WÜRZBURG

Reizgas-Attacke in Würzburger Innenstadt

Reizgas-Anschlag
Reizgas-Anschlag in Würzburger Innenstadt Foto: Andreas Jungbauer
Reizgas-Anschlag
Reizgas-Anschlag in Würzburger Innenstadt Foto: Andreas Jungbauer
Reizgas-Anschlag
Reizgas-Anschlag in Würzburger Innenstadt Foto: Andreas Jungbauer
Reizgas-Angriff
Reizgas-Angriff in der Dompassage in Würzburg Foto: Andreas Jungbauer

Großeinsatz für Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei am Donnerstagabend in der Würzburger Innenstadt: Ein bislang unbekannter Mann versprühte kurz vor Ladenschluss gegen 19.30 Uhr offenbar in der geschlossenen Passage eines Geschäftshauses in der Domstraße Reizgas. Dabei wurden 24 Menschen verletzt, sie erlitten Reizungen an Augen und Atemwegen. Zwei von ihnen wurden in die Klinik gebracht, die anderen konnten von den Rettungsdiensten ambulant versorgt werden.

Nach Angaben des Rettungsdienstes wurde ein Großteil der Passanten unverhofft in der Passage von der Attacke getroffen. Nur wenige Opfer waren in dem Moment gerade Gäste eines Imbisses. Nach Informationen der Redaktion konnten fünf Gäste das Asia-Lokal zunächst nicht verlassen. Sie wurden erst evakuiert, nachdem die Feuerwehr den Fluchtweg in Dom- und Augustinerstraße geprüft und vom Reizgas befreit hatte.

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Reizgas-Anschlag

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Fahndung nach Täter

Andere Passanten, die auf dem Weg durch die Passage waren, taumelten ins Freie, wurden vom eintreffenden Rettungsdienst versorgt. Zwei kamen nach Aussage von Einsatzleiter Uwe Kinstle (Johanniter-Unfallhilfe) in Kliniken, insgesamt waren 24 Personen betroffen. Mit großen Gebläsen rückte die Feuerwehr dem Gas zu Leibe.

Gegen 20 Uhr war die Domstraße voller Einsatzfahrzeuge. Die Polizei hatte alle Zugänge gesperrt, Notärzte, 15 Fahrzeuge von Rotem Kreuz, Johannitern und Maltesern sowie weitere Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr säumten die Straße. In Richtung Bahnhof und Augustinerstraße stauten sich die Straßenbahnen. Neugierige eilten aus den Nebenstraßen herbei.

Kein giftiger Stoff

Allein von den Rettungsdiensten waren 42 Helfer im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr Würzburg war mit fünf Fahrzeugen vor Ort. Die Feuerwehrleute führten sofort Messungen durch, wobei sich herausstellte, dass kein giftiger Stoff im Spiel war, meldete Pressesprecher Karl-Heinz-Schmitt vom Polizeipräsidium Unterfranken. Mit Hochleistungslüftern hat die Feuerwehr die Dom-Passage entlüftet.

Der Verkehr der Straßenbahnlinien 4 und 5 wurde bis kurz nach 21 Uhr eingestellt. Dann fuhren die Straßenbahnen wieder. Die weiteren Ermittlungen führt die Polizeiinspektion Würzburg-Ost.

Nach der Versorgung der Passanten überprüften Wehrmänner die gesperrte Passage zwischen einem Lebensmittelmarkt und einem Bekleidungsgeschäft. Indessen begann die Polizei mit der Vernehmung von Zeugen und der Fahndung nach einem Tatverdächtigen. Bisher ist nur eine kurze Beschreibung von ihm bekannt. Er soll nach ersten Aussagen von Augenzeugen ein jüngerer Mann gewesen sein.

Von der Person lag gegen 22.30 Uhr nach Angaben von Polizeisprecher Schmitt folgende Beschreibung vor: Es handelt sich um einen jungen Mann mit schwarzen Haaren. Über die Bekleidung ist nur schwarze Jacke und schwarze Hose bekannt. Über die Fluchtrichtung liegen keine Erkenntnisse vor.

Personen, die Hinweise geben können, die für die Polizei bei ihren Ermittlungen von Bedeutung sein könnten, werden gebeten, sich unter Tel. 0931/457-2230 zu melden.

Reizgas-Attacke in der Würzburger Dompassage

Nach Angaben von Einsatzkräften ist dies bereits der dritte derartige Anschlag mit Reizgas dieser Art. Dies wurde von Seiten der Polizei bestätigt. Ein früherer Anschlag soll in der Nacht des 7. April in der Nähe des Alten Kranens stattgefunden haben, der zweite eine Nacht später nahe einer Diskothek in der Veitshöchheimer Straße.

Der Anschlag weckt Erinnerungen an einen Reizgas-Angriff vor einem Jahr in Lengfeld: Dort hatte ein ebenfalls unbekannter Täter bei der CopaCabana Night der Faschingsgesellschaft in der Kürnachtalhalle mit Pfefferspray in die Menge gesprüht. Rund 1000 Gäste feierten dort eine Party. Vor der Halle kam es daraufhin zu Ausschreitungen, die Veranstaltung wurde abgebrochen. Bei dem Reizgas-Angriff und den folgenden Schlägereien waren in Lengfeld 31 Menschen verletzt worden.

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