EIBELSTADT

Schützenverein Germania 1863 feierte sein Jubiläum mit vielen Gästen

Heinz Koch muss einen guten Draht zu Petrus haben. In der Festschrift zum 150. Jubiläum des Schützenvereins Germanis 1863 hatte der Eibelstadter Bürgermeister den Schützen für ihre Festlichkeiten gutes Wetter und einen harmonischen Verlauf gewünscht. Das Wetter kam wie bestellt, und auch die Stimmung ließ am Sonntagnachmittag in Eibelstadt nicht zu wünschen übrig.
Geschafft: Nach dem Umzug durch den Ort erreichten die Kapellen und Schützenvereine das Festgelände am Schützenhaus.
Geschafft: Nach dem Umzug durch den Ort erreichten die Kapellen und Schützenvereine das Festgelände am Schützenhaus. Foto: Claudia Schuhmann

Mehr als 40 Schützenvereine aus dem Schützengau Würzburg sowie mehrere Musikkapellen hatten sich zum Festzug in Eibelstadt eingefunden. Sogar der befreundete Verein aus Emmering bei Fürstenfeldbruck war gekommen, ebenso wie der Schützenverein Großrinderfeld aus dem Main-Tauber-Kreis.

Obwohl unter mancher Jacke der Schweiß in Strömen rann und sich der eine oder andere Musiker mit einem Strohhut vor der Sonne schützen musste, waren alle Teilnehmer bester Laune. Das Gleiche galt für das Publikum, das die Straßen und Gassen Eibelstadts säumte und den farbenfrohen Festzug durch den Ort beklatschte und bewunderte. Viele Bewohner hatten ihr Häuser mit Fahnen geschmückt.

Im Festzug schwitzten neben Heinz Koch unter anderem auch Regierungspräsident Paul Beinhofer, der die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hatte, Bezirksschützenmeister Siegfried Schmitt, Landrat Eberhard Nuß, die Landtagsabgeordneten Manfred Ländner und Volkmar Halbleib sowie der Bundestagsabgeordnete Paul Lehrieder. Besonders gut getroffen hatten es im Festzug diejenigen Gruppen, die in der Nähe des roten Durstlöschzugs mit seinen kühlen Biervorräten laufen durften.

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Wer eine Wohnung entlang der Zugstrecke sein Eigen nennt, konnte das Treiben vom Fenster aus beobachten. Wer an der Straße stand, zog sich entweder in den Schatten der Häuser und alten Mauern zurück oder hatte vorgesorgt und einen Sonnenschirm mitgebracht. Da auch innerliche Abkühlung bei großer Hitze willkommen ist, fanden die angebotenen Getränke reißenden Absatz.

Erster Schützenmeister Harald Gretsch zeigte sich auf Anfrage der Main-Post sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Jubiläumsfeier. Bereits am Samstagabend habe zum Auftakt beste Stimmung geherrscht, wenn sich auch Gretsch einige Besucher mehr gewünscht hätte. Das Hochsommerwetter dürfte aber den einen oder anderen eher in den Biergarten als zum Schützenfest gelockt haben. Den Festzug am Sonntag ließen sich dann trotzdem viele Zuschauer nicht entgehen.

Obwohl der Schützenverein Germania erst am 26. Juli 1863 offiziell gegründet wurde, reicht die Tradition in Eibelstadt viel weiter zurück. Das ist der Festschrift des Vereins zu entnehmen. Aus dem Jahr 1509 ist überliefert, dass damals die Eibelstadter Schützen beim Landesschießen zu Iphofen das Landkleinod errangen. Nach dem 30-jährigen Krieg, aus dem es keine Aufzeichnungen gibt, lebte das Schützenwesen wieder auf. Zwar gab es 1709 den Schützenbund nicht mehr, doch wurde 1800 eine bürgerliche Schützengesellschaft gegründet.

Diese Gesellschaften wurden der Grundstock der bürgerlichen Nationalgarde, die 1867 jedoch wieder verschwand. Nachdem 1861 der Deutsche Schützenbund und 1862 der Unterfränkische Schützenbund gegründet wurde, folgte 1863 der Schützenverein Germania als eigener Verein. Am Wochenende feierte er nicht nur sein 150-jähriges Bestehen, sondern gleichzeitig das 54. Gauschützenfest.


Kräfte sparen: Warum die Ausrüstung tragen, wenn sie auch fahren kann, dachte man sich wohl bei der Eibelstadter Feuerwehrkapelle.
Kräfte sparen: Warum die Ausrüstung tragen, wenn sie auch fahren kann, dachte man sich wohl bei der Eibelstadter Feuerwehrkapelle.

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