mautflüchtlinge vorgehen
zu können. Am 21. Dezember 2005
wird das Schild Transitverbot ge-
nehmigt. Im Januar beantragt die
Stadt Würzburg formlos ein
Transitverbot. Im Februar treffen
sich beteiligte Behörden, im glei-
chen Monat bildet sich ein Arbeits-
kreis. Im März stehen die Schilder-
Standorte fest und im April geht
das Konzept an die Regierung.

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