WÜRZBURG

Schulsanitäter der Malteser seit 15 Jahren im Einsatz

Mit einer Handvoll Jungs fing es an. Am 15. November 1999 nahmen die ersten fünf Malteser-Schulsanitäter an der damaligen Schönborn-Schule ihren Dienst auf. Sie hatten sich von der Idee, ihren Mitschülern bei Unfällen und Krankheiten als Ersthelfer helfen zu können, anstecken lassen. In einer kleinen Feier wurden sie damals von den Maltesern mit Erste-Hilfe-Tasche und Sweatshirts ausgestattet.

Seitdem haben die Malteser an acht Partnerschulen in Würzburg über 250 Jugendliche zu Schulsanitätern ausgebildet. Das wurde jetzt gefeiert. Der Stadtbeauftragt Klaus-Dieter Bopp freute sich, dass zur Jubiläumsveranstaltung mehrere Ehemalige sowie Vertretern der sechs aktuell beteiligten Schulen kamen.

Nicht jeder hatte von Anfang an das Helfen als Motivation im Blick, wie Andreas Steinisch, ehemaliger Schulsanitäter, zu Beginn einer kurzweiligen Gesprächsrunde schmunzelnd verriet. Seine Motivation war die Tatsache, dass er an einem Mädchen interessiert war, das sich bereits für den Schulsanitätsdienst gemeldet hatte. Aus der Beziehung zu dem Mädchen wurde nichts, aber die Verbindung zu den Maltesern wuchs und wurde für ihn zur Lebensaufgabe, schreiben die Malteser in einer Pressemitteilung. Steinisch ist heute hauptamtlich als Rettungsassistent und ehrenamtlich im Sanitätszug bei den Maltesern aktiv.

Sabine Ruß hat ebenfalls über das Angebot an ihrer Schule zum ehrenamtlichen Engagement bei den Maltesern gefunden hat und bald Verantwortung im Stadtverband übernommen. Sie studiert derzeit Rettungsingenieurwesen; diesen Studiengang hätte sie ohne ihre Malteseraktivität sicher nie gewählt, betonte sie. Dies freut den Stadtbeauftragten Bopp sehr, denn natürlich wolle man die Jugendlichen auch für ein Ehrenamt bei den Maltesern begeistern.

Vor allem aber vermittle Schulsanitätsdienst durch das Prinzip „Hinschauen statt Wegschauen“ wichtige Werte, bestätigte Schwester Katharina Merz, Direktorin der St. Ursula-Schule. „Die Schülerinnen lernen Empathie, und das ist uns sehr wichtig“, sagte sie.

Und oft ist es diese Hinwendung zum Mitschüler, die wichtig ist bei einem Notfall an der Schule. So erzählte Nico Kohlmann, aktiver Schulsanitäter an der Wolffskeel-Realschule, von einem Asthmaanfall eines Mitschülers, zu dem er gerufen wurde. „Da kannst du eigentlich nichts machen, außer dabeibleiben, reden, beruhigen – und den Rettungsdienst rufen“, erzählte er.

Aus Sicht von Andreas Steinisch ist genau das entscheidend. Schulsanitäter erlebe er immer als große Hilfe – für den Betroffenen und den Rettungsdienst. Ein größeres Lob konnten sich die fast 60 aktiven Malteser-Schulsanitäter nicht wünschen.

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