RIMPAR

Rimparer Pfarrei sucht nach Versöhnung

Die Querelen in der Rimparer Pfarrei St. Peter und Paul haben auch die erste Runde der Wahl der neuen Kirchenverwaltung überschattet. Während die Wahl selber geordnet ablief, kam es vor dem Wahlraum zu angeregten Diskussionen über das Zerwürfnis in der Pfarrei, aber auch die strenge Auslegung der Wahlordnung durch die Diözese. Die Katholiken hatten sowohl nach der Vorabendmesse am Samstag als auch dem Sonntagsgottesdienst jeweils vier Stunden lang die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Auch am kommenden Wochenende wird noch einmal gewählt.

Die Beteiligung war nach Beobachtung des Vorsitzenden des Wahlausschusses Robert Bedner ähnlich hoch wie bei früheren Wahlen: Viele hätten unmittelbar nach dem Gottesdienst beziehungsweise von dem am Totensonntag traditionell von der politischen Gemeinde organisierten Gedenken am Kriegerdenkmal ihre Stimme abgegeben. Er hat jedoch auch Katholiken erkannt, die extra für die Wahl kamen. Die Pfarrei habe sich bewusst dafür entschieden, nicht nur eine Briefwahl, sondern auch einen Gang zur Wahlurne anzubieten, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, ihr „persönliches Interesse“ an der Pfarrei zu zeigen. Allerdings ist die Beteiligung an der Wahl der Kirchenverwaltung traditionell nicht besonders hoch: Auf etwa zehn Prozent schätzt sie Bedner.

In den Gesprächen vor der Tür war zu spüren, dass die Unruhe in der Pfarrei ihre Spuren hinterlassen hat. Viele halten den Streit für unnötig. Ein älterer Herr, der soeben seine Stimme abgegeben hatte, fragte, ob die Kirche nicht andere Probleme habe, als sich über „Nebensächlichkeiten“ zu zerstreiten. Es sei eine „mittlere Katastrophe“ für die Pfarrei, sagte ein anderer. Dass die Wahlordnung offensichtlich in vielen Pfarreien nicht angewendet wird, brachte den ein oder anderen zu der neckischen Bemerkung, ob er sich nicht den Weg hätte sparen können. Auch erinnerte einer daran, dass die Kirche hier sogar strenger verfahre als die weltliche Politik, bei der nur neue Wahllisten Unterstützerunterschriften bräuchten. Dass die Wahl tatsächlich ungültig sein könnte, glaubt hingegen kaum einer.

In der Predigt von Pfarrer Dariusz Kruszynski, der erst seit kurzem das Pfarrhaus bewohnt, dessen Renovierung der Stein des Anstoßes ist, war zu spüren, wie sehr die Pfarrei auf Versöhnung setzt. In der Auslegung des Evangeliums schlug er einen weiten Bogen vom Gedenken für die Opfer des Krieges am Totensonntag bis zur Sehnsucht eines „jeden Menschen“ nach Frieden in seinem privaten Umfeld, „der Friede in der Familie, mit den Nachbarn und auch in unserer eigenen Kirchengemeinde.“ Der gelebte Friede in der Welt sei ein Vorgeschmack auf das himmlische Reich.

Auch in den Fürbitten beteten die Gläubigen dafür, dass der Geist Christi „alle Glieder der Kirche“ erfülle. Den in der katholischen Messe üblichen Gruß des Friedens, den sich alle Gläubigen gegenseitig per Handschlag geben, leitete Diakon Franz-Ludwig Ganz mit der Aufforderung ein, einander ein Zeichen des Friedens zu geben und „wenn es nottut der Versöhnung“.

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