Hettstadt

Reich strukturierte Kulturlandschaften

Obstbäume, Hecken, Ansaaten – viele Maßnahmen für mehr Strukturvielfalt in der Landschaft werden zur Zeit gefördert. Foto: Jochen Diener

Den Nerv der Zeit traf der Info-Abend der Gemeinde Hettstadt und der Öko-Modellregion Waldsassengau zu aktuellen Förderungen von Naturschutzmaßnahmen. Entsprechend gut besucht war die Veranstaltung im Vereinsheim des RV Edelweiß. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Vielfältige und reich strukturierte Kulturlandschaften seien eine wichtige Grundlage für den Erhalt der Artenvielfalt und somit eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Die Ländliche Entwicklung bietet Kommunen und engagierten Privatpersonen im ländlichen Raum Unterstützung bei der Planung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen.

Referent Roland Schneider vom Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken stellte das aktuelle Programm „FlurNatur“ vor, das Förderungen für die Neu-Anlage von Struktur- und Landschaftselementen wie Streuobstwiesen, Tümpeln, Wasserrückhaltebecken oder Hecken vorsieht.

Fachliche Begleitung

Die Maßnahmen müssten fachlich begleitet werden, um einen ökologischen Nutzen zu gewährleisten. Beratend steht beispielsweise der Landschaftspflegeverband Würzburg mit seiner Expertise zur Verfügung. Mit einer einfachen Skizze und Beschreibung kann der Antrag beim Amt für Ländliche Entwicklung in Würzburg eingereicht werden.

Voraussetzung sei, dass die Maßnahmen aus einem stimmigen Gesamtkonzept ableitbar sind, wie zum Beispiel ein Gemeindeentwicklungskonzept. Da die meisten unterfränkischen Gemeinden mittlerweile einer Allianz bzw. einem Gemeindeverbund angeschlossen sind, ist diese Voraussetzung erfüllt, da für diese Verbünde als Planungsgrundlage ein sogenanntes ILEK (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept) vorliegt.

Die Förderhöhe beträgt bis zu 75 Prozent, wobei auch Planungskosten anteilig förderbar sind. Die Fördersumme liegt bei mindestens 5000 Euro bis maximal 60 000 Euro. Im ersten Schritt vor der Konzepterstellung sollte die Maßnahme telefonisch mit dem Amt für Ländliche Entwicklung abgesprochen werden, um die Förderwürdigkeit zu klären. Antragsberechtigte sind neben den Kommunen, auch natürliche und juristische Personen, das heißt Privatpersonen und Vereine können ebenfalls Mittel beantragen.

Förderfähige Maßnahmen

Interessante Förderungen bietet außerdem die Landschaftspflegerichtlinie, die Madeleine Königer, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes Würzburg, vorstellte. Auch dort sind zahlreiche Maßnahmen förderfähig, die mehr Struktur und Vielfalt in die Landschaft bringen.

Eine Zustimmung durch die Untere Naturschutzbehörde ist erforderlich und wie auch bei FlurNatur ist eine Mehrfachförderung ausgeschlossen. Bei beiden Programmen darf die Maßnahme erst nach Bewilligung begonnen werden. Die Fördersumme liegt bei mindestens 2500 Euro. Für Maßnahmen, die die Fördersumme nicht erreichen, stehen Mittel über die sogenannte Kleinstförderung zur Verfügung.

Zum Abschluss stellte Niels Kölbl vom Landschaftspflegeverband noch die Vielfalt einheimischer Mehlbeeren vor, die als trockenheitsverträgliches Gehölz zu den Klima- bzw. Zukunftsbäumen zählen. Ein Mehlbeeren-Vermehrungsprojekt ist gemeinsam mit der Main-Streuobst-Bienen Genossenschaft aus Margetshöchheim in Planung.

Schlagworte

  • Hettstadt
  • Artenvielfalt
  • Kulturlandschaft
  • Landschaften
  • Ländliche Entwicklung
  • Ländlicher Raum
  • Naturschutzbehörden
  • Planung und Organisation
  • Planungskosten
  • Ökologie
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!