Würzburg

Schadstoff-Messstelle: Bessere Luft für die Würzburger

Positive Entwicklung: Nach Schadstoffmessungen des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) hat sich die Luftqualität in Würzburg im vergangenen Jahr deutlich verbessert. 
Rund 80 Prozent der Belastung mit Stickstoffdioxid entsteht durch Fahrzeuge, die mit Dieselmotoren in der Stadt unterwegs sind. Seit 2017 hat die Verschmutzung durch Dieselabgase in Würzburg deutlich abgenommen.  Foto: Archiv Silvia Gralla

Die Luftqualität in Würzburg hat sich im vergangenen Jahr deutlich verbessert: Umweltreferent Wolfgang Kleiner freut sich über "deutliche Fortschritte beim Feinstaub" und eine "sehr erfreuliche Entwicklung" beim Stickstoffdioxid. Das hat die vorläufige Jahresauswertung 2019 der beiden Schadstoff-Messstellen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) am Stadtring Süd und an der Kopfklinik ergeben.

Die beiden Würzburger Messstellen sind Teil des Lufthygienischen Landesüberwachungsystems Bayern (LÜB), das im gesamten Freistaat durchgehend die Belastungen mit Feinstaub und Stickstoffdioxid aufzeichnet. Beim Feinstaub der Kategorie PM10 beträgt der erlaubte Jahresmittelwert 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Nach dem Bericht des LfU wurde am Stadtring Süd nur ein Jahresmittelwert von 20 Mikrogramm festgestellt: "Wir waren in den letzten Jahren immer deutlich unter dem Grenzwert, aber das ist unser bester Wert seit Beginn der Aufzeichnungen", betonte Kleiner bei der Präsentation der Messwerte vor der Presse: "Damit haben wir sogar die strengeren Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation eingehalten."

Tagesmittelwert zweimal überschritten

An maximal 35 Tagen pro Jahr darf ein Tagesmittelwert von 40 Mikrogramm überschritten werden, in Würzburg war das 2019 nur zweimal der Fall. "Das kann sich allemal sehen lassen", sagte Kleiner. Beim Feinstaub entsteht etwa ein Drittel der Belastung durch den innerstädtischen Verkehr, den größten Anteil daran haben Abrieb von Bremsbelägen und Reifen, die von der Straße aufgewirbelt werden. "Verbrennungsmotoren haben beim Feinstaub eine untergeordnete Bedeutung", erläuterte der Umweltreferent.

Ganz anders ist das bei der Belastung mit Stickstoffdioxid: Rund 80 Prozent der Belastung entsteht durch Fahrzeuge, die mit Dieselmotoren in der Stadt unterwegs sind. Aber auch bei den Dieselabgasen hat sich 2019 der Trend der beiden Vorjahre fortgesetzt: "Wir gehen seit 2017 deutlich herunter", so Kleiner. 2019 betrug der Jahresmittelwert am Stadtring Süd 30 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft, der Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm. Der Tagesmittelwert wurde kein einziges Mal überschritten. Zum Vergleich: An der LÜB-Messstation an der Landshuter Allee in München wurde 2019 ein Jahresmittelwert von 63 Mikrogramm ermittelt.

Luftqualität hat sich deutschlandweit verbessert

Kleiner macht unter anderem die umweltfreundliche Verkehrspolitik der Stadt und die Nachrüstung der städtischen Busflotte mit modernen SCRT-Filtern für die Verbesserungen verantwortlich: "Die Fahrzeugflotten in Würzburg werden insgesamt moderner." Deutlich überschritten wurde der Stickstoffdioxid-Grenzwert allerdings in der Grombühlstraße, wo vom LfU mit so genannten Passivsammlern gemessen wird, die etwas ungenauer sind. 49 Mikrogramm war dort 2019 der Jahresmittelwert. Aber auch das ist trotz der deutlichen Grenzwertüberschreitung eine Verbesserung: In früheren Jahren wurden dort bis zu 70 Mikrogramm gemessen, in den Jahren 2017 und 2018 waren es jeweils 55 Mikrogramm Stickstoffdioxid. "Wir sind noch nicht zufrieden. Aber wir haben die beste Luftqualität seit Beginn der Aufzeichnungen", betonte Kleiner.

Das bestätigt auch das Umweltbundesamt: Zwar werden in vielen Großstädten die Grenzwerte nach wie vor überschritten, insgesamt habe sich die Luftqualität deutschlandweit 2019 aber verbessert, teilte Bundesumweltministerin Svenja Schulze am Dienstag mit. Als Grund nannte sie die Einführung von Tempolimits und die steigende Zahl schadstoffarmer Busse.

Schlagworte

  • Würzburg
  • Patrick Wötzel
  • Fahrzeuge und Verkehrsmittel
  • Feinstaub
  • Omnibusse
  • Svenja Schulze
  • Tempolimit
  • Umweltbundesamt
  • Umweltfreundlichkeit
  • Umweltreferenten
  • Verbrennungsmotoren
  • Verkehr
  • Verkehrspolitik
  • Weltgesundheitsorganisation
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
2 2
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!