Würzburg

Schüler erklären den Würzburgern ihr Rathaus

Würzburger Schüler haben einen verständlichen Rathausführer von Kindern für Kinder erstellt. Warum auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt gern in dem Heft blättert.
Schüler vom Friedrich-Koenig-Gymnasium und St.-Ursula-Gymnasium wirkten am Würzburger Rathausführer von Kindern für Kinder mit. Foto: Patty Varasano

Die Idee für einen Rathausführer für Kinder war beim Würzburger Gästeführerverein bereits vor drei Jahren entstanden. "Es hat etwas länger gedauert, bis wir überhaupt wussten, wohin die Reise geht", erinnerte sich Kulturpädagoge Felix Röhr. Die damals beim Weltgästeführertag gesammelten Spenden dienten dem Projekt als Anschubfinanzierung. Von vier Schulen, die ihr Interesse bekundet hatten, blieben zwei dabei. Mit beiden begann im September 2017 die Umsetzung.

Wer am Rathausführer beteiligt war

Etliche Arbeitsstunden später liegt das Ergebnis vor: "Viel Kreativität und Leidenschaft sind in das Projekt geflossen, es hat sich gelohnt", stellte Oberbürgermeister Christian Schuchardt fest. 52 Schüler vom Friedrich-Koenig-Gymnasium (Klasse 7a) um Kunstlehrerin Maja Issing und vom St.-Ursula-Gymnasium (Klasse 10b) um Studiendirektor Harald Retsch waren daran beteiligt. Sie schrieben die Texte und illustrierten sie mit Bildern.

Für die Broschüre nahmen die Autoren die Perspektive ihrer Zielgruppe ein und erklärten das Rathaus und seine Funktionen lebendig und verständlich. "Wer eignet sich dafür besser als Kinder selbst", fand Schuchardt. Daraus entstanden ist ein kurzweiliges Büchlein: "Ein Rathaus ist mehr als nur ein Gebäude mit vielen großen und kleinen Räumen. Die Aufgaben, die dort anfallen, sind so vielfältig wie das Leben selbst", stellte er seinen Arbeitsplatz vor.

Präsentieren den Würzburger Rathausführer von Kindern für Kinder (von links): Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Sophie Moosburger, Felix Röhr, Franziska Fröhlich vom Fachbereich Kultur sowie Antje Hansen und Stefanie Arz vom Gästeführerverein mit einem Spendenscheck. Foto: Patty Varasano

Wie die Schüler das Projekt anpackten

Nach einem ersten Besuch im Würzburger Rathaus füllten die Schüler über eineinhalb Jahre die Idee mit Leben. "Ihr habt viel über das Rathaus gelernt und zudem erfahren, wie viel Arbeit es ist, so ein Projekt zu bewältigen", stellte Schuchardt fest und würdigte das Ergebnis: "Wir sind fest davon überzeugt, dass eure Arbeit gut ankommen wird." Zu erklären, was das Rathaus ist und was dort passiert, sei wichtig, "so dass es als 'unser' Rathaus wahrgenommen wird".

Während der Entstehung testen die Schüler ihre Texte in Führungen von fünften Klassen durch das Gebäude. Mit dem Bürgerbüro wählten sie für die Broschüre einen lebensnahen Einstieg. Schließlich ist jeder Würzburger, rein statistisch, dort zweimal im Jahr. Es folgen leicht lesbare Texte über die Aufgaben des Oberbürgermeisters und seiner Mitarbeiter, und darüber, welche wichtigen Räume – vom Ratssaal bis zum historischen Wenzelsaal – es im Rathaus gibt. Als wiederkehrendes Motiv auf allen Seiten zieht sich der Grafeneckart durch das Heft.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt dankte den mitwirkenden Schülern im Ratssaal für ihren Einsatz beim Rathausführer von Kindern für Kinder. Foto: Patty Varasano

Warum der OB sich aufs Lesen freut

Stellvertretend für die Schüler sprach Sophie Moosburger von St.-Ursula-Gymnasium: "Das Projekt hat uns sehr gut gefallen, da wir außerhalb des normalen Unterrichts an einer praktischen Aufgabe arbeiten konnten." Sie lernten viel über das Würzburger Rathaus und bewiesen in unterschiedlichen Gruppen ihre Teamfähigkeit. Sie wünschte sich, "dass wir mit unserem Führer vielen Kindern eine Freude bereiten können, das Rathaus zu entdecken."

Finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Würzburger Gästeführerverein, der zur Vorstellung des Rathausführers einen Scheck an die Stadt übergab, und von der Sparkassenstiftung. Auf das Lesen der 34-seitigen Broschüre freute sich Schuchardt: "Denn jeder von uns bleibt, und das nehme ich auch für mich in Anspruch, sein Leben lang irgendwie Kind."

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