WÜRZBURG

Rettungsdienste: Mit Beklebung Blaulichtunfälle vermeiden

Mit dem Funkrufnamen „Rotkreuz Würzburg 71/2 “ ist der erste Rettungswagen nach dem neuen Hochsichtbarkeitskonzept der bayerischen Rettungsdienste in der Stadt in Betrieb gegangen. Die Besatzung mit den Rettungsassistenten Florian Hauck und Maximilian Piechaczek konnte nach ihren... Foto: Michael Wutz

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) in Würzburg hat den ersten Rettungswagen einer neuen Generation in Betrieb genommen. Ein Hochsichtbarkeitskonzept soll künftig helfen, Unfälle auf Einsatzfahrten zu vermeiden. Auffälligste Merkmale des neuen Sprinters sind seine seitliche Beklebung und blinkende blaue Kotflügelkennleuchten.

Hohes Risiko

Wie das Rote Kreuz berichtet, ist bei Einsatzfahrten des Rettungsdienstes das Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten um ein Achtfaches gegenüber einer normalen Fahrt erhöht. Das Risiko, einen Unfall mit einem tödlichen Ausgang zu erleiden, sei viermal so hoch.

„Der Großteil der Unfälle mit Einsatzfahrzeugen ereignet sich in Kreuzungsbereichen während der Tagesstunden. Dies kommt zum einen durch das höhere Verkehrsaufkommen tagsüber, macht aber auch Defizite in der Rettungsmittel-Erkennbarkeit offensichtlich, weil gerade die optische Signalanlage bei Tageslicht deutlich weniger wirksam ist als in der Nacht“, berichtet BRK Rettungsdienstleiter Jens-Uwe Greiner.

„Das ursprünglich in England entwickelte und jetzt im bayerischen Rettungsdienst eingeführte Hochsichtbarkeitskonzept (HCC = „High Conspicuity Concept“) soll vor allem zur schnelleren Erkennbarkeit beim Einfahren in bevorrechtigte Verkehrsbereiche beitragen“, erläutert Kreisgeschäftsführer Oliver Pilz in der BRK-Pressemitteilung. „Durch die besondere Farbgebung und Anordnung der Beklebungselemente erreichen wir eine verbesserte Tag-, Dämmerungs- und Schlechtwettersichtbarkeit unserer Fahrzeuge.“

Auch bei den Rettungsdiensten der Johanniter und Malteser werden die Rettungswagen künftig nach dem neuen Konzept beklebt.

Auch Feuerwehren ziehen mit

„Die Rettungsdienste in Bayern stimmen ihre Ausstattung miteinander ab, die Fahrzeuge werden zentral und gemeinsam beschafft“, ergänzen Johanniter-Regionalvorstand Uwe Kinstle und Malteser-Geschäftsführer Rainer Kaufmann.

Auch Feuerwehren bekleben ihre Einsatzfahrzeuge mit neuen Mustern.

„Uns machen aber auch das Telefonieren und die großen Musikanlagen in den Autos immer mehr Sorge“, sagt Rettungsdienstleiter Jens-Uwe Greiner. „Die Fahrer sitzen in isolierten Kabinen, in denen sie den Kontakt zur Außenwelt verlieren und abgelenkt werden. Unsere Martinshörner werden teilweise nicht rechtzeitig wahrgenommen, umso wichtiger ist es, möglichst frühzeitig gesehen zu werden“.

BRK-Rettungsdienst

Das Rote Kreuz betreibt in Stadt und Landkreis Würzburg drei Rettungswachen. Hier sind insgesamt neun Rettungswagen, elf Krankentransportwagen und drei Notarzteinsatzfahrzeuge zum Einsatz. Im vergangenen Jahr wurden diese zu 32 800 Einsätzen alarmiert und legten dabei knapp 750 000 Kilometer zurück. Aktuell sind im Rettungsdienst 85 hauptberufliche Mitarbeiter beschäftigt, die von rund 50 ehrenamtlichen Helfern und elf Mitarbeitern vom Bundesfreiwilligendienstes unterstützt werden. An den Rettungswachen in Giebelstadt, Ochsenfurt und Würzburg absolvieren zudem jeweils zwölf Auszubildende die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter.

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