Würzburg

SPD befürchtet Hängepartie beim Kauf der Faulenberg-Kaserne

Die Stadt möchte das gesamte Areal der Faulenberg-Kaserne erwerben. Doch inzwischen fordert der Bund eine Teilfläche für sich. Und die SPD-Stadtratsfraktion macht Druck.
Die Stadt Würzburg möchte das 12,5 Hektar große Areal der Faulenberg-Kaserne in diesem Jahr erwerben. Die SPD-Stadtratsfraktion fürchtet, dass der Termin nicht zu halten sein wird.  Foto: Schwarzott

Die letzten amerikanischen Soldaten haben die Faulenberg-Kaserne an der Nürnberger Straße 2007 verlassen. Seitdem versucht die Stadt Würzburg das 12,5 Hektar große Gelände zu erwerben. Für eine spätere Nutzung für Gewerbe, Kultur und Wohnen wurde bereits 2011 ein städtebaulicher Masterplan für das Gelände entwickelt. Nachdem die Stadt im letzten Jahr bekanntgab, die Verkaufsgespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) befänden sich auf der Zielgeraden, scheint jetzt Sand ins Getriebe gekommen zu sein.  Aus Sicht der SPD-Stadtratsfraktion ist mit einem Ankauf nicht vor diesem Sommer zu rechnen. Grund dafür sind Ansprüche des Bundesfinanzministeriums, das drei Hektar des ehemaligen Militärgeländes für den Zoll, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit und das Technische Hilfswerk (THW) fordert. 

SPD-Fraktion traf sich mit Experten

SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Kolbow, SPD-OB-Kandidatin Kerstin Westphal, MdB Bernd Rützel und MdL Volkmar Halbleib hatten jetzt Mitarbeiter von BImA, Zoll und THW eingeladen, um die aktuelle Situation zu erörtern. Mit dabei war auch der Bamberger SPD-MdB Andreas Schwarz, der im Haushaltsausschuss des Bundestags für die Finanzen von Zoll und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit zuständig ist. Schwarz machte laut einer SPD-Pressemitteilung deutlich, dass jetzt die BImA am Zug sei und und zügig entscheiden müsse, welche Flächen zum Verkauf stünden und welche nicht. Gleichzeitig bestätigte er aber auch den Bedarf der von der BImA geforderten Flächen.

OB-Kandidatin Westphal betonte, dass die Planungen des Bundes dem Ziel einer urbanen Quartiersentwicklung für Gewerbe, Wohnen und Kultur widersprächen. Deshalb müsse die BImA Alternativen in den Blick nehmen. Daneben solle auch die Stadt Würzburg nach alternativen Grundstücken suchen und diese der BImA anbieten. Nach den Gesprächen sei die SPD-Fraktion besorgt, "dass die Entwicklungen zu einer langen Hängepartie führen", wenn sich BImA und Stadt nicht einigen, so Alexander Kolbow. 

Stellungnahme aus dem Rathaus

Die Stadt Würzburg befinde sich bereits seit geraumer Zeit in konstruktiven Gesprächen mit der BImA, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Rathaus. Die von der Stadt vorgeschlagenen Flächen wurden jedoch von der BImA als nicht geeignet zurückgewiesen, deshalb seien weitere Gespräche vereinbart worden. Nach Auskunft der BImA kämen grundsätzlich aber auch Flächen außerhalb des Faulenberg-Areals in Frage.

Stadt lehnt Zoll-Ansiedlung ab

Eine geplante Nutzung durch den Zoll mit einer „speditionsmäßigen Anlage“ sei jedoch für die Stadt Würzburg aufgrund des zu erwartenden massiven Verkehrs, insbesondere LKW-Verkehrs, sowie der damit einhergehenden Umweltbelastung nicht tragbar und widerspreche auch dem gemeinsam mit der BImA entwickelten Rahmenplan. „Nur weil der Bund Eigentümer des Grundstücks ist, sollte er nicht ohne Rücksicht auf das Umfeld und die Stadtbevölkerung Planungen verfolgen, die für die Kommune negative Auswirkungen haben“, sagt Baureferent Benjamin Schneider. Er betont, dass die Stadt die BImA bereits aktiv bei der Suche nach geeigneten Flächen unterstütze.

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