WÜRZBURG

Schwere Zeiten für Posthallen-Discos

Wie geht es weiter mit den Veranstaltungen in der Posthalle? Die Betreiber, die mit Eigentümerin mfi (Management für Immobilien AG) noch einen Mietvertrag für weitere vier Jahre haben, wollen mehr Planungssicherheit. Dafür haben sie eine Nutzungsänderung für die Halle, die derzeit noch als Postsortier-Betrieb geführt wird, beantragt.

Doch bisher war der politische Wille ein anderer: Bevor es kein endgültiges Konzept für das gesamte Bahnhofsareal gibt, wollte man dort auch keine Veränderungen, so OB Georg Rosenthal vor einem Jahr. Und an der Meinung hat sich auch nichts geändert, sagt Rosenthal in einem Gespräch mit dieser Zeitung. „Wenn wir als Stadt eine Nutzungsänderung im Stadtrat als Konzerthalle beschließen und genehmigen, gilt die erstmal unbefristet. Wir wollen aber auf dem Areal flexibel bleiben, was die endgültige Nutzung angeht.“

Anders stellt sich das für den OB dar, wenn Hallenbetreiber PH-Event von sich aus eine Befristung beantragt: Dann könne man in der Stadt anfangen, über eine solche Lösung nachzudenken.Es bleibt also erstmal schwer für PH-Event-Geschäftsführer Jojo Schulz. Der will die Stadt auch die nächsten Jahre kulturell mit Konzerten bereichern und hat auch schon einiges investiert.
 
Derzeit braucht er für jede Veranstaltung eine Einzelgenehmigung von der Stadt, das ist zeitraubend und teuer. Zu allem Überfluss ist seine befristete Gaststätten-Erlaubnis erloschen. Aber: ohne Getränke und Essenverkauf rechnen sich die Konzerte kaum.

Die Problematik hat er auch mit Horst Waibel, Chef der allgemeinen Bürgerdienste und zuständig für alle Arten von Veranstaltungen, besprochen. Nun bekommt er per Einzelantrag die Konzertgenehmigung und für den speziellen Abend eine Gastro-Lizenz, ein umständliches Vorgehen aber derzeit nicht anders lösbar, so lange die Stadt sich nicht auf eine generelle Nutzungsänderung einlässt.

Ein anderes Problem sind die Disco-Veranstaltungen, die Schulz in der Posthalle begonnen hat und gegen die Würzburger Diskothekenbetreiber mobil gemacht haben. Die werden künftig wohl nicht mehr stattfinden. Waibel: „Ob Konzert oder Disco, alle Events müssen für eine einzelne Gaststättengenehmigung einen besonderen Anlass haben.

Bei Konzerten und bei Kabarett ist das alles kein Thema. Doch wenn nur ein DJ kommt und Platten auflegt, werden wir keine Lizenz erteilen.“ Eigentlich entfällt dann auch die Disco, denn so eine Veranstaltung rechnet sich nur, wenn der Getränke- und Essensumsatz stimmt. Schulz zeigt sich flexibel: „Vielleicht machen wir ja Disco und die Leute sollen die Getränke selbst mitbringen.“

Seit der Eröffnung des Veranstaltungsbetriebes im Juni 2008 gab es schon 50 Veranstaltungen und weitere Konzerte sind geplant.
So kommen im Februar die Altrocker von „Nazareth“, im April die bayerische Liedermacherin Claudia Koreck und Kabarettistin Sissi Perlinger und im Mai die Oldiebands „Smokie“, „Slade“ und „Sweet“.

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