Sommerhausen

Sängerin Dagmar Dümchen berührte die Sommerhäuser im Herzen

Wenn eine außerordentlich charismatische Frau mit Gitarre auf spanisch von vielfarbigem Elend, Nachtfaltern und Abschied singt, könnte das für den Zuhörer durchaus traurig und schwer verständlich sein. Sängerin und Gitarristin Dagmar Dümchen hat jedoch auf ihrer musikalischen Reise durch Bolivien die Hörer in der Bartholomäuskirche in Sommerhausen direkt im Herzen berührt und eine wahre Schatzkiste an Impressionen, Emotionen und Farben geöffnet.

Ein auffallend diverses Publikum kam zusammen, um sich auf die musikalische Reise zu begeben und Dagmar Dümchen zu lauschen. Das Konzert fand mit Unterstützung des Hilfswerks Lions Club Würzburg de Leone statt – allerdings entgegen der Ankündigung ohne ihren Duopartner. Dagmar Dümchen füllte den Kirchenraum mit ihrer Präsenz voll und ganz und gestaltete etwa 70 Minuten musikalisch und rednerisch ein erstaunliches Benefizkonzert über und für ein Land, in dem gerade der Frühling beginnt. Ganz allein war sie ja nicht, denn die etwa 140 Zuhörer trugen mit ihrer Aufmerksamkeit und kräftigem, stehenden Applaus zum Erfolg des Konzertes bei.

Behäbiger Menschenschlag

Das Konzept einer musikalischen Reise könnte sich in den falschen Händen durchaus als sperrig entpuppen und birgt die Gefahr der Überfrachtung. Nicht so bei Dagmar Dümchen: Selektive Höhepunkte ausgewählter Regionen oder Menschenschläge in Verbindung mit Anekdoten und pointierten Witzen erweckten mit Volksliedern Facetten des Landes zum Leben. Neben der Regierungshauptstadt La Paz (die Wahlheimat der Künstlerin), beleuchtete sie unter anderem die "echte" Hauptstadt Sucre im südlicheren Teil Boliviens, ebenso wie die Gegend Tarija ganz im Süden mit ihren Bewohnern, die sich selbst als sehr behäbigen Menschenschlag bezeichnen.

Das weiße Teufelchen kommt, wenn der Junge nicht schläft

Stimmlich besonders eindrucksvoll war "Sombrero de Sao", "Strohhut", in dem ein junger Mann seiner zukünftigen sehr skeptischen Schwiegermutter gegenübertritt und ihr versichert, er werde seine Zukünftige gut ernähren – "mit diesem Herzen". Auch "Seringueiro", das das tragische und mühsame Schicksal der Gummibaum-Bauern behandelt, überzeugte mit ungemeiner Intensität. Nach zwei Zugaben entließ Dagmar Dümchen ihr Publikum mit dem Schlaflied "Duerme negrito", in dem ein kleiner farbiger Junge einschlafen soll, da sonst ein weißes Teufelchen kommt. 

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