REGION WÜRZBURG

Rettungsdienst: Keine weiße Fläche mehr im Landkreis

Ein Rettungswagen - drei Logos: Johanniter Unfallhilfe (JUH), Malteser Hilfsdienst (MHD) und das Bayerische Rote Kreuz (BRK) präsentieren mit den Verantwortlichen im Rettungswesen ein neues Gefährt (von links): Paul Justice (stellvertretender Geschäftsführer Rettungszweckverband), Michael Pahlke (Geschäftsführer), Michael Dittmann (BRK), Rainer Kaufmann (MHD) und Landkreis Eberhard Nuß.. Foto: Günther Hillawoth

Die Neuordnung des Rettungsdienstes ist in trockenen Tüchern. Ab 1. Oktober werden weitreichende Veränderungen rettungsdienstlicher Versorgungsstrukturen im Landkreis Würzburg umgesetzt, verkündete Landrat Eberhard Nuß in einem Mediengespräch. Das heißt in der Praxis: In Giebelstadt und Uettingen werden neue Rettungswachen eingerichtet, die jeweils eine Vorhaltung von Rettungswägen für 24 Stunden pro Tag garantieren müssen.

Nach Einschätzung des Landrats werde eine weitere Steigerung der Versorgungssicherheit erreicht – insbesondere auch im südlichen Landkreis: „Das war bisher eine weiße Fläche.“

Knackpunkt war der bisherige Standort Kist, der geschlossen werden sollte. Hier hatte Landrat Eberhard Nuß, gleichzeitig auch Vorsitzender des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, sein Veto eingelegt: „Da mache ich nicht mit.“ Von Kist aus waren Ober- und Unteraltertheim sowie Steinbach bislang rund um die Uhr versorgt worden.

Also musste eine andere Lösung her. Und durch die – so der Landrat weiter – entstehe den Kistern und Altertheimern kein Nachteil. An Werktagen werde die Versorgung von 7 bis 19 Uhr aufrecht erhalten, Samstag und Sonntag von 9 bis 21 Uhr. In den übrigen zwölf Stunden würden diese Gemeinden von Würzburg aus versorgt. Dafür sprach Nuß den BRK, den Maltesern und Johannitern seinen Dank aus.

Die von Gutachtern vorgeschlagene völlige Schließung konnte nicht zuletzt deshalb vereitelt werden, weil es nach Nuß‘ Worten mit Hilfe des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement – kurz INM – gelungen sei, diese Empfehlung bei den Krankenkassen abzuwenden.

Weiter soll die Situation im Bereich Altertheim durch eine Zusammenarbeit mit den Feuerwehr aufgewertet werden. Michael Dittmann (BRK) berichtete, dass neun ehrenamtliche Helfer zur Verfügung stünden. Zudem sei ein Allrad-Krankenwagen aus der Rhön angeschafft worden. Bei einem Ernstfall würde dennoch ein Rettungswagen geschickt, in dringlichen Fällen könne der technisch voll ausgerüstete Altertheimer Notfallwagen den Transport in nächste Krankenhaus auch übernehmen.

Weitere Vorteile: Die Rettungswachen sind mit ihren Einsätzen nicht auf ihren Bereich fixiert. So können beispielsweise die Ochsfurter bei Engpässen im benachbarten Kitzinger Bereich über die Landkreisgrenze nach Marktbreit oder Martinsheim einen fahren, ebenso wie die Creglinger im unteren südlichen Bereich.

Diese Strategie soll sich bei Bedarf auch im westlichen und nördlichen Landkreis bewähren. Der Rettungszweckverband erstreckt sich über Stadt und Landkreis Würzburg hinaus bis in die Nachbarkreise Main-Spessart, Kitzingen und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim (in Mittelfranken.

Trotz bekannter Sparzwänge im Gesundheitswesen sei die Schaffung des Standortes Giebelstadt ein voller Erfolg. Für diese Versorgungswache ist das BRK zuständig. Hier würden Gespräche mit der Feuerwehr geführt, so Michael Dittmann, der sich bei Bürgermeister Helmut Krämer für dessen Unterstützung dankte.

Dem sei auch in Uettingen so, teilte MHD-Geschäftsführer Rainer Kaufmann mit. Dort müssen die Rettungshelfer vorerst noch mit einem Container auskommen. Vermutlich ab 1. Januar wird die neue Rettungswache im neuen Gebäude unter der Regie des MHD in Betrieb gehen.

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