Opferbaum

Schulen für Nepal - Nachhaltige Hilfe aus Opferbaum

An der Berufsschule in Panauti lernen junge Nepalesen das traditionelle Handwerk ihrer Heimat. Foto: Rainer Brust

Die Not war groß, in Nepal, als 2015 die Erde bebte. Hilfe bekamen die Menschen aus Opferbaum.

Im April und Mai 2015 starben durch ein Erdbeben in Nepal viele Menschen. Gebäude wurden zerstört. Fast vier Jahre ist das her. Der Wiederaufbau von öffentlichen Gebäuden, Tempeln und Denkmälern hat relativ zügig begonnen. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind wieder aufgebaut. Aber im Hinterland, in den abgelegenen Dörfern, ist die Not noch groß.

Der Verein "Schulen für Nepal" unter dem Vorsitz von Rainer Brust aus Opferbaum hat nach seiner Ersthilfe inzwischen so viel Geld gesammelt, dass er rund 30 Familien beim Wiederaufbau ihres Hauses helfen konnte. Rund 3000 Euro gibt es pro Familie. Dieser Zuschuss müsse "mit Vorsicht" vergeben werden, so Brust. Die staatliche Förderung von rund 2500 Euro ist sonst in Gefahr.

Erdbebensichere Bauweise

Alle fünf Schulgebäude des Vereins hatten die Erdbeben unbeschadet überstanden. Sie sind in massiver und traditioneller Bauweise erstellt worden. Sie entspricht einer alten Newar-Bautechnik mit verbesserten modernen Materialien. Auch in Zukunft setzt der Förderverein für Kinder und junge Menschen in Nepal auf diese erdbebensichere Bauweise.

"Der Wiederaufbau im Land wird durch unsere Gewerbeschule in Panauti mitgetragen", ist Brust ein wenig stolz. Die "Nepal Vocational Academy" bilde zurzeit Schreiner, Steinmetze und Metallgießer aus. Türen und Fenster werden von den Auszubildenden gefertigt und dem Wiederaufbau sehr günstig zu Verfügung gestellt.

Handwerksmeister vor Ort

Drei Handwerksmeister aus Deutschland haben über den Verein "Schulen für Nepal" die Berufsschule mit hochwertigen, modernen Holzbearbeitungsmaschinen ausgestattet. Sie selbst haben die Lehrer und Schüler drei Wochen vor Ort an den Maschinen eingewiesen und gezeigt, wie man einfache Stühle, Betten, Tische und Regale baut.

Die Ausbildung zum Elektriker ist seit zwei Jahren geplant. Bürokratische Hürden und die dazu nötige Lehrberechtigung "kosten viel Zeit und Geduld". "Unsere Berufsschule in Panauti ist die erste Berufsschule mit einer Lehrzeit von einem Jahr", erklärt Rainer Brust. Das bedeutet, dass die Ausbildung fundiert, also nicht in einem Crashkurs von wenigen Wochen, absolviert wird.

Für die ausgebildeten Maurer, Zimmerleute, Steinmetze und Metallgießer gibt es eine Jobgarantie bei der Rabindra-Puri-Foundation. Sie arbeitet eng mit dem Verein "Schulen für Nepal" zusammen. Auch das ist eine Gewähr für Qualität und Langfristigkeit der handwerklichen Ausbildung.

Schule und Werkstätten platzen aus allen Nähten

Neu in der Berufsschule sind Friseurinnen und Kosmetikerinnen. Ihre Ausbildung dauert ein halbes Jahr und wird sehr nachgefragt. Außerdem bietet die Berufsschule für Frauen jeden Alters Nähkurse an. Mittlerweile platzen Schule und Werkstätten aus allen Nähten. Der Erfolg hat den Nepalesen Rabindra Puri und "Schulen für Nepal e.V." veranlasst, auf einem Hügel bei Panauti ein Gelände von 50.000 Quadratmeter zu kaufen. Hier sollen nach und nach weitere Handwerksberufe gefördert werden.

Vorgesehen sind ein zentrales Schulgebäude, Werkstätten, eine Kantine sowie ein Hostel für junge Frauen und eines für Männer. Aufgebaut werden sollen auch eine Bäckerei und eine Molkerei für die Ausbildung zum Käser.

Berufliche Perspektiven geben

"Mit unserer Ausbildung versuchen wir den jungen Leuten in Nepal eine berufliche Perspektive zu geben und die Abwanderung als Billiglohnarbeiter in andere Länder zu verhindern", erklärt Rainer Brust. Nepal sei ein vom traditionellen Handwerk geprägtes Land. Es brauche dringend selbst diesen Nachwuchs.

Der Verein "Schulen für Nepal" ist mit seinen 16 Mitgliedern recht klein, aber er hat in den 15 Jahren seines Bestehens schon viel bewirkt. "Wir haben keinen Verwaltungsapparat und garantieren, dass jeder Spendeneuro für unsere Projekte in Nepal verwendet werden", versichert Rainer Brust und bittet um Unterstützung.

Spendenkonto: Schulen für Nepal e.V. , Raiffeisenbank Estenfeld-Bergtheim eG. IBAN: DE82 7906 3060 0000 5151 59. BIC: GENODEF1EFD. Für die Spendenquittung bitte Adresse angeben.

Fast vier Jahre nach dem Erdbeben in Nepal sind die Aufräumarbeiten noch lange nicht zu Ende. Foto: Rainer Brust

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