KIST

Seniorenresidenz kann nun gebaut werden

Platz für 159 Senioren: Die geplante Wohnanlage im Baugebiet „Lange Läng“ in Kist.
Platz für 159 Senioren: Die geplante Wohnanlage im Baugebiet „Lange Läng“ in Kist. Foto: Planungsentwurf: Florian Preißner

Fortschritt beim Großprojekt Seniorenresidenz: Mit der Mehrheit von acht zu drei befürwortete der Gemeinderat Kist den Bauantrag der Preißner Vermögensverwaltungs GbR zum Bau der Einrichtung mit 159 Plätzen auf dem rund 20 000 Quadratmeter großen Grundstück mit der Flurnummer 730/1 im Baugebiet „Lange Läng“.

Auf Nachfrage teilte Bürgermeister Volker Faulhaber mit, dass es vor der Abstimmung im Kommunalparlament eine ausführliche Diskussion gegeben habe. Einige neu gewählte Gremiumsmitglieder äußerten ihre Bedenken, gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit über so eine große Baumaßnahme abzustimmen. Deshalb habe der Bürgermeister vorgeschlagen, nochmals in Zellingen eine vergleichbare Seniorenwohnanlage desselben Investors zu besichtigen. Seiner Kenntnis nach feiere diese Einrichtung in Zellingen am kommenden Wochenende ihr zehnjähriges Bestehen.

Froh über Baubeginn

Nach den Worten Faulhabers sei die Mehrheit des Gemeinderats „froh, dass der Bau beginnt“. Er rechnet im Herbst mit dem Genehmigungsverfahren für die Seniorenresidenz in Kist, anschließend folgten Ausschreibungen und letztendlich der Baubeginn im nächsten Jahr.

„Ich bin etwas enttäuscht vom Abstimmungsergebnis“, kommentierte Gerhard Preißner, Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltungs GbR, den aktuellen Beschluss mit acht zu drei für den Bauantrag der Seniorenresidenz. Seine Meinung begründete er hauptsächlich damit, dass aufgrund dieses Projekts „mindestens 130 Arbeitsplätze, davon etwa 90 Prozent in Vollzeit“ geschaffen würden.

Er vermutete, dass bei weiterem reibungslosem Verlauf der Baubeginn voraussichtlich im Mai oder Juni 2015 erfolge. Je nach Wetterlage dauere die Verwirklichung zwei bis zweieinhalb Jahre. Die Investitionskosten betragen circa zwölf Millionen Euro.

„Es wird kein null acht fünfzehn Pflegeheim, sondern etwas Besonderes“, hob Preißner auf Anfrage hervor. Das fünfte Geschoss beinhaltet 24 Penthouse-Zimmer und verfügt über einen „rings herum verlaufenden Balkon“. Insgesamt bietet die Seniorenresidenz 159 Betten, davon müssten sich laut bestehender Vorgaben 75 Prozent in Einzelzimmern und 25 Prozent in Doppelzimmern befinden. „Ich will auf dem Markt bestehen, deshalb muss eine gewisse Größe der Einrichtung da sein“, erklärte er.

Das insgesamt rund 78 Meter lange und etwa 25 Meter breite Gebäude ist in drei Komplexe gegliedert. Im Erdgeschoss enthält es den Empfang, den Hauswirtschaftsbereich sowie Küche und Speiseraum. „Wir kochen selbst“, informierte Gerhard Preißner, sobald eine gewisse Zahl von Bewohnern eingezogen ist.

Dass sein Unternehmen Erfahrung mit Seniorenresidenzen hat, belegte er mit der seit zehn Jahren „sehr gut geführten“ Anlage in Zellingen. Er verglich deren Belegungsquote mit bayerischen Zahlen. Während im Freistaat Seniorenheime durchschnittlich zu 78 Prozent ausgelastet seien, liege der Wert in Zellingen zwischen 97 und 98 Prozent. „Damit sind wir sehr zufrieden.“

Wenn die Seniorenresidenz in Kist im Betrieb ist, plant Preißner auf dem 20 000 Quadratmeter großen Grundstück noch den Bau von 40 Appartements im Bereich „Betreutes Wohnen“. Die Appartements sind zwischen 60 und 100 Quadratmetern groß. „Das ist der nächste Schritt“, so Gerhard Preißner.

Das Thema Seniorenresidenz beschäftigt das Kommunalparlament inzwischen seit einem Jahrzehnt. Anfang September 2011 berichtete diese Zeitung beispielsweise über eine turbulente Gemeinderatssitzung, in deren Verlauf der Bürgermeister daran erinnert hatte, dass sich das Gremium seit September 2004 schon in 21 Sitzungen – davon fünf Mal öffentlich.

In der Sitzung Anfang September 2011 wies der Bürgermeister ebenfalls auf den offenen Brief des CSU-Ortsverbands vom Juli 2010 hin, in dem zahlreiche Fragen gestellt und später von ihm beantwortet worden seien. In 2011 habe das Landratsamt einige Anträge auf rechtsaufsichtliche Prüfung gestellt, dazu habe er ausführliche Stellungnahmen abgegeben. Das Landratsamt habe bis zu diesem Zeitpunkt alle Entscheidungen des Gemeinderates zur Seniorenresidenz mitgetragen.

Während der Sitzung im September 2011 hatte es einen Streit zwischen den Ratsmitgliedern Gerhard Wirth und Klaus-Dieter Philipp gegeben. Wirth betonte, die Rechtsaufsichtsbeschwerden seien aus den Reihen des Kommunalparlamentes gekommen und hätten der Kommune geschadet. Philipp kritisierte damals, man habe erst im Nachhinein erfahren, dass solche Wohnanlagen auf wesentlich kleineren Grundstücksgrößen möglich seien.

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