OCHSENFURT

Schwestern tanzen im Klosterhof

Himmlisch: Fünf Nonnen begeisterten das Publikum im Ochsenfurter Klosterhof. Foto: Helmut Rienecker

Wer hätte gedacht, dass im Klosterhof der armen Schulschwestern jemals wieder Nonnen sein würden? Aber die fünf Frauen, die am Samstagabend hier ihre himmlische Show zeigten, sind durchaus von dieser Welt. Seit sie vor 18 Jahren zu einer Hochzeit eine kleine Showeinlage aufgeführt haben, sind sie schon über 80 Mal in Nonnentracht mit ihrem immer wieder veränderten Stück aufgetreten. Mehr ging nicht, denn die Frauen stehen alle fest im Beruf.

Dennoch schaffte es die zweite Vorsitzende des Fördervereins Spitalanlage, Renate Lindner, im letzten Herbst einen Termin der Schwestern mit ihrem Programm Sister Action zu ergattern. Die scheinen auch einen guten Draht zu Petrus zu haben, denn mitten in dem regnerischen Wochenende blieb es an diesem Abend trocken.

Theater, Tanz, Gesang und eine gute Nachricht: Die Geschichte verläuft ähnlich wie „Sister Act“, ein bekannter Film mit Whoopie Goldberg. Das Kloster ist verarmt, Nachwuchs und Geld nicht in Sicht. Schwester Azalea, eigentlich wegen ihrer modernen Lebensweise aus dem Kloster verstoßen, soll helfen. Sie überredet ihre Mitschwestern eine Revue einzustudieren. Titel: „Zelle frei“.

Gleich zu Beginn gab es für die Zuschauer im ausverkauften Spitalhof viel zu lachen. Sei es die Naivität und Weltfremdheit einiger Schwestern, der ostdeutsche Dialekt von Schwester Gerania oder der Auftritt von Azalea in roten Pumps und grellem Lippenstift.

Die eigentlich Revue zeigte sich teilweise rasant, da hoben die Schwestern schon mal etwas die Rocksäume an, wenn sie über die Bühne tanzten und wuselten. Die Lieder, eigene Texte zu bekannten Melodien, begeisterten die Zuschauer genauso wie die mitreißend gesungenen Gospel.

Es gab aber auch Nachdenkliches zu hören. Als eine der fünf aus ihrem Leben erzählte und wie Jesus ihr geholfen hatte. Das war dann auch die frohe Nachricht des Abends, welche die jungen Frauen locker herüberbrachten. „Jesus liebt dich“. Zwei Stunden dauerte die Aufführung. Dass sie den Gästen gefallen hat, bewies der lange Beifall und die lauten Rufe nach einer Zugabe, die dann auch gleich doppelt gewährt wurde. In schon gewohnter Weise hat das Küchenteam des Spitalvereins die Gäste bestens mit Essen und Trinken versorgt. Der Erlös der Vorstellung wird wieder für die Sanierung und Erhaltung der Spitalanlage Verwendung finden.

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