WÜRZBURG

Ringpark soll unter Naturschutz

Über 100 Jahre nach seiner Anlage soll der Würzburger Ringpark unter Naturschutz gestellt werden. Der Stadtrat brachte das Verfahren auf den Weg – begleitet von einer Grundsatzdebatte über die Bedeutung des 3,3 Kilometer langen Grüngürtels um die Innenstadt.
Im Herbst ist der Ringpark ein Farbenspektakel.FOTO Thomas Obermeier
Im Herbst ist der Ringpark ein Farbenspektakel.FOTO Thomas Obermeier

Zunächst sollen über das Umweltamt entsprechende Untersuchungen eingeleitet werden.

Dass Würzburg seine 27 Hektar große grüne Lunge braucht, daran ließ niemand Zweifel aufkommen.
 
Auch nicht SPD-Fraktionschef Hans Werner Loew. Er und seine Fraktion haben auch nichts gegen eine Prüfung.

Allerdings warnten sie davor, frühzeitig unverrückbare Fakten zu schaffen.

Loew, der Aufsichtsratsvorsitzender der Straßenbahn GmbH ist, hält Probleme bei der Trassenführung für die neue Strabalinie 6 für möglich.
 
Klar ist nämlich, dass die Straba an irgendeiner Stelle den Ringpark durchqueren muss.

Das weiß auch Umweltreferent Wolfgang Kleiner – und steht dazu: „Natürlich muss das möglich sein.“ Ein Hinderungsgrund, den Ringpark unter Schutz zu stellen, sei dies aber nicht.

Mit entsprechenden Regelungen und Befreiungen könne man auf die ÖPNV-Planungen Rücksicht nehmen.

Über allem steht laut Kleiner aber das Ziel, den vom schwedischen Gärtner Jens Person Lindahl geschaffenen Park für die kommenden Generationen zu erhalten.

CSU-Stadtrat Willi Dürrnagel würdigte den Park als einen der artenreichsten Deutschlands, der gerade wegen Würzburgs Kessellage und häufiger Inversionswetterlagen für das Stadtklima von großer Bedeutung sei.

Für die Grünen mahnte Karin Miethaner-Vent, den Ringpark in seiner Qualität zu verbessern – „dort, wo er verhunzt worden ist.“ Als Beispiel nannte sie die Beschneidung durch die Bismarckstraße im Zusammenhang mit dem Bau des Posthochhauses.
 
Die Grünen befürchten, dass der Ringpark ohne hinreichenden Schutzstatus künftig als Flächenreserve für vermeintlich notwendige Stadtentwicklungen dienen könnte.

Ohne Widerspruch blieb im Stadtrat der Hinweis, dass Würzburg als Touristenstadt den Ringpark gegenüber Gästen noch besser vermarkten sollte.

Von seiner Kritik ließ sich Loew unterdessen nicht abbringen – und er machte sie an der von Umweltreferent Wolfgang Kleiner vorbereiteten Beschlussvorlage fest. N

icht nur deshalb wirkte die Debatte wie ein Stellvertreterstreit zur gleichzeitig anstehenden Frage um eine weitere Amtszeit des Referenten. Den Ringpark unter Naturschutz zu stellen, dafür waren am Ende 33 Stadtratsmitglieder.

Die 16 Gegenstimmen kamen von SPD, WL, FDP und Linken.

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