WÜRZBURG

SPD-Integrationsexpertin: Mittelkürzung ist Fehler

Integration im Blick: (von links) Bundestagsabgeordnete Aydan Özoguz und Homaira Mansury, stellvertretende Vorsitzende der Würzburger SPD.SPD Foto: Foto:

(mr) „Es gibt Unterschiede zwischen statistischer, gelebter und gefühlter Integration. Es nutzt niemandem, wenn sich ein Mensch in Deutschland nicht wohl und hier nicht willkommen fühlt“, so Aydan Özoguz, Bundestagsabgeordnete und Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion. Auf Einladung der Würzburger SPD referierte die Sozialdemokratin im voll besetzten Max-Dauthendey-Saal zum Thema „Integration – Aufgabe für eine solidarische Gesellschaft“.

Die gebürtige Hamburgerin skizzierte in ihrem Vortrag zu Einwanderung in Deutschland einzelne migrantische Gruppen der letzten 60 Jahre, teilt SPD in einer Pressemitteilung mit. Sie erläuterte die Herausforderungen der Integration, „der Erlangung der gleichberechtigten Teilhabe und dem gleichen Zugang zu den gleichen Ressourcen in der Gesellschaft“. Dies sei nicht nur eine Aufgabe für die Politik, sondern für alle Menschen in einer Gemeinschaft, so Özoguz.

In der Veranstaltung, moderiert durch die stellvertretende Vorsitzende der Würzburger SPD, Homaira Mansury, wurde deutlich, dass zu dem Thema Integration viel Redebedarf besteht: Im Publikum saßen Vertreter von Bildungsträgern, sozialen Einrichtungen, Moscheevereinen, aus der Politik sowie einzelne Interessierte, die gute zwei Stunden lang mit der Abgeordneten über ihre biografischen Erfahrungen, berufliche Engpässe, aber auch Erfolge in der Integrationsarbeit sprachen. Hierbei, wie auch in der politischen Arbeit, sei wichtig, dass sachlich und ohne hetzenden Populismus und Verdrehung von Fakten die integrationspolitische Debatte geführt werde, so Homaira Mansury. Besonders die erheblichen Mittelkürzungen der schwarz-gelben Koalition für das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ seien ein großer Fehler, den die SPD-Fraktion in Berlin nicht hinnehmen wolle, so Aydan Özoguz: „Durch dieses sinnvolle Programm sind jahrelang Stadtteile ganzheitlich gefördert worden. Diese Orte des Zusammenlebens wurden nicht nur baulich verbessert, sondern auch atmosphärisch, sozial und in Zusammenarbeit mit allen Bewohnerinnen und Bewohnern und Verantwortlichen.“

Dieses Programm hätten CDU/CSU und FDP um 70 Prozent gekürzt und auf bauliche Maßnahmen reduziert. Auch in diesem Zusammenhang informierte sich Özoguz am Nachmittag bei einem Besuch des Heuchelhofs über die derzeitige Situation und trat mit dem Sozialreferat der Stadt Würzburg und Bewohnern in den Dialog. Am Abend wurden auch die aktuellen Ereignisse in der bayerischen Asylpolitik thematisiert. Die Würzburger SPD, die ein Umdenken der Staatsregierung fordert, hat Özoguz zu einem weiteren Termin nach Würzburg eingeladen, um sich ein Bild von der Lebenssituation der Flüchtlinge zu machen.

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