OCHSENFURT

Schon wieder dubiose Werbung für Kaffeefahrt

(Symbolbild) Foto: dpa
Nur wenige Tage nach einer Polizeikontrolle sind die Veranstalter dubioser Kaffeefahrten rund um „Superplus-Reisen“ wieder in der Region tätig.

Mehrere Bürger informierten die Polizei-Inspektion Ochsenfurt, dass ihnen verdächtige „Gewinn-Benachrichtigungen“ in den Briefkasten gesteckt worden waren. Diesmal sollen die Kunden mit der Aussicht auf Bargeld oder einen Präsentkorb zum Weihnachtsmarkt nach Rothenburg ob der Tauber gelockt werden, teilte Polizeihauptkommissar Armin Fuchs mit.

Bei den Veranstaltern handelt es sich der Adresse zufolge um den gleichen Personenkreis, der vor zwei Wochen seine Kunden am Untermain gesucht und zu einer Verkaufsveranstaltung nach Eibelstadt gebracht hatte.

Dort hatten mehrere Teilnehmer Strafanzeige wegen Betrugs und Verstoßes gegen das Gesetz über unlauteren Wettbewerb erstattet. Dem Treiben im Saal eines Eibelstädter Restaurants setzte die Polizei damals ein Ende.

Mit unterschiedlichen Tarnungen, aber immer gleicher Masche lockt der Veranstalter von Kaffeefahrten in Unterfranken: Man versprach 5000 Euro Gewinn aus einem Kreuzworträtsel. Und wenn es am Treffpunkt ums Auszahlen dieses Gewinns ging, wurden stattdessen die „Gewinner“ zur Kasse gebeten. Diesmal lockten sie – wie einige Beispiele, die der Redaktion vorliegen, zeigen – mit der Teilnahme am Kreuzworträtsel „Schönes Europa“, in dem „Bargeld“ das richtige Lösungswort war. Zur Auszahlung wurden die Kunden zu einem Ausflug „mit anschließender Weinprobe“ gelockt.

Seit Jahren sind die Veranstalter zwischen Berlin und Deggendorf unterwegs, in Verbraucherschutz-Foren im Internet wird haufenweise gewarnt: Mal tarnten sie sich als „Förderverein Historisches Würzburg“, mal als „Förderverein Elsaß“, als „1a-strom“ oder „Kaiserplus Reisen“ – mit immer gleicher Masche: Vor allem ältere und arglose Menschen zu Verkaufsveranstaltungen zu locken. Um ihnen überteuerte Pfannen oder Reisen anzudrehen. Oder, um ihnen Magnetfeldtherapie-Decken für fast tausend Euro zu verkaufen.

Bei den Briefen handelt es sich letztendlich meist nur um Lockmittel für Verkaufsveranstaltungen. Ein tatsächlicher Gewinnanspruch besteht in den meisten Fällen überhaupt nicht. Oft geben die Veranstalter als Adresse nur Postfächer an, über die sie nicht zurückzuverfolgen sind. Mieter sind private Dienstleistungs-Firmen, die Postfächer weitervermieten – und Adressen ihrer Kunden nicht weitergeben.

Meist stehen Ermittler einer Gemengelage aus Firmen gegenüber: In dem Fall mit einer Firma, die Magnetmatten verkauft (Delta Vital AG), einer Firma, die Reisen verkauft (Arriva Reisen AG), beide mit Sitz im schweizerischen Oetwil. Und schließlich der deutschen Firma, die eingeladen und die Gewinnbenachrichtigungen verschickt hat (Kaiserplus Reisen UG oder Superplus Reisen UG, in der Steinfeldstraße 3 in 39179 Barleben, Sachsen-Anhalt).

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