Hettstadt

Schwammspinner-Epidemie bedroht Buchenwald erneut

Weitaus umfangreicher als im letzten Jahr entwickelt sich aktuell die nächste gefräßige Generation in den Schwammspinnergelegen und bedroht damit die Buchen im "Tännig" existenziell. Foto: Herbert Ehehalt

Die durch massiven Schwammspinnerbefall im vergangenen Frühjahr in der Waldabteilung "Tännig" kahlgefressenen Buchen haben überraschend zu achtzig Prozent wieder ausgetrieben. Das ist die gute Nachricht, die Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher (CSU/UBH) dem Gemeinderat Hettstadt gegenüber in der jüngsten Sitzung mitteilen konnte. Die schlechte Nachricht aus dem mit Revierförster Wolfgang Fricker durchgeführten Waldbegang ist allerdings, dass die Regeneration des Buchenwaldes schon wieder bedroht wird durch neue, weitaus umfänglichere Schwammspinnergelege als noch im Frühjahr. Entscheidend für den Fortbestand des Waldes wird der kommende Winter und das folgende Frühjahr sein. Denn nach Erkenntnis von Experten übersteht nur ein gesunder Wald einen einmaligen Kahlfrass. Weil der Bestand durch die extreme Trockenheit aber geschwächt ist, vermag niemand zu sagen, ob der Buchenwald im "Tännig" dem Tod geweiht ist.

Trotz eines heißen Sommers haben sich die Buchen überraschend gut erholt

Beinahe trotzig sprießt zartes Blattwerk in den Buchengiebeln im "Tännig", seit der dortige Buchenwald im Frühjahr massiv vom Absterben bedroht war. Von einer Ausdehnung über etwa fünf Hektar im Herbst 2018 auf rund 17 Hektar hatte sich der durch Schwammspinnerbefall verursachte Kahlfraß an den Buchen innerhalb von nur vier Monaten rasant ausgedehnt. Trotz eines erneut heißen Sommers, mit wiederum geringem Niederschlag, haben sich die Buchen überraschend gut erholt. Grund zu den schlimmen Befürchtungen geben jedoch die ungewöhnlich vielen, weitaus mehr als im Vorjahr, zu beobachtenden Schwammspinnergelegen mit der Brut der neuen Generation. Es droht eine Epidemie. Daneben waren beim Waldgang in dem betreffenden Bereich auch zahlreiche Trockenschäden an stattlichen Bäumen zu verzeichnen.

Hinweisschilder an den Zufahrten warnen vor dem Aufenthalt in Hettstadts Gemeindewald vor Bedrohung durch Schwammspinner... Foto: Herbert Ehehalt

Wegen des jederzeit möglichen Ast- oder Windbruchs wird von der Gemeinde seit Langem schon per Hinweisschilder auf das Betreten auf eigene Gefahr hingewiesen. Diese Anordnung der Gemeinde bleibt weiterhin bestehen. Sie ist insbesondere im bevorstehenden windigen Herbst zwingend zu beachten.

Förster und Bürgermeisterin plädierten für Entnahme der geschädigten Bäume

Über das Schwammspinner-Problem im "Tännig" hinaus ist die Gemeinde Hettstadt auch gefordert durch massiven Borkenkäferbefall von Fichten im Bereich "Kleelein". Auch hier sind die Bäume massiv geschädigt. Nach Einschätzung des Försters können jederzeit Äste und komplette Baumgiebel brechen. In der Beurteilung ging Fricker deshalb von einem hohen Gefährdungspotenzial für die Gesundheit der Bauhofmitarbeiter aus, die abgestorbene Bäume fällen sollten. Deshalb plädierten Förster und  Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher für die Entnahme der geschädigten Bäume per Harvester. Der Umfang hierbei soll sich jedoch auf Verkehrssicherungsmaßnahmen entlang stark frequentierter Bereiche beschränken.

Eine Aufnahme vom Juli dieses Jahres zeigt die von Schwammspinnern kahl gefressenen Buchen in Hettstadts Waldabteilung "... Foto: Herbert Ehehalt

Trotz der rücksichtsvollen Entnahme geschädigter Bäume geht der Förster von einer Masse von rund 800 Festmetern aus. Dieses Holz soll zur Deckung des Brennholzbedarfs der Bevölkerung zum Kauf angeboten werden, beschloss der Gemeinderat. Über dieses Kontingent geschädigter Bäume hinaus wird es im Gemeindewald im bevorstehenden Winter keinen weiteren Einschlag geben, beschloss das Gremium einhellig.

Wie schon im letzten Winter liegt die Hoffnung der Verantwortlichen auf klirrenden, lange anhaltendem Frost, der möglichst viele Schwammspinnerraupen auf natürliche Weise vernichtet. Sollte dem nicht so sein, wurde schon jetzt eine Bekämpfung durch Besprühen aus der Luft in Betracht gezogen. Die Entscheidung hierzu soll im Frühjahr gefällt werden.

Schlagworte

  • Hettstadt
  • Herbert Ehehalt
  • Andrea Rothenbucher
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Drohung und Bedrohung
  • Epidemien
  • Frühling
  • Herbst
  • Kälte und Frost
  • Niederschlag
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Wald und Waldgebiete
  • Winter
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!